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Spare (deine) Energie

Dass man den Strom aus der Steckdose nicht verschwenden soll, ist uns bewusst. Was aber ist mit der eigenen Antriebskraft? Mit ihr gehen wir oft extrem sorglos um. Erfahre hier, wie äußere und innere Einflüsse ganz heimlich unsere Batterien leeren.

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Spare (deine) Energie
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Der Punkt kommt irgendwann, an dem man sich’s eingestehen muss: Ich fühl mich ständig müde, erschöpft und lustlos. Nicht gut für die Lebensqualität, nicht gut fürs Immunsystem. Anscheinend hat irgendetwas den inneren Akku manipuliert. Der Saft läuft kontinuierlich aus. Die Frage ist: Was tun? Und wenn wir jetzt mal Krankheiten weglassen und auch die hinlänglich aufgezeigte falsche Ernährung, bleibt immer noch genug, das uns Kraft rauben kann. Oft heimlich und leise. Also: Auf die Suche machen nach den diversen Lecks und bewusst Strom sparen. Den eigenen nämlich. Wir haben uns nach Energieräubern umgeschaut.

Schlecht bestrahlt

Neutralisieren. Kommen wir zuerst mal heim. In die eigene Wohnung. Unser Rückzugsort, wo wir abschalten und relaxen. Aber Achtung: Elektromagnetische Felder können einem den Spaß gründlich verderben. "Die kann man messen", so Peter Tappler, Sachverständiger für Schadstoffe in Innenräumen. "Hochspannungsleitungen in der Umgebung, Handymasten, aber auch Elektroinstallationen in Haus und Wohnung können die Felder erzeugen." Leitungen unter der Erde sind oft besonders gemein. "Weil man sie nur schwer erkennt", so Tappler. Dazu, wie krank die gemessenen Felder und Strahlen wirklich machen "gibt es keine eindeutigen Studien“, so der Experte vom IBO (Institut für Baubiologie und Bauökologie), "aber schlecht ist es sicher nicht, die Felder zu reduzieren." Denn die Erfahrung zeigt, dass es vielen nach entstörenden Maßnahmen einfach besser geht. Mit speziellen Fenstergläsern, Maueranstrichen und Netzfreischaltern – sie schalten Leitungen, an denen gerade kein Verbrauchergerät angeschlossen ist, automatisch spannungsfrei – kann man schon einiges erreichen. Und wer sich auch noch um andere mögliche Schadstoffe in der Raumluft kümmert, von Schimmelbelastungen bis zu schädlicher Chemie in Baustoffen, erspart dem Körper viel Abwehrarbeit (innenraumanalytik.at).

Spartanisch schlafen

Weg mit Firlefanz. Im Schlafzimmer brauchen wir sie am wenigsten, die Störfelder. Hier verbringen wir jeden Tag sechs bis acht Stunden im Bett und hoffen, dass erholsame Nachtruhe unsere Batterien neu auflädt. Aber leider ist oft das Gegenteil der Fall. Man wälzt sich unruhig hin und her und fühlt sich in der Früh wie erschlagen. Da kann Rosa Schwarzl, Präsidentin des "Verbandes für Radiästhesie und Geobiologie", etwas dazu sagen: "Erdstrahlen wie Wasseradern, geologische Unregelmäßigkeiten oder Kraftplätze von nahe gelegenen Kirchen usw. sind mögliche Störfaktoren im Schlafzimmer." Elektrosmog – verursacht etwa durch WLAN, Radiowecker, Elektrogeräte, Handy, Elektroheizungen – fördert auch nicht gerade das erholsame Träumen. Und wer das Schlafgemach auch noch mit allem möglichen Krimskrams anräumt, gibt dem Beauty-Sleep überhaupt den Todesstoß: "Alles raus!", rät Rosa Schwarzl, "Kuscheltiere, Ziersteine, die Ahnengalerie, spitze und glänzende Gegenstände und das ganze unterm Bett gelagerte Kramuri." Denn das lädt sich alles auf, gibt störende Energie ab. Ganz besonders schnell solltest du das Mitbringsel von der letzten Fernreise, die Kriegermaske oder den Drachen mit den goldenen Augen aus deinem Schlafgemach entfernen. Der sollte dich besser nicht jede Nacht "anstarren". Und ja, Spiegel sind auch besonders kontraproduktiv, weil sie Energie verstärken. "In einem Schlafzimmer muss ich gut schlafen, sonst nichts", bringt es Rosa Schwarzl auf den Punkt. "Das ist kein Repräsentationsraum und schon gar kein Abstellzimmer." Wenn Ihnen also geraten wird, das Bett wegen Wasseradern & Co. umzustellen, dann solltest du es der Gesundheit zuliebe tun. Aufgespürt werden die Störfelder von Radiästheten mit der Wünschelrute. Wobei es gerade auf diesem Gebiet nicht immer ganz seriös zugeht. Deshalb: Am besten vom Verband vermitteln lassen (radiaesthesieverband.at). Übrigens: Dort, wo dein Hund seinen Schlafplatz aussucht, ist bestimmt keine Reizzone, bei deiner Katze ist es genau umgekehrt.

Ausbrenner-Charts

Stress & Zeitdruck. Energie verpufft natürlich auch durch innere Einflüsse. Irene Galler, Persönlichkeits- und Bewusstseinscoach in Wien (ganzheitscoaching.at), kennt da einige Schwachstellen: "Reizüberflutung, Schnelllebigkeit, Oberflächlichkeit in Beziehungen, permanente Effizienzsteigerung, Angstverbreitung", das wäre so ein Package an Stressfaktoren aufgrund von „gesellschaftlichen Fehlentwicklungen“. Aber es sind noch mehr Ausbrenner am Werk: "Wenn uns der Sinn in dem, was wir tun, verloren geht, wenn wir einen Job ausüben, der uns nicht entspricht, ständig gegen die Realität ankämpfen, immer etwas sofort als gut oder schlecht bewerten oder dem Optimierungswahn verfallen. Oder wenn wir uns häufig Sorgen machen, Dinge vor uns herschieben, jammern, nicht nein sagen können, permanent in der Vergangenheit oder Zukunft leben. Alles mögliche Quellen für Energieverschwendung." Nehmen wir einen Punkt raus: die unerledigten Dinge. Die gehören zum Kapitel "Stress und Zeitdruck", einem Oberenergiefresser. Die Steuererklärung, der Zahnarzttermin, der unangenehme Anruf – wir schieben’s weg, und dann sitzt es uns äußerst ungemütlich im Nacken. Lieber einmal in den sauren Apfel beißen und durch. Und was den Stress betrifft, wären folgende Überlegungen hilfreich: "Ich muss nicht alles auf einmal machen, ich muss auch nicht perfekt sein. Es reicht, wenn ich die Küchenladen in drei Tagen auswische und nicht noch schnell, bevor ich zum Bahnhof hetze. Ich muss auch nicht alles selber machen, denn Delegieren macht froh! Und ich sage nein, wenn ich nein meine. Ich kann’s eh nicht allen recht machen!"

Wenn Energie staut

Kraft tanken. "Wenn ich mich nicht so zeige, wie ich bin, anders verhalte, wie ich gerne möchte, Emotionen und Gefühle sowie Herzenswünsche unterdrücke, entsteht eine Energieblockade im System", geht die Coachin noch weiter. "Das laugt enorm aus. Man kann sich vorstellen was passiert, wenn man permanent Energie zum Unterdrücken aufwenden muss." Es staut sich auch, "wenn zu viel Energie in Form von Reizen, Informationen, Anforderungen, Problemen oder menschlichen Begegnungen dem 'System Mensch" zugeführt wird." Man kann nur ein gewisses Maß auf einmal verarbeiten. "Überfütterung" bedingt Unruhe, Angst, Frustration, Chaosgefühle und "kann bis ins Burnout führen." Die Coachin rät: "Sich Zeit nehmen und ehrlich fragen: Was schenkt mir Energie, und was kostet mich Energie?" Von Ersterem dann möglichst viele Wiederholungen. Ob das jetzt Waldspaziergänge sind, Genießen von Stille, Spielen eines Instruments, Auspowern, Treffen mit Freunden oder regelmäßige Meditation.

Benzin abzapfen

Krafträuber. Apropos Freunde: Unter den lieben Mitmenschen gibt’s bekanntlich auch solche, die sich gerne an der Zapfsäule anderer bedienen. Das sind die, die einen stundenlang anjammern oder anquatschen, einen gar anschreien oder auch anschweigen. Die einen demütigen wollen oder Schuldgefühle einreden. Man hat Beklemmungsgefühle in ihrer Nähe. Und wenn man sich auch noch über sie ärgert, ist das ein sicheres Zeichen, dass einem erfolgreich Kraft gestohlen wurde. Aber Achtung: Man kann sich auch selbst schwächen. Ziehe negativen Gefühlen wie (Selbst-)Hass, Selbstzweifeln, Selbstmitleid und negativem Denken wie "Ich bin ein Versager" möglichst schnell den Stecker.

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