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So helfen Spermien beim Kampf gegen Gebärmutterhalskrebs

Beladene Spermien, die Medikamente in die Gebärmutter transportieren? Klingt futuristisch, ist aber wissenschaftlich gesehen möglich.

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Sperma
© istockphoto.com

Gebärmutterhalskrebs ist eine Krebs-Form, die die oberflächlichen Zellen des Gebärmutterhalses angreift. In Österreich und allgemein in der westlichen Welt gehört der Gebärmutterhalskrebs zu den relativ seltenen Erkrankungen. Und durch frühzeitige Untersuchungen und den PAP-Abstrich kann die Krankheit gut diagnostiziert werden.

Trotzdem ist die Aufklärung noch dürftig, vor allem, wenn es um eine entsprechende Schutzimpfung, HPV-Impfung, geht. Obwohl die Impfung schon ab dem Alter von 9 Jahren empfohlen wird, gehört sie trotzdem nicht zu den bekanntesten Schutzmaßnahmen.

Flinke Spermien als Transporter.

Doch die ForscherInnen arbeiten nicht nur an besseren Impfungen, sondern auch an der Heilung der Krankheit. Und hier konnte nun ein großer Schritt in Richtung der Bekämpfung der Krebszellen gemacht werden. ExpertInnen der Technischen Universität Chemnitz und des Leibniz-Instituts in Dresden haben mit Spermien experimentiert. Diese stellten sich als Shooting-Stars der Versuche heraus.

Rinder-Spermien wurden mit einem sogenannten Tetrapod ausgestattet, der mit Eisen ummantelt wurde. So konnten die ForscherInnen die Spermien per Magnetfeld steuern. Dann wurden die flinken Dinger mit einem Medikament beladen, das zur Behandlung von Gebärmutterhalskrebs verwendet wird. Man steuerte das Spermium in Richtung der Krebszelle und setzte dort den Wirkstoff frei. Laut den Wissenschaftlern vernichtete der Wirkstoff die Krebszellen schon nach kurzer Zeit.

Spermien können nicht nur beachtliche Mengen transportieren, sondern sind darauf programmiert, sich schnell und zielstrebig zu bewegen. Die Wissenschaftler sind sich sicher, dass Forschungen in diese Richtung zu tollen Ergebnissen führen werden.