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Sterben für die Mode?

Bei einem Fabrikseinsturz in Bangladesch sterben 1127 Menschen und 2438 werden verletzt. Und das nur, damit wir günstiger shoppen können.

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Fabriksgebäude in Bangladesh eingestürzt
© Creative Commons - Rijans007

Am 24. April 2013 stürzt in Sabhar, etwa 25 Kilometer entfernt von der Hauptstadt Dhaka in Bangladesch, ein Gebäude ein. 1127 Menschen werden getötet und 2438 verletzt. Und das alles, damit wir in Europa und in den USA günstig shoppen können.

Denn bei der Herstellung von Textilien geht es einzig und allein um Gewinnmaximierung und daher leiden Sicherheit sowie Arbeitsrecht massivst. Die Katastrophe hätte verhindert werden können, wenn man Sicherheitsvorkehrungen eingehalten worden oder diese überhaupt vorhanden gewesen wären. Wenn nicht beim Bau des Gebäudes minderwertige Baumaterialien verwendet oder Bauvorschriften ignoriert worden wären. Wenn nicht tausende Menschen zu einem unwürdigen Lohn in diese Fabrik hinein gepfercht worden und zum Arbeiten gezwungen wären, obwohl es am Vortag bereits Warnungen aufgrund von Rissen im Gebäude gab und die Polizei den Zutritt eigentlich verboten hatte.

Es ist nicht das erste Mal, dass Textilfabriken in Bangladesch einstürzen oder Feuer darin ausbrechen und Menschen sterben. Aber scheins musste erst das Ausmaß der Tragödie unerträglich werden, damit irgendeine Reaktion hervorgerufen wird.

Schließlich ist die billig produzierende Textilindustrie ja bereits bekannt für ihre schlechten Arbeitsbedingungen und mangelhaften Sicherheitsvorkehrungen. Vor allem Frauen als Näherinnen leiden unter den teils verheerenden Bedingungen und sind dennoch wirtschaftlich gezwungen für einen Hungerlohn fast rund um die Uhr zu arbeiten.

Im Angesicht der Katastrophe, erklärte die Regierung in Bangladesch als auch europäische sowie US-amerikanische Abnehmerfirmen in Zukunft Kontrollen zu verschärfen sowie die Bedingungen in der Textilindustrie für die Arbeitenden zu verbessern. Ob dies wirklich umgesetzt wird, wird die Zukunft zeigen. Aber wir hoffen inständig, dass nicht zuerst wieder so viele Menschen sterben müssen, bevor Gesetzgebende und Wirtschaftstreibende Einsicht haben.

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