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Warum das Foto einer stillenden Sportlerin viral ging

Stillen in der Öffentlichkeit ist eine heikle Sache. Als eine Sportlerin in der Umkleide ihr Baby fütterte, kassierte sie dafür nicht nur Lob.

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Bruststillen
© Serah Small via CNN

Während dem Eishockey-Match merkte Spielerin Serah Smalls, dass ihr Baby Hunger bekam. Also setzte sie sich mit dem Säugling in die Umkleide, wo sich ihre Teamkolleginnen vorbereiteten, und gab ihm die Brust. Ein Foto dieser Szene postete sie mit diesen Worten auf Facebook:

"Ich habe die Milch gespürt und mir die Zeit genommen, mein 8-wöchiges Baby zu füttern. Eine Mutter zu sein ist großartig und ich bin so glücklich etwas tun zu können, was ich liebe und gleichzeitig die Bedürfnisse meines Babys zu erfüllen. Unsere Körper sind unglaublich und dieses Wochenende war es das erste Mal, dass ich meinen eigenen wirklich zur Kenntnis genommen habe."

Das originale Posting von Smalls ist nicht mehr online, doch ihre Stillberatung Milky Way Lactation Services repostete es kurz darauf:

Auf dem Foto sieht man die Mutter mit Kind, mitten in einer Sportumkleide. Es ist ein alltägliches, aber gleichzeitig irgendwie ungewohntes Bild. Denn stillende Mütter sind Phantome unserer Gesellschaft: Sie sind unter uns, doch zu sehen bekommen wir sie nicht ganz so häufig. Natürlich ist es Geschmackssache, wo und wie man sein Kind füttern möchte, doch in den letzten Jahren (und sicherlich schon vor Zeiten der viralen Postings) ist offen stillenden Müttern ein gewisser Unmut entgegengebracht worden.

Da muss man sich nur einmal die Kommentare unter Facebook-Posts zum Thema Stillen in der Öffentlichkeit durchlesen. Frauen beschuldigen einander nicht zu wissen, wann das eigene Kind Hunger hat. Sie beschweren sich, dass die weibliche Brust ein sexuelles Objekt ist und nicht in die Öffentlichkeit gehört. Und sie verweisen auf die "gute alte Zeit", als sowas noch nicht möglich war.

Bruststillen
(c) Serah Smalls

Man darf diesen Frauen nicht vorwerfen, dass sie von Grund auf böse Trolls sind. Vielmehr ist es ein Problem unserer Gesellschaft, dass wir wieder mal aus einem der natürlichsten Dinge ein großes Tabu machen. Das hat natürlich auch damit zu tun, wie der weibliche Körper gesehen wird, nämlich als Objekt der Begierde. Und so gilt die Brust als eine der erotischsten Körperstellen. Klar, dass man diese Verknüpfung im Gehirn nicht innerhalb einer Millisekunde lösen kann.

Man muss an diesen Veränderungen feilen, daran arbeiten. So wie Serah Smalls es mit ihrem Facebook-Posting getan hat. "Ihr könnte Dinge tun, die ihr liebt. Ihr könnt sie tun, während ihr euer Kind stillt. Ihr müsst euch nicht eins von beiden aussuchen. Babys können eigentlich immer und überall gefüttert werden. Also tut das, was ihr liebt und haltet eure Babys nah bei euch. Dann seid ihr am Ende beide glücklicher." , ergänzte die Stillberatung Smalls Posting. Ein starkes Statement, das man sich als Mutter zu Herzen nehmen sollte!

Thema: Eltern

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