Ressort
Du befindest dich hier:

Menstruation: Diese Athletin bricht ein Tabu!

Jazmin Sawyers ist Weitspringerin, Olympionikin. Als sie einen Wettkampf wegen Menstruationsschmerzen beendet, bricht sie ein Tabu im Spitzensport.

von

Menstruation: Diese Athletin bricht ein Tabu!
© 2016 Getty Images

Jazmin Sawyers ist Spitzensportlerin. Die britische Weitspringerin war Finalistin bei den Olympischen Spielen, ist seit ihrer Kindheit Athletin.

Jetzt brach sie mitten in einem entscheidenden Bewerb den Wettkampf ab – und bricht damit gleichzeitig ein Tabu im Spitzensport, wie sie auf Twitter erklärt:

"Eigentlich würde ich keine öffentliche Erklärung abgeben, wenn ich einen Wettkampf vorzeitig beende. Aber in diesem Fall handelt es sich um ein Thema, über das im Leistungssport viel zu selten geredet wird – obwohl wir es eigentlich müssten."

Jazmin weiter: "Etwa eine Stunde, ehe ich auf die Strecke gehen und antreten sollte, bekam ich meine Regel. An den ersten beiden Tagen der Menstruation gehe ich durch die Hölle. Der Schmerz strahlt vom Bauch in die Beine aus, ich habe Kopfweh, ich könnte weinen und schreien. "

Jazmin Sawyers bei einem Wettkampf

"All diese Zustände bekam ich, kurz bevor ich meine Bestleistung bringen sollte. Für eine Frau, die normale Menstruationsschmerzen hat, mag das absurd klingen. Aber bei wem sie extrem sind, der kann nachempfinden, wie plötzlich alles nur mehr krampft, sich die Beine nach außen zu wölben scheinen. In diesem Zustand kann ich meinen Sport unmöglich ausüben."

Und sie setzt nach: "Sehnenrisse, Krämpfe, Belastungsbrüche, mit einem Wort: Sämtliche Verletzungen werden im Spitzensport diskutiert, sie werden in den Medien als Gründe für eine schwächere Leistung akzeptiert. Aber es gibt etliche Sportlerinnen, die durch ihre Periode immer wieder eingeschränkt werden. Nur darüber will niemand sprechen."

Die Resonanz auf Sawyers Posting ist überwältigend. Nicht nur Sportlerinnen, sondern auch andere Frauen zollen ihr Respekt. Eine schreibt: "Deine Worte fassen zusammen, wie es mir seit 16 Jahren jeden Monat einmal geht."

Wie wirkt sich die Menstruation auf Sportlerinnen aus?

Auch die Tagesform von Sportlerinnen ist von ihrem Zyklus abhängig. Zu diesem Schluss sind Mediziner bereits gekommen. Zwar hilft Bewegung gegen die Unterleibskrämpfe, dennoch fühlen sich vor allem Frauen, die nicht hormonell verhüten, während ihrer Periode abgekämpfter und erschöpft.

Um ihre Periode am Wettkampftag zumindest zwischenzeitlich etwas zu verschieben, verwenden viele Spitzensportler deshalb die Pille oder einen Hormonring, mit dem sich der Zyklus etwas besser kontrollieren lässt. Meist wird die Periode dann bewusst vor den Wettkampf verlegt, damit die negativen Auswirkungen wie Müdigkeit und druckempfindliche Brüste noch nicht zum Tragen kommen. Die optimale Zyklus-Zeit für einen Wettkampf gibt es übrigens auch: Kurz vor dem Eisprung sorgt das Hormon Östradiol dafür, dass die Muskulatur stärker auf Belastung reagiert!

Doch auch der Sport selbst wirkt sich auf die Menstruation der Leistungssportlerinnen aus. Haben sie nur einen sehr geringen Körperfettanteil und trainieren extrem, dann kann die Periode auch mal ausbleiben. Wird nicht durch eine eisenreiche Ernährung vorgebeugt, kann dies langfristig zu einem Abbau der Knochenfestigkeit und damit zu Osteoporose führen.

Thema: Menstruation