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In diesem Tempo sollst du streicheln!

Streicheleinheiten tun gut. Und den Beziehungen von Menschen. Wie Streicheln wirkt und was die optimale Geschwindigkeit ist, das wurde nun herausgefunden.

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In diesem Tempo sollst du streicheln!

"Deine Haut ist so weich, ich möchte sie immer berühren!"

© iStockphoto

Wenn man jemanden liebt, dann umarmt man ihn, dann streichelt man ihn, abends beim Fernsehen oder Schlafengehen, fast bis der Arm abfällt. Die Haut fühlt sich wunderbar weich an, viel sanfter und angenehmer als die eigene.

Doch gerade letzteres ist ein Trugschluss, wie das hochseriöse Fachjournal "Current Biology" berichtet. Man unterliege der "Social Softness Illusion" , diesen Begriff prägt zumindest ein Forschungsteam, das in sechs unterschiedlichen Experimenten die Wirkung von Streicheleinheiten untersuchten.

Dafür mussten sich Menschen, die einander vorab nicht kannten, an Armen und Händen streicheln. Danach sollten sie, im direkten Vergleich als auch im Unterschied zu Materialien wie Wolle oder Seide, die Weichheit der fremden Haut beurteilen. Damit sollte ausgeschlossen werden, dass die Teilnehmer die Haut der anderen Probanden aus reiner Höflichkeit gut bewerten.

Nun tun sanfte Berührungen natürlich gut. Denn unter der Haut liegen Nervenrezeptoren, die auf harmlose mechanische Reize reagieren. Die Rezeptoren übertragen die Signale in den Inselcortex, einen Teil der Großhirnrinde, der eine Rolle spielt, wenn im Menschen das Gefühl der Empathie entsteht.

Welche Rolle spielt die Geschwindigkeit bei Berührungen?

Doch eine fremde Person zu streicheln, egal ob in einem Labor-Umfeld oder privat: Das klingt nicht wahnsinnig angenehm.

Dennoch schnitt bei vielen Bewertungen die fremde Haut besser ab als die eigene Haut oder weiche Materialien. Sie sei weicher. Feiner. Glatter.

Allerdings nur dann, wenn derjenige, der gerade am Streicheln war, sich an die optimale Geschwindigkeit gehalten hatte. Nun fragt ihr zurecht: Bitte was? Es gibt ein optimales Tempo für Berührungen?

Ohja. Denn auch das hat die Forschung ergeben. Pro Sekunde sollte man zwischen einen und zehn Zentimeter Haut abstreicheln. Dann können die Rezeptoren die Signale am besten ans Großhirn schicken. Das Lustige: Diese Geschwindigkeit fühlt sich nicht nur für den Gekraulten, sondern auch für den Streichler selbst am besten an.

Dann wirkt die Haut besonders fein und weich, dann ist sogar die Berührung Fremder irgendwie ein Vergnügen. Und die des Partners sowieso...

Thema: Sex & Erotik