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Männer- und Frauentische: Projekt gegen Partnergewalt in Wien

In Margareten ist das Projekt "StoP - Stadtteile ohne Partnergewalt" nach Hamburger Vorbild angelaufen. Im Juni treffen sich alle zwei Wochen Männer- und Frauengruppen, um sich auszutauschen und das Wissen über Gewalt auszubauen.

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Männer- und Frauentische: Projekt gegen Partnergewalt in Wien
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Vor einem Jahr haben wir erstmals über das Projekt "STOP" - Stadtteile ohne Partnergewalt berichtet. Wie der Name schon sagt, ist das Ziel des Projekts, im Bezirk bzw. im Grätzl Wissen über Gewalt in Beziehungen zu schaffen. Sodass etwa die Nachbarin aus der Wohnung im unteren Stockwerk weiß, wie sie reagieren kann, wenn sie aus der Wohnung oberhalb wieder einmal Schreie und Poltern hört. Denn genau das ist oft das Problem: Die Menschen wissen nicht, wann bzw. ob sie sich einmischen sollen. Genau hier setzt das Projekt, das im 5. Bezirk in Wien stattfindet, an.

Treffen alle 2 Wochen

Inzwischen ist mit den Frauen- und Männertischen, die zweiwöchentlich abwechselnd im Cafè neunerhaus und im wohnpartner-Lokal stattfinden, das Herzstück des Projekts angelaufen. Dabei handelt es sich um nachbarschaftliche Gruppen, in denen sich Frauen und Männer regelmäßig treffen - und sich für Zivilcourage und ein gewaltfreies Margareten stark machen. "In gemütlicher Atmosphäre tauschen wir uns über Partnergewalt und Wünsche für den Bezirk aus, vertiefen unser Wissen zum Thema und planen Aktionen in der Nachbarschaft (z.B. Infotische), damit Partnergewalt in Margareten keinen Platz hat", heißt es auf der Website.

Das bestätigt auch Maria Rösslhumer von den Autonomen Österreichischen Frauenhäusern (AÖF), die das Projekt nach Hamburger Vorbild nach Wien geholt haben: "Das zentrale Thema bei diesen Treffen ist Partnergewalt, aber es wird über unterschiedliche Themen gesprochen." So ginge es bei den Frauentische eher um persönliche Betroffenheit von Gewalt, bei den Männern um allgemeinere Themen - "die Täter kommen ja nicht zu unseren Tischen". Es seien vor allem Themen wie "was ist eine gute Nachbarschaft und was kann ich dazu beitragen?", die bei den Männertischen im Zentrum stehen würden.

Frauen und Männer unterschiedlich betroffen

Damit ist auch schnell erklärt, warum sich die Gruppen nach Geschlechtern getrennt treffen: "Männer und Frauen diskutieren in dem Zusammenhang über andere Themen. Bei den Frauen sind viele selbst betroffen", so Rösslhumer. Dementsprechend sei es wichtig, dass man eben Raum schaffe, in dem sich Frauenn in Ruhe (und Sicherheit) austauschen können.

Treffen in gemütlicher Atmosphäre im Café des neunerhaus.

Willkommen sind alle Altersgruppen, Herkünfte, usw: "Keine Sorge, wenn Sie noch nicht so gut Deutsch sprechen – ein bisschen Deutsch reicht völlig solang wir miteinander reden können. Wir freuen uns auf gemütliche, interessante, berührende, lustige Gespräche mit Ihnen", wird offen eingeladen.

Die nächsten Männertische:


- 13. Juni
- 27. Juni
- 11. Juli
- 25. Juli
- 8. August
- 22. August

Die Männertische finden im Café des neunerhaus statt! (Margaretenstraße 166 1050 Wien)

Die nächsten Frauentische:


- 17. Juni
- 1. Juli
- 15. Juli
- 29. Juli
- 12. August
- 26. August
- 9. September

Die Frauentische finden im wohnpartner-Lokal im Reumannhof statt (Margaretengürtel 100-110/5/1; Zugang Brandmayergasse 39)

Die wichtigsten Kontaktnummern

Polizei: 133
Frauenhelpline gegen Gewalt: 0800/222555
Frauenhausnotruf Wien: 05/7722
Wiener Interventionsstelle gegen Gewalt in der Familie: 01/5853288
Männerberatungsstelle Wien: 01/6032828