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Stabilo highlightet vergessene Frauen der Geschichte

"Highlight the Remarkable"– so heißt die Kampagne einer Werbeagentur, die Frauen aus der Wissenschaft ehrt, die von der Geschichte vergessen wurden.

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Stabilo highlightet vergessene Frauen der Geschichte
© DDB

In den vergangenen Tagen kursierte ein geniales Werbe-Sujet in den sozialen Medien. Ein neongelber Stabilo-Stift highlightet Frauen, die von der Geschichte vergessen wurden. Die Kampagne ist das Ergebnis einer Kooperation zwischen dem Textmarker-Riesen und der deutschen Werbeagentur DDB, die sich dieses gelungene Sujet auf ihre Fahnen schreiben kann. Mit der Idee, ein klares Statement zu setzen, ging die Agentur auf ihren Kunden zu – und der war verständlicherweise sofort begeistert. Das bestätigt uns Christoph Pietsch, CMO der DDB. Die Werbung trifft den Zahn der Zeit und wurde – wie wir finden zu Recht – mit zwei Werbe-Löwen ausgezeichnet, einen in Silber, einen in Gold. Der Werbe-Löwe des "Cannes Lions International Festivals of Creativity" zählt zu den wichtigsten Preisen in der internationalen Kreativszene. Creative Officer war Dennis May. Die Agentur ist seit letztem Jahr mit dem Textmarker-Hersteller im Geschäft.

Worum gehts in der Kampagne?

Die Kampagne "Highlight the Remarkable" (z. dt. "Markiere das Bemerkenswerte") soll Frauen aus der Wissenschaft ehren, die Zeit ihres Lebens und auch heute noch viel zu wenig Beachtung für ihre Leistungen bekommen. So wird beispielsweise die Mathematikerin Katherine Johnson auf einem Schwarz-Weiß Bild voller Männer mit der typisch neongelben Farbe von Stabilo markiert. Sie hat die Flugbahnen der Apollo-11-Mission entscheidend mitberechnet. Ohne sie wäre die Mondlandung wohl anders verlaufen. Ihre Geschichte und die von anderen afroamerikanischen Frauen in der Wissenschaft wurde im Film "Hidden Figures – unbekannte Heldinnen" (2016) erzählt.

Österreichische Wissenschaftlerin wird ebenfalls geehrt

Aber Katherine Johnson ist nicht die einzige Wissenschaftlerin aus der Stabilo-Kampagne. Auch die ehemalige First Lady Edith Wilson ist in der Print-Werbung zu sehen. Sie leitete ganze anderthalb Jahre die Geschäfte ihres Mannes Woodrow Wilson, der damals sein Amt als Präsident der Vereinigten Staaten aufgrund eines Schlaganfalls nicht ausführen konnte. Und auch eine Österreicherin schaffte es in die Kampagne: Die Kernphysikerin Lisa Meitner. Sie konnte als erste die Kernspaltung richtig erklären. Den Chemie-Nobelpreis erhielt 1944 jedoch ihr Kollege Otto Hahn.

Wenig Beachtung in der Wissenschaft

In der Vergangenheit wurde den Wissenschaftlerinnen wenig Beachtung geschenkt. Wir haben beispielsweise hier darüber berichtet. An der Uni Wien wurden 1897 erstmals Frauen zum Studium zugelassen. Die erste ordentliche Professur wurde 1956 an die Physikerin Berta Karlik verliehen. Die Pionierinnen hatten es nicht leicht – besonders der Nationalsozialismus hielt die Entwicklung der Frauen in der Wissenschaft auf. Sie leisteten wichtige Beiträge, wurden von der Geschichtsschreibung aber meist links liegen gelassen, geschweige denn während ihrer Schaffenszeit für ihre Leistungen gewürdigt. Erst im Jahr 2016 wurden beispielsweise sieben Wissenschaftlerinnen im Arkadenhof der Uni Wien geehrt. Anlass war das 650-Jahr-Jubiläum der Universität. Davor war nur eine einzige Inschrift einer Frau gewidmet – Marie von Ebner Eschenbach.

Wir starren jetzt noch ein paar Stunden auf diese Werbung – sie ist einfach genial!

Thema: Feminismus