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Sperrt Twitter jetzt Donald Trump?

Hat der vermeintlich "mächtigste Mann der Welt" den Bogen jetzt endgültig überspannt? Wir würden diese Frage schon lange mit JA beantworten, aber wird es nun auch den Betreibenden hinter Donald Trumps geliebtem Twitter zu viel?

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Sperrt Twitter jetzt Donald Trump?
© 2020 Getty Images

Für eine Nachricht auf Twitter schien US-Präsident Donald Trump immer Zeit zu haben. Die letzten Jahre galt der Kurzbotschaftendienst als Lieblingsmedium des 73-Jährigen. Oftmals machte man sich darüber nur lustig, konnte nicht fassen, dass es sich dabei NICHT um einen Satire-Account handelte, aber aktuelle Tweets kann man nun tatsächlich als gewaltverherrlichend und rassistisch bezeichnen.

Nun wurde auch eines seiner Videos deaktiviert und man schließt sogar eine komplette Sperre nicht aus, sollte dieser weiterhin aufwiegelnde Botschaften wie zu den derzeitigen Protesten rund um den Todesfall des Afroamerikaners George Floyds veröffentlichen.

Der Tod des 46-jährigen George Floyd, der verstarb nachdem ihn ein Polizist neun Minuten lang am Hals zu Boden gedrückt hatte, ließ in den USA - und mittlerweile auch weltweit - hunderttausende Menschen auf die Straßen gehen, um gegen Rassismus und Polizeigewalt zu demonstrieren.

Twitter und Trump: Ist die Liebe vorbei?

Das entsprechende Video, welches die Reaktionen und Demonstrationen zeigte, war auf dem Account @TeamTrump erschienen, dem Account der Trump-Kampagne für die Präsidentschaftswahl 2020. Es enthielt Fotos und Videos aus sozialen Medien, darunter auch Gewaltszenen, unterlegt mit den Worten Trumps. Offiziell gelöscht wurde es aufgrund von Urheberrechtsbeschwerden.

Aber schon zuvor wurde Twitter gegen Nachrichten von Trump aktiv: So versah man beispielsweise einen seiner Tweets mit dem Hinweis, dass darin Fehlinformationen wären. Bei einem anderen wurde wegen Gewaltverherrlichung ein Warnhinweis verhängt.

Mittlerweile schließt der Strategie-Chef von Twitter, Nick Pickles, auch nicht mehr aus, den Account des US-Präsidenten komplett zu sperren, sollte dieser weiterhin aufwiegelnde Botschaften posten: "Jeder Twitter-Account ist an die Twitter-Regeln gebunden", so Pickles bei einer Anhörung im britischen Parlament.


Mit fast 82 Millionen Follower ist Twitter nicht nur sein liebstes digitales Spielzeug, sondern auch ein wichtiges Sprachrohr Trumps. Aber auch auf anderen Plattformen ist er aktiv. So wurde etwa von Seiten Snapchats ebenso eine Einschränkung angekündigt: Man wolle Trumps Beiträge in Zukunft weniger prominent zu platzieren, da man "kein Verstärker für Stimmen sein will, die rassistische Gewalt und Ungerechtigkeit anfachen".

Themen: Trump, Rassismus