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Moderatorin Visa Vie zeigt auf, wie schlimm das Leben mit Akne wirklich sein kann

Pickel in der Pubertät hatte wahrscheinlich jeder, bei manchen Menschen verschwinden Hautunreinheiten und Akne allerdings nicht - was das bei Betroffenen auslöst, darüber sprach jetzt die deutsche Moderatorin und Rapperin Visa Vie alias Charlotte Mehllahn

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Moderatorin Visa Vie zeigt auf, wie schlimm das Leben mit Akne wirklich sein kann
© Aestomed

"Das hier ist für mich mit Abstand das Unangenehmste, was ich jemals öffentlich getan hab", so fängt der Instagram-Post von DJane und Moderatorin Visa Vie alias Charlotte Mellahn an, der nach nur 15 Stunden knappe 19.000 Likes generiert hat. Die 32-Jährige spricht in dem Posting offen über ihren jahrelangen Kampf mit einer besonders schweren Form der Akne. Visa Vies will mit dem Text langfristig Menschen für dieses Thema sensibilisieren - auch wenn sie, wie sie selbst schreibt "damit anderen Betroffenen vielleicht nicht direkt helfen kann".

Während Pickel und Hautunreinheiten durch die hormonellen Veränderungen in der Pubertät zwar nervig, aber eben auch ziemlich normal sind, ist die sogenannte "Spät- oder Erwachsenenakne" - im Fachjargon "Akne tarda" genannt - eine besonders große Belastung. Dabei nach die Anzahl der erwachsenen Akne-Betroffenen in den letzten Jahren laufend zu. Mittlerweile wird davon ausgegangen, dass über 30 Prozent aller 25- bis 45-Jährigen mit Spätakne zu tun haben.

"Ich dachte mehrfach, ich muss sterben - und habe das Medikament trotzdem nicht abgesetzt"

Wenn Cremes, besondere Pflege, Fruchtsäurepeelings, Lichttherapie, ausgewogene Ernährung und spezielle Kosmetiktherapien nicht bei der Spätakne nicht anschlagen wollen, sehen manche Betroffene eine medikamentöse Behandlung, die wegen ihrer verheerenden Nebenwirkungen sehr umstritten ist, als letzten Ausweg. So auch Charlotte Mellahn. In ihrem Posting beschreibt sie ständige Kopfschmerzen, tägliches Nasenbluten, Gelenkschmerzen, Luftnot, Seh- und Hörstörungen und starke Gewichtszunahme: "Ich dachte in dieser Zeit mehrfach, dass ich sterbe und habe das Medikament trotzdem nicht abgesetzt." und schreibt weiter: "Ich erzähle euch das nicht, um Mitleid zu erhaschen, sondern weil ich zeigen möchte, wie bodenlos die durch die Akne entstehende Verzweiflung sein muss, wenn man seinem Körper eine solche Tortur (freiwillig) antut."

Das ganze Posting hier

Dass Akne für Betroffene eine derart große Last sein kann, bestätigen auch Studien. Schwere Akne wird so auch mit Depressionen in Zusammenhang gebracht. Manche Menschen schämen sich derart für ihr Hautbild, dass sie sich überhaupt völlig isolieren und nicht mehr am gesellschaftlichen Leben teilnehmen.

"Es geht bei dieser Krankheit eben nicht um ein paar Pickel, die jeder mal hat, sonder tagtäglich um schwere, schmerzhafte Entzündungen, die teilweise sogar operativ behandelt werden müssen, um tiefe, offene Wunden, für jeden sichtbar, dazu das Unverständnis und der Ekel von Außenstehenden, den daraus resultierenden Selbsthass, der wiederum zur sozialen Isolation und nicht selten zu starken Depressionen führt", fasst es Visa Vies zusammen.

Sie selbst geht nach 11 Monaten medikamentöser Therapie erstmals ungeschminkt aus dem Haus und fühlt sich frei: "Ich möchte keine Werbung für das Medikament machen, es kommt direkt aus der Hölle", sagt sie. Trotzdem hätte sie diesen "Höllentrip" lieber schon 10 Jahre früher gewagt: "Ich hätte mir dadurch sehr viele körperliche und emotionale Schmerzen und einsame Stunden in meiner Wohnung erspart."

Über Body Empowerment und Social Media

Den trotz Body Empowerment und Social Media-Kampagnen, sind vermeintliche Makel und optische Unvollkommenheit unserer ästethischen Wahrnehmung scheinbar noch ein Dorn im Auge. Gegen diese Stigmatisierung will die Moderatorin jetzt öffentlich kämpfen: "Ich wünsche mir so sehr, dass diese Krankheit irgendwann weniger verharmlost wird, dass Menschen begreifen wie groß der Leidensdruck von Aknepatienten sein kann und aufhören, Betroffenen die Schuld zu geben."

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