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Bräunen, Lichtschutzfaktor & Co.: Alles, was du wissen musst!

Endlich Sommer! In unserem umfassenden Suncare-Guide, erstellt mit Dermatologe Dr. Markus Dawid, erfährst du alles Wissenswerte rund um das Thema Sonnenschutz.

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Endlich lässt sie sich blicken, die Sonne! Damit's nicht nur unseren Gemütern, sondern auch unserer Haut strahlend damit geht, haben wir in unserem umfassenden Suncare-Guide alles Wissenswerte rund um die Themen SPF & Bräune zusammengetragen. Mit am Sonnendeck: Hautarzt Dr. Markus Dawid.

Wie finde ich den richtigen Lichtschutzfaktor?

Um herauszufinden, wie lange man möglichst sorglos in der Sonne verweilen darf, ist es wichtig, die Eigenschutzzeit der Haut zu kennen - jene Zeit, in der die Haut der Sonne ohne Schutz ausgesetzt werden darf. Multipliziert mit dem LSF, erhält man so die unbedenkliche Verweildauer in der Sonne. Beträgt die Eigenschutzzeit der Haut etwa 10 Minuten und man verwendet LSF 30, dann sind bis zu 300 Sonnen-Minuten möglich. ExpertInnen raten aber dazu, diese Zeit zu maximal 60 % auszuschöpfen, da Creme oft nicht in ausreichender Menge aufgetragen wird.

  • Typ 1: Sehr helle Haut mit meist rötlichem oder hellblondem Haar. Eigenschutzzeit: 10 Minuten
  • Typ 2: Ebenfalls helle Haut mit meist blondem bis hellbraunem Haar. Eigenschutzzeit: 10-20 Minuten
  • Typ 3: Helle bis mittlere Hautfarbe, blondes bis schwarzes Haar. Eigenschutzzeit: 20-30 Minuten
  • Typ 4: Leicht gebräunter, olivfarbener Hautton, meist dunkles Haar. Eigenschutzzeit: 45 Minuten
  • Typ 5: Dunklere Haut mit einem leicht grauen Unterton. Eigenschutzzeit: 60 Minuten
  • Typ 6: Dunkelbraune bis schwarze Haut mit schwarzem Haar. Eigenschutzzeit: 90 Minuten

Worin liegt der Unterschied zwischen UVA- und UVB-Strahlen? Was passiert hier mit der Haut?

UVB-Strahlen sind hauptverantwortlich für die Entstehung von Sonnenbrand. Sie dringen lediglich bis in die Oberhaut ein. UVA-Strahlen hingegen gelangen bis in die zweite Hautschicht, weshalb sie als Hautkrebs-Verursacher gelten. Zudem führen sie zu sonnenbedingter Hautalterung.

Woran erkenne ich eine Sonnenallergie?

Durch die langwelligen UVA-Strahlen werden Zellen in der obersten Hautschicht aktiviert. Dadurch kann eine Dermatitis ausgelöst werden. Häufig ist hier die Rede von der sogenannten Polymorphen Lichtdermatose, kurz PLE. Um Sonnenallergie zu vermeiden, sollte die Haut langsam an die Sonne gewöhnt werden und insbesondere am Wasser beziehungsweise in den Bergen zu einem möglichst hohen LSF gegriffen werden.

Brauchen die Lippen speziellen Schutz?

Unbedingt! Denn sie weisen ein deutlich höheres Hautkrebsrisiko auf als alle anderen Körperstellen. Mittlerweile gibt es aber praktische Kombi-Tuben, in denen sich sowohl Sonnencreme als auch Extrapflege für die Lippen befindet. Beim Eincremen sollte der Unterlippe ganz besondere Aufmerksamkeit geschenkt werden, da sie der Sonne am stärksten ausgesetzt ist.

Gibt es auch nachhaltige Sonnenpflege?

Eindeutig ja! Im Bereich der Sonnenpflege spielt die Umwelt eine wichtige Rolle. In Hawaii gilt seit Jahresbeginn sogar ein Verbot für Sonnenschutz mit Inhaltsstoffen wie Oxybenzonen oder Octinoxaten. Gut, dass korallenfreundliche Formulierungen wie in der "Waterlover"-Linie von Biotherm (Sonnencreme mit LSF 50+ um € 30,95, bei Douglas) auf dem Vormarsch sind.

Wie wird die Haut nach dem Sonnenbad optimal gepflegt?

Durch eine hauttypgerechte Reinigung können Cremerückstände super entfernt werden. Statt Granulat-Peelings empfiehlt Dr. Dawid, zu Feuchtigkeitsseren und dem Klima entsprechenden, kühlenden Produkten zu greifen, wie beispielsweise Gels oder Lotions.

Schützen Wolken oder Autoscheiben vor Sonnenbrand?

Natürlicher UV-Schutz existiert zwar, allerdings beschränkt sich dieser auf Bäume oder andere schattenspendende Objekte. Die Wolkendecke hingegen schwächt die UV-Strahlung zwar bedingt ab, birgt aber die Gefahr, sich dennoch einen saftigen Sonnenbrand zu holen. Auch im Auto sollte nicht auf Sonnencreme verzichtet werden, da lediglich die Frontscheibe vor Sonneneinstrahlung schützt, nicht jedoch die Seitenfenster. Hier kann allerdings durch den Einsatz spezieller Tönungs-oder Sonnenschutzfolien gegengesteuert werden.

Bekomme ich genug Vitamin D trotz Sonnencreme?

Unser Körper bildet Vitamin D selbst. Streng genommen ist dieses ein Hormon und für unseren Knochenaufbau und viele andere Vorgänge im Körper bedeutend. Dafür brauchen wir allerdings UVB-Strahlen, die jedoch wiederum Hautkrebs begünstigen. Jetzt aber bloß nicht auf Sonnenschutz verzichten! Der blockt nämlich nicht 100 Prozent der Strahlung. Ein Teil dringt trotzdem durch. Und dieser reicht aus, um das wichtige Vitamin zu bilden. Also: Stay safe!

Funktionieren UV-Warn-Sticker?

Der absolute Gamechanger in Sachen Sonnenschutz sind die neuen "UV-Warn-Sticker" von safer SUN (vier Stück um €3,95, z. B. bei Bipa), die mittels Farbwechsel unseren Schutzstatus anzeigen. So funktioniert's: Aufkleben und Sonnencreme auftragen, vor dem Verreiben etwa 30 Sekunden am Sticker einwirken lassen. Wenn nun UV-Strahlung auf die Haut durchdringt, und sich der Aufkleber violett färbt, ist nicht ausreichend Sonnenschutz aufgetragen. Helles Lila heißt wenig Schutz. Bleibt der Sticker transparent, ist man bestens geschützt.

Wie schützt man die Kopfhaut?

Leider wird die Kopfhaut beim Einschmieren viel zu oft vergessen! Dabei bedarf sie ganz besonderer Aufmerksamkeit - nicht nur, weil ein Sonnenbrand auf dem Haupt höllisch schmerzt. Im schlimmsten Fall kann er sogar zu Haarausfall führen. Aber nur keine Panik! Dem kann vorgebeugt werden. Entweder mit coolen Kopfbedeckungen (mehr dazu hier) oder einem hohen Dutt, da hier kein sonnenbrand-anfälliger Scheitel gezogen wird. Auch gut: transparentes Sonnenspray. Das fettet nicht und lässt sich zudem punktgenau auftragen.

Öl, Spray, Gel oder Creme: Welches Produkt passt zu mir?

Geschmackssache! Dr. Dawid empfiehlt "ab dem Teenageralter leichte Produkte. Bei Akne ölfreie, mattierende oder transparente Formeln, die an heikler Kleidung keine Flecken hinterlassen. Am Strand zählt ein hoher UVA-Filter, die Textur ist Nebensache." Faustregel für alle: 2 Milligramm Produkt pro Quadratzentimeter Haut, damit der angegebene LSF schützt. Einfacher: etwa zwei Esslöffel für den Körper und 1 Teelöffel fürs Gesicht.

Muss ich bei wasserfesten Produkten nachcremen?

Man glaubt es kaum, aber: JA! Wasserfeste Produkte sind nämlich nicht wasserunlöslich. Gemäß internationaler Definition bedeutet "wasserfest", dass nach zwei Bädern von 20 Minuten immer noch ein UV-Schutz von 50 Prozent gegeben ist. Aber wir dürfen nicht vergessen: Auch durch Reibung beim Abtrocknen, durch die Kleidung, Schwitzen und auch durch Sand wird er verringert. Also unbedingt nachcremen, um den Schutz in voller Stärke zu erhalten.

Kommt der Sonnenschutz über oder unter das Make-up?

Es gilt die Reihenfolge: Feuchtigkeitsspendende Tagespflege, Sonnencreme, Make-up. Vor der Foundation aber mindestens 15 Minuten warten, damit die Haut die Wirkstoffe voll aufnehmen und Schutz aufgebaut werden kann. Achtung bei Make-up oder Tagescremen mit integriertem Lichtschutz! Studien zeigen, dass wir diese zu sparsam auftragen, wodurch der am Produkt angegebene Schutzwert nicht eingehalten wird.