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So krank macht Stress!

Dauerstress macht krank! Neue Forschungsergebnisse beweisen die enge Verbindung zwischen Hirn und Darm. Was passiert, wenn die Balance gestört ist.


So krank macht Stress!

Dauerstress macht krank!

© Thinkstock

Seit der Steinzeit hat sich an der Funktionsweise unseres Körpers in Wahrheit nicht mehr viel verändert. Geraten wir unter Stress (egal, ob es früher der Säbelzahntiger oder heute die anstehende Präsentation ist), werden binnen Millisekunden alle verfügbaren Ressourcen mobilisiert.

Die Aktivierung der sogenannten neuroendokrinen Funktionsachse führt zur Ausschüttung von Stresshormonen wie Adrenalin und Cortisol – Konzentration, Gedächtnisleistung, Muskeldurchblutung und Energiezufuhr arbeiten jetzt auf Hochtouren. Der Körper ist quasi in Alarmbereitschaft.

Übungsalarm – oder Dauerstress?

Versetzte zu Fred Feuersteins Zeiten das Auftauchen eines Mammuts oder Säbelzahntigers den menschlichen Körper in Alarmbereitschaft, so gab es nur zwei Reaktionen: Flucht oder Kampf. Wurde die Situation erfolgreich bewältigt, setzte Entspannung ein.

Vergleichbar ist dies mit einer Art Übungsalarm, um alle Funktionen zu überprüfen und wirkt auf den Körper ähnlich wie Sport auf die Muskeln. Im Fachsprech wird dieser "gute" Stress auch "Eustress" genannt.

Anders sieht es aus, wenn täglich wieder negative Erlebnisse den Körper und Geist auslaugen – sei es ein zu großes Arbeitspensum oder private Probleme. Dann stellt sich der hochgradig ungesunde "Dysstress" ein.

Bei permanentem Stress erschöpft sich die Produktion der Stresshormone, auch die von Cortisol. In Folge breiten sich Entzündungen aus. Und zwar an jenem Ort, an dem der Großteil unserer Abwehrleistung ensteht: im Darm!

Stille Entzündungen im Darm

Diese Entzündungen entstehen aber nicht an der Oberfläche des Darms,sondern an der zweiten Darmbarriere, der Epithelschicht. Da man diese nicht sehen kann, auch nicht bei einer Darmspiegelung, spricht man von einer "stillen Entzündung".

Diese hat zahlreiche negative Auswirkungen auf den Organismus. Vor allem dadurch, dass sie die Produktion des Glückshormons Serotonin und des Schlafhormons Melatonin verhindert, deren Entstehungsort ebenfalls im Darm liegt.

Unser Hirn reagiert auf diese Entzündungen und das Fehlen des Glückshormons sehr rasch. Anfangs "nur" mit schlechter Laune und Stimmungsschwankungen, später mit Konzentrationsschwäche, nervlicher Überlastung und schließlich totalem Burnout.

Komplette Überlastung durch Darmentzündung

Ökosystem Darm

Rund 100 Billionen Mikroorganismen besiedeln den menschlichen Magen-Darm-Trakt. Die Gesamtheit aller Gene der Darmmikroben ist rund 150-mal größer als das menschliche Genom und wird als Darm-Mikrobiom bezeichnet. Eine Einschränkung der Darmmikroben-Vielfalt hat nicht nur negative Konsequenzen auf die Verdauung, sondern auch für das Immunsystem und das Gehirn.

So kommt es zu Unruhe und einer eingeschränkten kognitiven Leistungsfähigkeit (Lernen, Gedächtnis).

Experimentielle Studien haben gezeigt, dass Probiotika sich positiv auf Ängstlichkeit, Stimmungslage und Stress-Anfälligkeit auswirken können und einen nachweisbar positiven Effekt auf die Gehirnaktivität ausüben. Die Probiotika kann man sowohl kurzfristig (etwa vor einer Prüfung) einsetzen oder täglich anwenden. Es gibt keinen Gewöhnungseffekt, in Testreihen gab es bislang keine einzige Nebenwirkung.