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Studie: Stillen gegen Übergewicht!

Eine Studie zeigt, dass Mutter und Kind in der Zukunft ein geringeres Risiko auf Übergewicht haben, wenn gestillt wurde.

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Stillen beugt Krankheiten vor - Studie Baby

Beeinflussen wir bereits in den ersten Lebensmonaten das Körpergewicht unseres Kindes?

© Thinkstock Images. Pic by Artranq.

Über das Thema Stillen wird seit Jahren leidenschaftlich debattiert. Die einen können nicht lange Stillen oder wollen es nicht, da sie so schnell wie möglich wieder arbeiten gehen wollen, die anderen halten Muttermilch für die beste Waffe gegen Krankheiten. Außerdem meinen Befürworter des Stillens auch, dass dadurch die Verbindung zwischen Mutter und Kind gefördert wird.

Laut einer Studie des Gesundheitsministeriums stillen Mütter in Österreich durchschnittlich 19 Wochen. Nur 6,8% aller Mütter haben nie gestillt. Sehr interessant ist das Stillverhalten nach dem Bildungsniveau der Frau: Je höher gebildet eine Frau ist, desto länger stillt sie.

Muttermilch gegen Krankheiten

Der Verband der Still- und Laktationsberaterinnen (IBCLC) in Österreich betont die Wichtigkeit der Muttermilch für das Baby und in weiterer Folge für das gesamte Erwachsenenalter des Kindes: "Stillen schützt nachhaltig vor Übergewicht und reduziert das Risiko für Adipositas im Erwachsenenalter um 25%. Das Immunsystem wird darüber hinaus optimal aufgebaut, was eine gesunde Basis schafft, um Allergien und Infektionen entgegenzuwirken. Bereits 20 – 30% aller europäischen Kinder leiden unter einer Allergie – Tendenz steigend!"

Stillen gegen Übergewicht

Stilldauer beeinflusst zukünftiges Gewicht des Kindes

Laut Moenie van der Kleyn, Leiterin des Instituts Hebammenwesen an der FH Joanneum, gibt es Hinweise aus der Forschung, dass kindliches Übergewicht durch die frühe prä- und postnatale Ernährung sowie durch die Gewichtszunahme der Mutter während der Schwangerschaft dauerhaft beeinflusst werden. Unter den Begriff der „metabolischen Programmierung“ fallen allerdings nicht nur Spätfolgen wie Übergewicht, sondern auch Diabetes, Herz-Kreislauferkrankungen, Bluthochdruck und Störungen der Gehirnentwicklung. „Wenn man bedenkt, dass Diabetes Typ II in Europa um 40% und in Asien sogar um 60% steigen wird, sollte man da ansetzen, wo man eine Krankheit verhindern kann und nicht erst dann reagieren, wenn nur mehr Symptome bekämpft werden können“, sagt van der Kleyn.
Es gibt bereits erste wissenschaftliche Hinweise darauf, dass späteres Übergewicht auf zu hohe Eiweißzufuhr im Kindesalter zurückzuführen ist. Eiweiß ist zwar ein wichtiger Makronährstoff, der für alle Körperfunktionen benötigt wird, es führt jedoch gerade bei einer Überdosierung im Alter zwischen 12 und 18 Monaten zu einem höheren Körperfettanteil im Alter von sieben Jahren. Dies betrifft besonders eine erhöhte Zufuhr von tierischem Eiweiß.
Bereits mit zwei Jahren kann man eine signifikant höhere Zunahme von Gewicht und Body-Mass-Index (BMI) bei Kindern erkennen, die mit proteinreicher Flaschennahrung gefüttert
wurden. Gestillte Kinder weisen im selben Alter Normalgewicht auf.
„Wir werden in den nächsten Jahrzehnten mit immer mehr Zivilisationskrankheiten konfrontiert. Einer der wichtigsten Faktoren, um dieser Entwicklung entgegenzusteuern, ist die optimale frühkindliche Ernährung – für eine verbesserte Gesundheit und Leistungsfähigkeit im Alter“, ist sich van der Kleyn sicher.

Laut der aktuellen Studie nimmt die Wahrscheinlichkeit für späteres Übergewicht bis zu einer Stilldauer von 9 Monaten mit jedem Stillmonat um etwa 4 Prozent ab.

Stillen hilft der Mutter beim Abnehmen

Nach der Schwangerschaft bereiten die zusätzlichen Kilos vielen Müttern Probleme. Ein Forscherteam aus Großbritannien hat herausgefunden, dass die Stillzeit sich auf das Körpergewicht der Frauen auswirken kann. In einer Studie mit über 740.000 Teilnehmerinnen konnten die Forscher feststellen, dass der Body-Mass-Index (BMI) pro Schwangerschaft zwar steigen würde, sich das Stillen der Säuglinge allerdings wieder gut auf das Übergewicht auswirkt. Bei den Frauen, die insgesamt mindestens sechs Monate lang gestillt haben, betrug der BMI nach den Wechseljahren rund 0,22 Punkte weniger als bei nicht stillenden Frauen. Hatten die Frauen insgesamt zehn Monate gestillt, so waren es im Vergleich sogar rund zwei Prozent weniger.

Weitere Informationen zum Thema Stillen und zur Fachtagung „Nachhaltigkeit in der Stillberatung“ sowie Anmeldung unter www.stillen.at.
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