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So unterscheiden sich Frauen und Männer in Sachen Gesundheit

Der Gender-Gesundheitsbericht zeigt, wie Frauen und Männer an das Thema "Gesundheit" herangehen und wie verschieden die jeweiligen gesundheitlichen Risiken sind.

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So unterscheiden sich Frauen und Männer in Sachen Gesundheit
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In Wien wurde letzte Woche der erste Gender-Gesundheitsbericht mit dem Schwerpunkt auf psychische Gesundheit präsentiert. Wie erwartet unterscheiden sich Männer und Frauen in ihrem gesundheitsbezogenen Verhalten, aber auch was die Risiken diverser Krankheit betrifft. So wurden beispielsweise bei Männer deutlich weniger Depressionen (3,9 Prozent) als bei Frauen (7,5 Prozent) diagnostiziert. Im Gegensatz dazu ist bei den Männern die Suizid-Rate höher: 25,5 pro 100.000 Einwohner, bei Frauen 7,1 pro 100.000 Einwohner. Der Bericht basiert auf Literaturrecherchen und Interviews mit Experten. Auftraggeber war das Bundesministerium für Arbeit, Soziales, Gesundheit und Konsumentenschutz. "Schon in der Jugend ist ein Unterschied im Gesundheitsverhalten zwischen Burschen und Mädchen zu beobachten. Später, im Erwerbsarbeitsleben, leiden Männer oft unter psychischen und physischen Folgen von Stress und Überarbeitung. Mit steigendem Alter wird dann auch die sexuelle Gesundheit für viele Männer immer mehr zum Thema", erklärt Sozial- und Gesundheitsministerin Beate Hartinger-Klein (FPÖ).

Ernährung und Übergewicht

Auch in Sachen Ernährung scheinen sich Männer und Frauen signifikant zu unterscheiden: So leiden 55 Prozent der Männer an Übergewicht, bei den Frauen sind es dagegen "nur" 39 Prozent. Auch beim Alkoholkonsum sind die Männer vorne: 10 Prozent konsumieren täglich Alkohol. Bei den Frauen sind es drei Prozent. Dem Bericht zufolge machen Männer mehr Bewegung (29 Prozent) als Frauen (21 Prozent). Die Frauen ernähren sich aber gesünder: So konsumieren 44 Prozent der Frauen täglich ausreichend Obst- und Gemüse. Bei den Männern sind es nur 26 Prozent. Männer essen zwar ungesünder, bewegen sich aber mehr als Frauen. Einen Herzinfarkt erleiden fast doppelt so viele Männer wie Frauen. Sie sind außerdem häufiger von Typ-2-Diabetes betroffen.

Gender 2

Weitere Unterschiede wurden festgestellt:

Auch das Gesundheitssystem wird unterschiedlich genutzt. Frauen nehmen zu 85 Prozent einen niedergelassenen Arzt in Anspruch, bei den Männern sind es nur 63 Prozent. Bei den Hausarzt-Besuchen liegen beide Geschlechter fast gleichauf. Eine große Rolle für die Erklärung unterschiedlicher Krankheitsrisiken spielen also die Geschlechterunterschiede in puncto Ernährung, Bewegung, Alkoholkonsum, sowie im Präventionsverhalten d.h. bei der Inanspruchnahme des Gesundheitssystems. Bei Frauen spiele laut dem Bericht aber auch die Entwicklung von Essstörungen eine wesentliche Rolle in Sachen Gesundheit. In der Altersgruppe der 15 bis 35-Jährigen weisen die Männer eine mehr als doppelt so hohe Sterblichkeit auf wie Frauen. Die ist laut dem Bericht auf Verletzungen, Vergiftungen und Folgen äußerer Ursachen (z.B. Unfälle) zurückzuführen. Frauen sind in Österreich häufiger von chronischen Erkrankungen und Gesundheitsproblemen betroffen als Männer.

Wohin könnt ihr euch wenden?

Bei gesundheitlichen Problemen ist die telefonische Gesundheitsberatung unter der Rufnummer 1450 rund um die Uhr erreichbar. Allerdings nur für Anrufer und Anruferinnen aus Wien, Niederösterreich und Vorarlberg. 1450 ist eine niederschwellige Erstanlaufstelle bei Gesundheitsfragen und akuten Symptomen. Ab dem 18. Lebensjahr können Personen mit Wohnsitz in Österreich eine Vorsorgeuntersuchung durchführen lassen. Der jährliche Gesundheitscheck bietet viele Vorteile und ist kostenlos. Das Frauengesundheitszentrum FEM und FEM Süd bietet ebenfalls ein ganztägiges Servicetelefon, sowie Email-Beratung, Psychotherapien und persönliche Einzel- und Paarberatungen an. In akuten Notfällen bezüglich psychischer Krisen steht österreichweit die Telefonseelsorge unter der Nummer 142 zur Verfügung. Hier findet ihr eine Liste der Notdienste in den Bundesländern.