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Späte Schwangerschaft? - Gut fürs Kind!

Mit 40 oder älter Mutter zu werden, gilt als riskant. Doch neue Studien zeigen, dass eine späte Schwangerschaft durchwegs gute Auswirkungen auf das Kind hat.


Späte Schwangerschaft? - Gut fürs Kind!

Überwiegt das Risiko - oder die positiven Aspekte

© iStockphoto

Als Hollywood-Star Halle Berry mit 47 Jahren nochmals schwanger wurde, rauschte es in US-Medien. In dem Alter noch Mutter zu werden, das sei ein enormes Risiko für das Kind. Und tatsächlich haben zahlreiche Untersuchungen nachgewiesen, dass eine späte Schwangerschaft die Gefahr steigert, dass das Baby mit Down-Syndrom zur Welt kommt oder später an Diabetes, Bluthochdruck oder Alzheimer erkrankt.

Späte Schwangerschaft: Nur Risken – oder auch positive Effekte?

Aber gibt es nur negative Effekte, wenn eine Frau mit über 35 Jahren Mutter wird? Nein. Kinder profitieren davon, wenn ihre Mütter sie erst spät bekommen. Zu diesem wirklich faszinierendem Ergebnis kommt eine aktuelle Studie des Max-Planck-Instituts für demografische Forschung (MPIDR) in Rostock und der London School of Economics (LSE).

Dafür werteten die Forscher die Daten von mehr als 1,5 Millionen schwedischen Männern und Frauen aus, die zwischen 1960 und 1991 geboren wurden. Für die Analyse herangezogen wurden die Körpergröße, die Fitness, der Schulabschluss und der Bildungsstand der Menschen.

Kinder späterer Mütter sind fitter und klüger

Das Ergebnis widerspricht dem Mythos vom schwächlichen Kind Spätgebärender. Wurde die Mutter erst mit 40 schwanger oder war bei der Geburt älter als 40, so waren diese Kinder später größer, körperlich fitter, sie erzielten bessere Schulnoten und besuchten auch häufiger eine Universität als die Kinder jüngerer Mütter (den schlechtesten Bildungsstand hatten übrigens Kinder von Frauen, die vor ihrem 25. Lebensjahr Mutter geworden waren).

Um ihre statistischen Ergebnisse nochmals zu überprüfen, verglichen die Forscher auch die Daten von Geschwistern mit den gleichen biologischen Eltern. Diese wachsen unter nahezu denselben Bedingungen in derselben familiären Umgebung auf, ihr Erbgut ist zu 50 Prozent ident.

"Auf diese Weise konnten wir die Bedeutung des mütterlichen Alters bei der Geburt des Kindes herausstellen," so Studienleiter Mikko Myrskylä (Direktor des MPIDR). "Und zwar unabhängig von anderen Faktoren, die die Ergebnisse verfälschen könnten."

Warum wirkt sich das höhere Alter der Mutter so gut aus?

Aber was ist nun ausschlaggebend dafür, dass die Kinder älterer Mütter im Schnitt fitter, größer und gebildeter sind? Die Erklärung der Forscher: Die Lebensbedingungen verbessern sich mit jedem Jahr – und damit auch die Startvoraussetzungen für Kinder, die später geboren werden.

Eine Frau, die beispielsweise im Jahr 1950 geboren wurde und im Alter von 20 Jahren ein Kind bekam, brachte dieses 1970 zur Welt. Hätte dieselbe Frau ihr Kind erst mit 40 Jahren bekommen, wäre dieses im Jahr 1990 geboren. Diese 20 Jahre machen einen gewaltigen Unterschied aus. Das Gesundheits- und Bildungswesen haben sich verbessert, auch die sozialen Bedingungen (selbst wenn das Demagogen anders sehen wollen) sind wesentlich rosiger.

Man müsse eine andere Sichtweise auf das fortgeschrittene Alter von Müttern entwickeln, so Myrskylä: „Werdenden Eltern ist fast immer bewusst, welche Risiken mit einer späten Schwangerschaft einhergehen – die positiven Effekte kennen sie hingegen kaum.“

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