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Streit vor den Kindern? Darauf müsst ihr achten!

Ewige Harmonie ist eine Illusion. Aber was, wenn Eltern vor ihren Kindern streiten? Dann ist es wichtig, dass wir diese Konfliktregeln beachten.


Streit vor den Kindern? Darauf müsst ihr achten!
© Instagram/Captivating Coconut

"NIE VOR DEN KINDERN!" - Haben wir uns geschworen. Nur leider: Emotionen halten sich selten an Schwüre. Ich bin grantig, er ist gnatschig. Wir giften uns an, schweigen uns an – und dann halten wir beide es nicht mehr aus. Aus gezischten Vorwürfen wird ein Streit. Vor den Kindern, die die schlechte Stimmung spüren, obwohl noch kein lautes Wort gefallen ist. Und die uns später zoffen hören, obwohl wir in die Küche sind und die Tür hinter uns zugezogen haben.

Streit gehört zu einer Beziehung. Ständige Harmonie sollte misstrauisch machen. Denn ein Krach ist reinigend, ein Konflikt muss ausgetragen werden, um Grenzen abzustecken und wieder Raum für Verständnis zu schaffen. Aber was bedeutet ein Streit der Eltern für die Kinder?

Sie können die logische Ebene noch nicht über die emotionale Stellen. Für sie bedeutet ein Krach nur: Die beiden wichtigsten Menschen können nicht mehr miteinander. Das macht Angst. Vor allem aber lernen Kinder aus unserem Konfliktverhalten für ihr eigenes Leben. Aggressionen, böse Verletzungen oder eiskalte Distanz: All das sind Muster, die sie von uns übernehmen.

Umso wichtiger ist es, dass wir im Falle eines unvermeidbaren Streits richtig agieren. Wie das geht?

5 Regeln für ein besseres Streiten vor Kindern

1

STREIT IST EIN TEIL UNSERES LEBENS. Eure Kinder müssen erfahren, dass Streit ein Teil unseres Lebens ist. Ihr habt es in der Hand, sie zu lehren, dass man Konflikte auch wieder lösen kann. Mit einem Wort: Ein Streit bedeutet nicht das Ende der Welt – und schon gar nicht das Ende der Liebe. Wenn ihr euch vor den Kindern gestritten habt, dann ist es umso wichtiger, dass ihr euch auch vor ihnen versöhnt.

2

NICHT LÜGEN. Kinder hassen das Gefühl, wenn sie belogen werden. Sie spüren einfach, wenn ihre Eltern nicht gut miteinander sind, wenn Kälte oder Wut vorhanden ist. Da könnt ihr euch vor ihnen noch so zusammenreißen und mit säuerlichem Grinsen kommunizieren – ihre feinen Antennen merken, dass etwas nicht stimmt. Weshalb sie sich die schlimmsten Sachen ausmalen können. Umso entscheidender ist es, ehrlich zu sein: "Ja, wir streiten. Mama ist gerade wütend auf Papa – und wir sind unterschiedlicher Meinung. Das hat gar nichts mit dir zu tun. Wir bemühen uns, dass wir uns schnell wieder vertragen."

3

NICHT UNTERGRIFFIG WERDEN. "Du bist ein Riesen-A...." oder "Deine Art kotzt mich an, du bist das Allerletzte!". "Ich hätte dich niemals heiraten sollen, du bist der größte Fehler meines Lebens!" Wenn wir wütend sind, neigen wir dazu, böse, niedermachende Sachen zu sagen, um den anderen zu verletzen. Kinder empfinden diese Gehässigkeiten zwischen den Eltern noch viel schlimmer. Deshalb: Bemüht euch erst recht, konstruktiv und fair zu bleiben. Euer Ziel im Streit ist nicht, den anderen niederzumachen, sondern die Basis für eine Versöhnung zu schaffen.

4

DEIN KIND IST NICHT DER SCHIEDSRICHTER. Bring dein Kind niemals in einen Loyalitätskonflikt, in dem es zwischen Mama und Papa entscheiden muss. Es ist weder dein Gesprächstherapeut, bei dem du dich über deinen Partner auskotzt, noch ist es der Schiedsrichter, der entscheiden muss, wer von euch Recht hat. Diese Situation überfordert es, verlangt von ihm eine Verantwortung, die zu groß ist. Ein solcher Druck kann zu ernsthaften psychischen Problemen deines Kindes führen.

5

DIE STIMMUNG MUSS SICH BESSERN. Natürlich kann man nicht sofort wieder fröhlich zur Tagesordnung übergehen, wenn man gerade gestritten hat. Aber irgendwann muss sich die Stimmung wieder bessern. Ein kaltes, feindseliges Familienklima kann auf Dauer der Seele deines Kindes schaden. Es wird schwieriger für es, später eine gesunde Beziehung zu führen. Sollte eure Beziehung also am Ende sein, dann beendet sie. "Wir bleiben nur wegen der Kinder zusammen" ist nett gemeint – aber ist bei starken Beziehungsproblemen genau der falsche Schluss für das Wohl der Kinder.

Themen: Eltern, Erziehung

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