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Stress in der Kindheit macht übergewichtige Erwachsene

Die Scheidung der Eltern, der Kontakt zu Gewalt oder zu viele Wohnortwechsel: In einer Studie bringen Forscher Übergewicht mit einer stressigen Kindheit in Zusammenhang.

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Stress in der Kindheit macht übergewichtige Erwachsene
© istockphoto.com

Dass eine Person im erwachsenen Alter übergewichtig ist, wird von so vielen verschiedenen Faktoren bestimmt und diese müssen nicht einmal etwas mit dem gegenwärtigen Lebensalltag zu tun haben. Der Zusammenhang zwischen einem niedrigen sozioökonomischen Status in der Kindheit und späterem Übergewicht sind der Forschung schon länger bekannt.

Nun haben amerikanische Wissenschaftler in einer neuen Studie eine Verbindung zwischen einer stressigen Kindheit und ebenfalls späterer Tendenz zu Übergewicht festgestellt. Unter Stress verstehen die Forscher nicht nur wenn Kinder tatsächlicher Gewalt ausgesetzt sind, sondern auch die Scheidung der Eltern und mehrere Wohnortwechsel.

»“Wenn man nicht weiß, wo die nächste Mahlzeit herkommt, dann ist es besser, jetzt schon so viel zu essen, wie nur geht.”«

Bei ihren Forschungen unterschieden die Wissenschaftler zwischen fast-life-history, also einer schnellen Lebensführung, und der slow-life-history, der langsamen Lebensführung. Menschen, die in die Kategorie fast-life-history passen, genießen den Moment und treffen schneller und impulsivere Entscheidungen. Menschen der langsameren Kategorie hingegen treffen Entscheidungen nur nach dem Abwägen aller zukünftigen Konsequenzen.

Der impulsive, schnelllebige Alltag der Eltern hat einen direkten Einfluss auf das Verhalten der Kinder, vor allem, was die Einstellung zum Essen betrifft. Die Forscher beschrieben den Umstand so: “Wenn man nicht weiß, wo die nächste Mahlzeit herkommt, dann ist es besser, jetzt schon so viel zu essen, wie nur geht.” Die Experten raten aber nicht nur den direkten Stress der Kinder zu reduzieren, sondern auch im Allgemeinen eine stabilere Umgebung zu schaffen.

Es ist an sich sehr schwer, das Verhalten von Personen vorherzusagen und so genau festzustellen, wer als Erwachsener übergewichtig wird. Aber die Forschung macht Fortschritte dabei, einige Faktoren zu bestimmen. Manchmal sind es ja auch Situationen, in denen man wirklich keine Ahnung hat, dass man gerade seinem Kind schaden könnte. So wurde in einer Studie der amerikanischen National Institutes of Health festgestellt, dass in der Schwangerschaft der Konsum von Zuckerersatzstoffen zu dem Übergewicht des Kindes führen kann.

Zuckerersatz in der Schwangerschaft gefährdet das Gewicht der Kinder


Dies betrifft vor allem Frauen, die Schwangerschaftsdiabetes bekommen und so auf künstliche Süßstoffe zurückgreifen müssen. Die Forscher beobachteten 900 Frauen mit Schwangerschaftsdiabetes und deren Kinder bis zum siebenten Lebensjahr. Neun Prozent dieser Frauen trank jeden Tag zumindest ein künstlich gesüßtes Getränk. Ihr Nachwuchs war im Alter von sieben Jahren doppelt so anfällig für Übergewicht.

Als Eltern muss man sich nicht völlig für sein Kind aufopfern, aber man sollte schon dafür einstehen, dass der eigene Nachwuchs unter den besten Voraussetzungen groß wird. Man muss dafür weder komplett auf Zucker und Süßstoffe verzichten ( es gibt gesunde Alternativen wie Birkenzucker oder Agavendicksaft!) noch niemals die Wohnung wechseln - doch alles in Maßen!

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