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So "sprichst" du Stress weg!

Du stehst unter Dauerstress, dein Nervenkostüm ist angespannt, du reagierst zu oft emotional? Wie du mit deiner Wortwahl und Sprache entschleunigen kannst.

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So "sprichst" du Stress weg!

Atme kurz durch und überlege deine Wortwahl!

© iStockphoto

Es ist alles so anstrengend. Ich bin so irre gestresst, ich weiß gar nicht mehr, wo mir der Kopf steht. Der Stress mit meinem Freund ist zermürbend, ich finde alles nur mehr quälend.

Kommen dir diese Sätze bekannt vor? Uns schon. Es kommt leider immer wieder vor, dass man in einen Strudel gerät, immer verzweifelter wird und sich selbst nicht mehr am Haarschopf aus dem Sumpf ziehen kann. Alles wirkt nur mehr negativ – und das tun wir auch deutlich kund.

Doch damit tun wir uns leider erst recht nichts gutes. Denn mit Sprache können wir uns selbst programmieren. Negative Vokabeln wie "zermürbend", "quälend" oder "anstrengend" aktivieren unser Schmerzzentrum im Gehirn. Und wirken dort wie Nadelstiche. Wählen wir stattdessen positive Formulierungen, dann können wir Stress regelrecht wegreden, uns selbst beruhigen und harmonisieren.

Wie wir positiver sprechen:

1

"MÜSSEN" gibt es nicht mehr. "Ich muss das aber heute noch erledigen." Oder: "Ich muss mit XYZ sprechen." Das Wort "muss" ist nicht ungefährlich. Denn es setzt uns unwillkürlich unter Druck. Versuche ganz bewusst, deine Wortwahl zu ändern. "Ich will heute..." etwa setzt einen positiven Appell an dein Unterbewusstsein.

2

NICHT wird gestrichen. Neurologen und Sprachwissenschaftler haben herausgefunden: Unser Gehirn kommt mit Verneinungen nur schwer zurecht. Ein kleiner Beweis? Bitte sehr: "Denke jetzt nicht an eine rote Ampel!" - Diesen Satz kannst du nicht lesen oder sprechen, ohne nicht automatisch trotzdem an eine rote Ampel zu denken. Auch deshalb sollten wir versuchen, das Wort "nicht" möglichst zu vermeiden. "Ich will bei der Präsentation nicht rot werden!" sollte in "Ich will souverän sein" umgewandelt werden. Überleg' dir mal ganz bewusst, wann du dich sprachlich "klein" redest - und wie du dieses Muster änderst.

3

Lass dir bewusst Zeit. "Ich erledige das schnell" oder "Warte, ganz kurz, dann hab' ichs"... Wir versetzen uns mit Worten sehr leicht in Hektik, Stress und fühlen uns auf diese Weise getrieben. Programmiere dich um und denke dir: "Dafür nehme ich mir Zeit." Oder: "Wenn ich es in Ruhe und konzentriert mache, dann wird es auch besser."

4

Nimm Tempo raus. Du merkst, dass du in Gruppensituationen immer schneller als normal sprichst? Dass es den anderen schwer fällt, dir und deinen Gedanken zu folgen? Versuche bewusst langsam zu sprechen und kürzere Sätze zu machen. So kannst du dich besser sortieren, es sprudelt nicht einfach alles nur aus dir heraus, weil du dich bemühst in ganz kurzer Zeit ganz viel unterzubringen.

5

Vermeide kämpferische Sprache. "Ich wurde abgewürgt", "Ich nehme ein Projekt in Angriff", "Ich habe schon eine Idee im Visier". Unsere Sprache ist unglaublich martialisch. Und aktiviert in unserem Unterbewusstsein Aggressionen. Was eine Entschleunigung und Entspannung erschwert. "Ich will das Projekt umsetzen." Mit dieser Formulierung geht es automatisch leichter von der Hand.