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Spenden gegen Hass im Netz: 100.000 Euro in drei Tagen

Sigi Maurer und ZARA haben gemeinsam einen Rechtshilfefonds gegen Hass im Netz ins Leben gerufen. Das war am Montag. Drei Tage später ist das Spendenziel bereits erreicht.

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Spenden gegen Hass im Netz: 100.000 Euro in drei Tagen
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Am Montag Vormittag stellten Sigi Maurer und ZARA bei einer Pressekonferenz den Rechtshilfefonds gegen Hass im Netz vor. Ziel war in einem ersten Schritt 50.000 Euro und längerfristig 100.000 Euro an Spenden über Crowdfunding auf respekt.net zu sammeln. Damit soll einerseits Sigi Maurers Prozess bzw. die Berufung gegen den Schuldspruch bezahlt werden, andererseits auch Beratung und Rechtsbeistand für andere Betroffene von Hass im Netz. Es zeigt sich, dass die Solidarität überwältigend ist: Heute, Mittwoch, ist das Spendenziel von 100.000 Euro bereits erreicht. Das zeigt nicht zuletzt, wie sehr auch die Sensibilität für das Thema gestiegen ist. Ob Maurer und ZARA das Spendenziel nach oben schrauben ist noch nicht entschieden, wir werden berichten, ob weiter gespendet werden kann.


Zuletzt hatten auch Umweltministerin Elisabeth Köstinger und Frauenministerin Juliane Bogner-Strauß (beide ÖVP) Unterstützung für Maurer signalisiert. Köstinger sprach gar von einem "unverständlichen Urteil", sie selbst habe zuletzt auch verstärkt mit Hass im Netz zu tun gehabt. Seit der Geburt ihres Sohnes im Sommer seien zu den üblichen Hassnachrichten auch noch jene hinzu gekommen, die über ihren Körper herziehen, also etwa, dass sie "fett" sei. Auf diese und andere derartige Botschaften reagierte Ministerin Köstinger auf Twitter ungewohnt direkt.

Frauenministerin Juliane Bogner-Strauß (ÖVP) pocht nun darauf, dass es eine rechtliche Grundlage geben müsse, um sich gegen Hass im Netz wehren zu können. Dabei verwies sie einmal mehr auf die "Taskforce Strafrecht" unter der Leitung von Staatssekretärin Karoline Edtstadler (ÖVP), die Mitte 2019 erste Ergebnisse liefern soll. Wie eine gesetzliche Grundlage ausschauen könnte ist aber noch nicht klar, es dürfte relativ schwierig werden 1:1-Kommunikationen im Strafrecht zu regeln.