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Wen belästigt das?

Diese Grazer Fotografin will mit ihren Bilder zu mehr Akzeptanz für stillende Mütter beitragen. Denn nach wie vor ist stillen offenbar nichts Natürliches...

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Fotografie - stillende Mutter

Stillen ist das Schönste und Natürlichste der Welt!

© Tanja Stolz / www.lieblingsbild.at

In unserer Welt ist es völlig normal, dass auf Megaplakaten neben dem Supermarkt mit halbnackten Frauenkörpern für Burger oder Autowäschen geworben wird. Frauen, die in der Öffentlichkeit ihr Kind stillen sorgen aber für Aufruhr. Nach wie vor herrschen hitzige Diskussionen zu diesem Thema. Stillen, so scheint es, ist für viele noch nicht so natürlich... Das spüren vor allem Frauen dann, wenn sie zum ersten Mal Mutter werden. So ging es auch der Grazer Fotografin Tanja Stolz (www.lieblingsbild.at), die nun mit einem Fotoprojekt zeigen will, wie wunderschön stillende Mütter sind.

Aufs Klo geschickt

„Es ist mir nicht nur einmal passiert, dass ich in einem Restaurant oder Café dazu aufgefordert wurde, doch bitte auf der Toilette oder anderswo zu stillen, weil das die Gäste stören würde“, so die Fotografin und zweifache Mutter. "Es ist schon sehr fragwürdig, dass einer stillenden Mutter im öffentlichen Raum noch immer nicht der Platz eingeräumt wird, der ihr zusteht."

Jede Frau, die zum ersten Mal Mutter wird, muss mit den körperlichen und seelischen Veränderungen nach der Geburt fertig werden. Nicht selten sind junge Mamas verunsichert oder überfordert, weil sie nur das beste für ihr Kind wollen. Da ist es nicht hilfreich, wenn einen plötzlich Leute komisch anschauen oder dich gar aus dem Restaurant verweisen, weil du dein Kind füttern musst.

In den USA gibt es bereits eine großartige Kampagne, die das plakativ verdeutlicht, wie es sich anfühlt, wenn du mit deinem Kind auf die Toilette verwiesen wirst, um es dort zu stillen. "Would you eat here?" ("Würden Sie hier essen wollen?") lautet dazu der sehr treffende Slogan. Tanja Stolz findet diese Kampagne großartig. Gleichzeitig hat sie aber bemerkt, dass sich hierzulande noch viel zu wenige für die Rechte stillender Mütter einsetzen. "Egal ob das jetzt an der Bushaltestelle, im Gasthaus oder im Einkaufszentrum ist. Ich trinke doch auch, wenn ich Durst habe oder? Und da muss ich mich nicht verstecken. Ein Säugling trinkt nun mal von Natur aus Muttermilch. fertig."

Fotografie - stillende Mutter

Wo bekomme ich Unterstützung?

Sicher gibt es einige Frauen, die ganz selbstverständlich in der Öffentlichkeit stillen und auf die Meinung anderer Personen pfeifen. Aber viele empfinden eben gerade beschämende Blicke oder Kommentare als belästigend. „Das kann es ja echt nicht sein“, meint die Grazer Fotografin, die sich auf Neugeborene und Schwangere spezialisiert hat. „Ich will mit meinen Bildern deshalb zeigen, wie schön so eine stillende Mama sein kann. Das ist doch herrlich anzuschauen! Diese geballte Frauen-Power, wenn man bedenkt, was der Körper da täglich leisten muss… echt ein wahres Wunderwerk der Natur." Tanja weiß aus eigener Erfahrung, dass Stillen nicht immer nur angenehm und praktisch ist, sondern gerade am Anfang auch kompliziert und schmerzhaft sein kann. Aber das muss es nicht, wenn man weiß, wo man sich als Mutter Unterstützung holen kann – bei erfahrenen Stillberaterinnen von La Leche Liga (www.lalecheliga.at) zum Beispiel, bei der eigenen Hebamme oder in speziellen Stillgruppen (www.stillen.at).

Rechtliche Rahmenbedingungen

In den USA existiert zum Glück sogar ein rechtlicher Rahmen, der stillende Mütter in der Öffentlichkeit schützt. Jede Mutter hat das Recht ihr Kind zu jeder Zeit und an jedem Ort zu stillen. „So etwas gehört meiner Meinung nach auch bei uns her“, ist die Grazerin überzeugt. Das würde vielen Müttern nicht nur das Stillen erleichtern, sondern vielleicht auch dazu beitragen, es nicht als „lästig“ oder „umständlich“ anzusehen, sondern vielmehr als das was es wirklich ist: praktisch, bequem und gesund.

Auf der Facebook-Seite von Tanja Stolz findet ihr laufend Infos zu diversen Foto-Aktionen. Tanja sucht immer wieder Schwangere oder stillende Mütter, die sich für die Aktion ablichten lassen wollen.

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