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Karriere: Was auf Social Media erlaubt ist!

Durch Instagram und Co. verschwimmen Beruf und Persönliches: Kollegen und Chefs werden zu digitalen Freunden und sehen, was wir privat so treiben. Wir haben die wichtigsten Fragen dazu analysiert.


Karriere: Was auf Social Media erlaubt ist!
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Darf ich dann überhaupt noch Persönliches posten? Und wenn ja, wann und was? Wir liefern Antworten auf die dringendsten Fragen rund um Social Media und Job.

Darf man seine Vorgesetzten bei Stories blockieren?

JA. Auf Instagram, WhatsApp und Facebook kann man bei den Stories einzelne Personen sperren. Es muss ja nicht jeder sehen, was man am Wochenende so treibt, oder? Blöd nur, wenn in der Montagssitzung alle
darüber reden, und nur zwei Personen unangenehm berührt sind: Sie und Ihr Chef. Deshalb ist es besser, noch mal in sich zu gehen und zu überdenken, ob man etwas teilen möchte, was nicht jeder sehen sollte.

Darf man die Freundschaftsanfragen vom Chef ignorieren? Oder sogar ablehnen?

JEIN. Man muss sich nicht verpflichtet fühlen, sie anzunehmen, aber die Freundschaftsanfrage einfach mal zu ignorieren, ist auch ein bissi blöd. Unser Tipp: Nimm die Einladung an, teile aber nur bestimmte Inhalte.

Darf man am Wochenende posten, was man will?

KLAR. Aber: Auch Chefs haben frei und scrollen durch Social-
Media-Kanäle. Und in der Freizeit vertritt man in gewisser Weise genauso seine Firma. Deshalb: Peinliches lieber für sich behalten, denn es gibt immer jemanden, der mit jemandem verlinkt ist.

Darf man von Dienstreisen veröffentlichen, was man will?

JEIN. Handelt es sich um eine vertrauliche Angelegenheit? Dürfen Mitbewerber von der Reise wissen? Alles, was Spekulationen auslösen könnte, sollte vermieden werden. Im Zweifelsfall: Lieber abwarten, mit dem Chef abklären und dann vielleicht zu einem späteren Zeitpunkt posten.

Darf man von der eigenen Firma einfach so verlinkt werden?

NEIN. Ein Arbeitgeber darf nicht ohne Zustimmung des Mitarbeiters Fotos veröffentlichen. Das betrifft jede Art der Veröffentlichung, sogar im Intranet. Möchte man allerdings Bilder vom Unternehmen posten, verhält es sich umgekehrt: Will der Chef seine Company nicht auf Facebook und Co. sehen, muss er es ausdrücklich verbieten. Das gilt natürlich nicht für sensible Daten.

Darf man sich online über die Arbeit beschweren?

LIEBER NICHT. Es wäre auf jeden Fall besser, es mit einer Freundin oder den Kollegen zu besprechen, statt es gleich mit allen zu teilen. Denn Posts – auch "nur§ in den Stories – sind nachhaltiger als kurzzeitige Emotionen. Sogar das Liken von beleidigenden Postings kann schon mitunter ein Kündigungsgrund sein.

Darf man Seiten von Konkurrenten liken?

PUH. Sofern es nicht anders mit dem Arbeitgeber besprochen wurde, ist es eine ethische Angelegenheit. Ein Like ist schnell vergeben – dabei sollte man genau hier aufpassen.

Darf man während der Arbeitszeit in den sozialen Medien sein?

JEIN. Das ist jetzt sehr, sehr hart: Rechtlich gesehen darf der Arbeitgeber (mit Ausnahme von dringenden persönlichen Telefonaten) die private Nutzung von Smartphones einschränken oder ganz verbieten. An alle Chefs: Laut dem Pew Research Center wird Facebook am meisten für beruflicheAktivitäten benutzt – sogar mehr als LinkedIn. 24 Prozent nutzen soziale Plattformen, um Arbeitsbeziehungen zu verbessern – 20 Prozent, um lösungsorientierte Infos zu geschäftsbezogenen Problemen zu erhalten.

Darf man im Krankenstand online sein?

JA. Alles, was den Heilungserfolg nicht hindert, ist erlaubt. Man darf ja schließlich auch bei einer Erkältung spazieren gehen – also warum dann nicht auf Social Media rumsurfen? Was Sie jedoch nicht tun sollten: mit einem Bandscheibenvorfall Fotos vom Umzug posten – aber das erklärt sich von selbst, oder?

Darf man aufgefordert werden, für die Firma auf Social Media Werbung zu machen?

NEIN. Chefs dürfen niemanden dazu zwingen, mit dem eigenen, privaten Profil Werbung fürs Unternehmen zu machen. Auch die Teilnahme an diversen Social-Media-Aktivitäten der Firma kann nicht verlangt werden. Wenn, dann alles nur auf freiwilliger Basis.