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Straßenhunde als Fotomodel!

"Ich wollte, dass sie den Stempel verlieren: Dreckig, ich schau lieber weg." Die Gründerin Yvonne Lacina spricht über das Projekt "Dogue-Straßenhund mal anders!"

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Straßenhunde als Fotomodel!

Ein ungarischer Straßenhund frisch frisiert vor der Kamera!

© Christian Anderl

ORF-Nachrichten Journalistin Yvonne Lacina liebt Tiere. Sie selbst hat einen Straßenhund namens Frida. Gemeinsam mit dem Fotografen Christian Anderl hat sie zwölf ungarische Straßenhunde der Organisation Animal Care Austria gebadet, frisiert, geschmückt und sie anschließend für einen Fotokalender fotografiert. Der Wunsch von Yvonne Lacina ist es, dass die Gesellschaft einen neuen Zugang zu Straßenhunden entwickeln und nicht mehr einfach wegschaut!
WOMAN hat die engagierte 36-jährige Journalistin für ein Interview getroffen:

Link: Beim Umstyling der Hunde Rechts: Yvonne und Hund Adrian.
» Ich wollte, dass die Leute hinschauen, sich bildlich vorstellen, dass auch dieser Hund am Sofa im Wohnzimmer liegen kann.«

WOMAN: Wie ist die Idee für die Dogue-Vernissage entstanden?
Yvonne: Ich habe vor ein paar Monaten eine Gala für den österreichischen Straßenhundeverein Animal Care Austria moderiert. Ich war so beeindruckt von dem Engagement von Carol Byers, der Präsidentin des Vereins, da habe ich mir gedacht, ich möchte sie gerne unterstützen. Die Frage nach dem Wie, die war für mich schnell beantwortet. Ich wollte mit einem Kalender zeigen, dass Straßenhunde, wenn man sich um sie kümmert, sie liebevoll pflegt, auch stattliche Familienhunde sein können. Für mich ist es wichtig, dass die Hunde auch die Chance bekommen mit ihrer Art zu überzeugen. Ich wollte, dass sie den Stempel verlieren: „Dreckig, ich schau lieber weg“. Ich wollte, dass die Leute hinschauen, sich bildlich vorstellen, dass auch dieser Hund am Sofa im Wohnzimmer liegen kann. Ich wünsche mir, dass es nicht mehr darum geht, ob der Hund dreckig ist, ihm ein Auge fehlt wie zum Beispiel bei Luca, sondern dass man sich damit befassen kann, welche Eigenschaften hat dieser Hund. Wenn man unsere Hunde auf den Bildern sieht, wie sie sich stolz präsentieren, hoffe ich, dass man dadurch einen anderen Zugang zu Straßenhunden entwickelt. Ich habe Christian Anderl gefragt, ob er die Fotos machen möchte. Er war glücklicherweise sofort dabei.

Straßenhund Frida nach dem Styling.
Straßenhund Mimi vor dem Styling.

WOMAN: Woher kommen die Straßenhunde?
Yvonne: Wir haben alle 12 Hunde in einer Animal Care Austria Station in Kiskunlachaza in Ungarn fotografiert. Die Hunde kommen aus Ungarn und Rumänien. Sie wurden auf der Straße gefunden, aus Tötungsstationen geholt, aus allen möglichen unmöglichen Situationen befreit. Unfassbar.

WOMAN: Habt ihr vier auch selbst einen Hund?
Yvonne: Ja, wir haben alle einen Hund, Carol Byers (Präsidentin des Vereins) sogar mehrere. Fast alle sind ehemalige Straßenhunde. Meine Hündin Frida ist eine Straßenhündin. Carol hat sogar Bassets, die von der Straße sind. Man glaubt es kaum.

WOMAN: Warum unterstützt ihr die Organisation Animal Care Austria?
Yvonne: Was uns vereint, wir sind alle große Tierfreunde. Was uns überzeugt hat, das ist Carol Byers. Ihr Einsatz für die Tiere ist unglaublich. Ich bin zu hundert Prozent davon überzeugt, dass jeder einzelne Cent, den wir sammeln, direkt an die Tiere geht. Das ist absolut wichtig für mich. Marcel Kremmer ist Mitglied von Animal Care Austria . Christian Anderl hat seinen Hund von Animal Care Austria , er hat auch schon eine Veranstaltung für den Verein moderiert. Zusammengefasst: Wenn man sich für eine gute Sache einsetzt, viel Arbeit auf sich nimmt, dann muss man auch zu hundert Prozent davon überzeugt sein, dass es den Tieren dann wirklich hilft. Das ist unsere Motivation. Christian und ich sind nicht Mitglied der Organisation, aber Freunde des Vereins.

»Der Hund Emily ist beim Shooting eingeschlafen, wir mussten sie immer wieder aufwecken.«

WOMAN: Hat das Umstyling auch den Hunden Spaß gemacht?
Yvonne: Sie waren zwar alle sehr aufgeregt, aber sehr freundlich und sehr zugänglich, das sind für mich Zeichen, dass es auch für sie ein Spaß war. Wäre ein Hund zu ängstlich gewesen, wäre es eindeutig Stress für ihn, dann hätten wir ihn nicht dazu genötigt, im Blitzlichtgewitter auszuharren. Es gibt ja genug Hunde dort. Es war sehr lustig zu beobachten, wie unterschiedlich sie sich verhalten haben. Paula war am Anfang ängstlich, mit Leckerlis und Streicheleinheiten war sie sofort dabei. Paqui wollte nicht und nicht sitzen bleiben für ein Foto, er wollte lieber gestreichelt und getragen werden. Und Emily ist beim Shooting eingeschlafen, wir mussten sie immer wieder aufwecken. Ich denke, es war für alle ein schöner Tag. Für uns war es sehr wichtig, unsere zwölf Schützlinge auch wirklich zu kennen.

Christian Anderl und Yvonne Lacina beim Shooting.

WOMAN: Was erwartet die Gäste bei der Vernissage am 19. September?
Yvonne: Wir dürfen unseren Kalender und die Bilder in der wunderschönen B.Lounge mit Musik, Wein und Fingerfood präsentieren. Es soll ein schöner Abend für die Gäste werden, der den Hunden mehr Aufmerksamkeit bringt. Wenn wir es an diesem Abend schaffen, dem Verein das Leben finanziell ein bisschen zu erleichtern, dann wären wir schon glücklich.

WOMAN: Wie kann man die Organisation ACA unterstützen?
Yvonne: Mit Geldspenden kann man Animal Care Austria unterstützen, aber natürlich ist jede Hilfe willkommen. Decken, Leinen, Hundekörbchen werden zum Beispiel benötigt. Ehrenamtliche Hilfe ist ebenfalls eine große Unterstützung: Animal Care Austria hält immer wieder Care Days in Ungarn und Rumänien ab, da werden die Hunde gepflegt und von Tierärzten untersucht. Die Organisation freut sich auch immer wieder über Unterstützung von Tierärzten bei Kastrationsprojekten. Einfach fragen, es gibt immer genügend zu tun.

Kalender-Kauf

Wer die Organisation Animal Care Austria und damit die ungarischen Straßenhunde unterstützen möchte, kann am 19. September zur Vernissage "Dogue - Straßenhund mal anders" in die B-Lounge (Hegelgasse 17) kommen. Dort ist der Kalender um Euro 39,- erhältlich. Und ab 20. September könnt ihr den Kalender auch online unter www.animalcare-austria.at bestellen. Der Verkaufserlös geht zu 100% an die Organisation.

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