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Studie: Social Media wirkt wie ein Suchtmittel

Wir haben es ja schon geahnt, aber dass so viele Menschen nicht mal eine Woche lang auf Social Media Kanäle verzichten können, ist echt ein Problem.

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zwei frauen handy social media
© Photo by rawpixel on Unsplash

Sieben Tage ohne Social Media Kanäle: Dies verursacht bei vielen Personen Entzugserscheinungen, hat jetzt eine österreichische Studie herausgefunden. Ähnlich wie bei einem Suchtmittel entwickeln Menschen, die auf Facebook, WhatsApp, Instagram und Co verzichten müssen, eine regelrechte Gier nach den Kanälen. Eine Gier, die sich nicht unterdrücken können. An der Studie haben 152 Personen teilgenommen, von denen 90 Personen während der Woche rückfällig wurden.

Aufgabenstellung: Eine Woche ohne Social Media

152 Personen - eigentlich sind das fast zu wenige, um eine allgemeingültige Aussage treffen zu können. Doch laut den Forscher der Karl Landsteiner Privatuniversität Krems ist die Teilnehmerzahl einer der interessantesten Punkte an der Studie. Denn anfangs hatten über 1.000 Personen Interesse an einem siebentägigen Social Media Verzicht gezeigt. Doch je näher die Studie kam, desto mehr Personen sprangen schon im Vorfeld ab. Und so blieben nur 152 übrig, von denen mehr als die Hälfte nicht einmal eine Woche ohne den sozialen Kanälen aushalten konnte.

Abhängigkeit: Nach 7 Tagen traten Entzugserscheinungen auf

Der Verzicht führte laut den Forscher zu wahren Entzugserscheinungen bei den Testpersonen. Diese waren ähnlichen Ausmaßes, wie jene die beim Konsum von Suchtmitteln auftreten. Die TeilnehmerInnen entwickelten eine - messbare - Gier nach den sozialen Kanälen, die am stärksten ausgeprägt war, wenn sie dann wieder Social Media benutzen durften.

Warum sind wir so süchtig nach Social Media?

Das Forschungsteam hakte natürlich bei den TeilnehmerInnen nach, warum sie so ein Verlangen nach den sozialen Medien haben. Ein wichtiger Punkt war der soziale Druck. Diesen empfanden die Testpersonen als besonders gesteigert, da sie das Gewühl hatten, von der Kommunikation mit ihren FreundInnen ausgeschlossen zu sein. Und das, obwohl es ihnen erlaubt war, SMS oder E-Mails zu schreiben. Ein weiterer Aspekt war die Langeweile, die ebenfalls als quälend empfunden wurde.

Laut den Forschern sind die sozialen Medien schon so gut in unseren Alltag integriert, dass wir ohne sie das Gefühl haben, nicht kommunizieren zu können und kein Teil der Gruppe zu sein.

Wie kann ich meinen Social Media Konsum reduzieren?

Social Media achtsam verwenden Wer Social Media Kanäle für seine Arbeit verwendet, kann jetzt schwer auf sie verzichten. Doch zumindest nach Feierabend kann man achtsamer mit den Kanälen umgehen. Das Handy auch mal weglegen und den Computer abdrehen! Wer wissen will, wie viel Zeit man vorm Smartphone verbringt, hat mit dem neuen iOS auf allen iPhones die Möglichkeit, die Bildschirmzeit abzufragen und dort auch Reminder für bestimmte Apps zu setzen!

Wochenende= Miniversion des digitalen Fastens Zwei Tage an denen man sich die Zeit frei einteilen und auch mal auf der faulen Haut liegen kann? Nutzt diese Pausen auch für ein Mini-Digital-Detoxing! Lasst das Handy einfach mal liegen und macht Dinge, zu denen ihr unter der Woche nicht gekommen seid. Gebt euren FreundInnen Bescheid, dass ihr nicht häufig aufs Handy schauen werdet, damit diese nicht überrascht sind, dass ihr euch nicht sofort meldet. Und geht auch mal ohne Smartphone außer Haus! Bei einem netten Spaziergang oder einem Shoppingtrip muss das Gerät wirklich nicht immer dabei sein.

Digital Detox gegen Social Media Sucht

Lebt im Hier und Jetzt! Konzentriert euch immer nur auf das, was ihr gerade macht. Fast jeder hat während dem Netflixen schon mal ein Handy in der Hand gehabt und das ist nicht gut! Denn so verlernt man, sich nur auf eine Sache zu konzentrieren. Lasst das Handy liegen, wenn ihr einen Film schaut, mit dem Partner beim Abendessen sitzt oder aufs Klo geht. Denn wenn ihr immer schnell mal auf Facebook & Co schaut, nur weil die S-Bahn erst in drei Minuten kommt, trainiert ihr euch selbst die Langeweile-Toleranz ab. Und das ist doch wirklich schade!

Digital Detox - so geht's! Kurzfassung: 2 Tage Vorbereitung - 7 Tage Detox - 5 Tage Aufbau. Ja, diese Prozedur dauert etwas länger und verlangt echtes Engagement, doch ihr könnt es schaffen! Die genaue Anleitung findet ihr hier.

Wenn alles nicht hilft: Ab in die Box! Du kannst dein Smartphone nicht loslassen, selbst wenn du alle neuen Insta-Postings schon zweimal gesehen hast? Dann wird es Zeit, dein Handy der Zwangsverbannung auszusetzen! Unsere Kollegin hat zu diesem Zweck eine Box mit Zeitschaltuhr ausgetestet. Ob es ihr geholfen hat, lest ihr hier.