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So wirken sich zu viele Geschenke auf Kinder aus

Eigentlich meint man es doch nur gut - und überhäuft seine Kinder oder Enkeln mit tonnenweise Geschenken zu Weihnachten. Aber das kann psychische Folgen haben!


zu viele Geschenke?
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Leuchtende Kinderaugen - das wünscht man sich, wenn man den lieben Kleinen zu Weihnachten eine Freude machen will. Aber oftmals endet das Fest der Liebe in einem Geschenkerausch und die Kinder sind eher überfordert, reißen gelangweilt das Geschenkpapier herunter und schielen schon wieder auf das nächste Packerl statt überhaupt zu registrieren, was im letzten drinnen war.

Na, kommt dir das bekannt vor? Zu viele Geschenke sind nicht nur kostspielig und vermitteln dann vielleicht nicht einmal die erhoffte Freunde, sie können sogar eine Rolle in der psychischen Entwicklung von Kindern spielen. Diese Theorie vertritt Sean Grover, Autor des Buches "When Kids Call the Shots".

Zu viele Geschenke? Das sind die Folgen!

Laut dem erfahrenen Psychotherapeuten können Kinder, die man materiell zu sehr verwöhnt, zu tyrannischen, ängstlichen oder manipulativen Heranwachsenden und schließlich Erwachsenen werden. Denn sie haben gelernt, dass je unangenehmer sie werden, desto wahrscheinlicher ist es, dass sie ihre Wünsche durchsetzen.

Sogar das Selbstbewusstsein kann leiden

Eine Studie der University of Missouri zufolge, entstehen bei Kindern, die immer mehr wollen, später Abhängigkeiten und psychische Probleme - so neigen reich beschenkte Kinder oftmals zur Kaufsucht, Verschuldung oder auch Glücksspielen. Denn die Freude über ein Geschenk ist schon als Kind immer nur extrem kurz und man ist immer auf der Suche nach Neuem und mehr.

Aber sogar das Selbstbewusstsein kann leiden. Schließlich wird dasselbe nicht über Geschenke und Besitztum vermittelt, sondern durch eine liebevolle Erziehung oder Beziehungen, die ein positives Selbstwertgefühl vermitteln. Wird Zuneigung nur durch Materielles ausgedrückt, kann das Selbstvertrauen von Kindern leiden.

Wie schenke ich besser?

Natürlich bedeutet dies nicht, dass man gar nichts mehr schenken soll. Aber Grover empfiehlt beispielsweise die Zahl oder das Budget für Geschenke zu limitieren. Und stattdessen lieber ganz genau hinzuhören, was die Kleinen sich wünschen und so Geschenke auszusuchen, die wirklich Freude auslösen und die dann über das ganze Jahr gewertschätzt werden. Ideal sind auch Zeit-Geschenke, wie gemeinsame Ausflüge oder Urlaube und damit gemeinsame Erinnerungen.

Darüber hinaus spricht er sich aus für Geschenke, die die Kreativität der Kinder und damit gleichzeitig ihr Selbstvertrauen stärken, wie beispielsweise Bastelsachen, Stifte, Instrumente, Sportsachen oder etwas dem Hobby der Kleinen entsprechend.

Schenken macht glücklicher, als beschenkt zu werden

Besonders schön ist es jedoch den Kindern zu vermitteln, dass Geben seliger ist denn Nehmen. Und laut wissenschaftlichen Studien sogar glücklicher macht, als Geschenke zu erhalten. Beispielsweise durch die direkte Weitergabe alter Spielsachen an ein Kinderheim oder an Bedürftige. Wem hingegen vor allem das Erhalten von Geschenken wichtig ist, der oder die wird später nicht zufriedener, sondern weniger mitfühlend und egoistischer.

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