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Studie: Frauen haben mehr erotische Träume als je zuvor

Der Anteil von erotischen Träumen beträgt durchschnittlich 18 Prozent, sagt eine aktuelle Studie. Schon frühere Studien haben heraus gefunden, dass Frauen eher von ihren aktuellen Partnern träumen, als Männer.

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Studie: Frauen haben mehr erotische Träume als je zuvor
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Die Aussage, dass Träume "ein Fenster zu unserem Unterbewusstsein sind", wird spätestens dann ziemlich creepy, wenn man schweißgebadet von einem Sex-Traum aufwacht, in dem jemand, den man nicht einmal mag, die Hauptrolle gespielt hat! Das ist den meistens von uns aber wahrscheinlich schon einmal passiert. Kein Wunder, besagt doch eine aktuelle Studie, dass Frauen so viele erotische Träume haben, wie nie zuvor. (Trotzdem sind es noch immer weniger als Männer.) Ein Schlafforscher von der Uni Freiburg, Michael Schredl, hat sich näher damit beschäftigt und heraus gefunden, dass die durchschnittliche Häufigkeit erotischer Träume bei 2.907 Teilnehmern bei 18 Prozent lag.

Dabei hatten jüngere Menschen häufiger erotische Träume als ältere. Und es stellte sich auch heraus, dass Frauen auch häufiger erotisch träumen als früher. Der Grund dafür ist ein durchaus feministischer: Durch einen offeneren, gesellschaftlichen Umgang mit der weiblichen Sexualität, sprechen schlichtweg mehr Frauen über ihre Sex-Träume. Warum Jüngere mehr Sex-Träume haben als Alte, erklären die Forscher damit, dass Sex für sie eben allgemein einen höheren Stellenwert habe.

Andere Studie: Frauen träumen eher von Partnern

Ein Psychologie-Professor von der Swansea University, Mark Blackgrove, warnt hingegen vor retrospektiven Studien, wenn es um Träume geht und
bei denen Menschen von ihren Träumen berichten, anstatt Tagebuch darüber zu führen. In einer älteren Studie (2007) fand ein Forscherteam heraus, dass die Häufigkeit von erotischen Träumen bei Männern und Frauen bei 8 Prozent liegt. Interessantes Detail: Frauen träumten dabei eher von aktuellen oder früheren Partnern - Männer hingegen von mehreren unterschiedlichen Sex-Partnern.

Durschschnittliches Sex-Leben, durchschnittliche Sex-Träume

Dass Probleme, die im echten also "wachen" Leben existieren, Einzug in unsere Träume finden ist nichts neues. Diesen Umstand führt auch Blackgrove für die Analyse von Sex-Träumen inst Treffen: So führe ein durchschnittlich glückliches Sexualleben möglicherweise nicht zu Träumen mit Bestnote, "weil es dort nichts gibt, das Anlass zur Sorge oder Spannung gibt". Blagrove sagt, dass es nur etwa 15% eines Traums tatsächlich mit aktuellen Problemen und Sorgen in Verbindung bringen kann.

In einer Studie von Dylan Selterman an der University of Maryland aus dem Jahr 2014 wurde untersucht, wie sich Träume - insbesondere solche über Untreue - auf das Verhalten der Teilnehmer gegenüber ihren PartnerInnen am nächsten Tag auswirken. Was Blagrove interessant fand, war der Blick auf die Aktivitäten der Teilnehmer am Vortag. "Sie konnten nichts finden, was erotischen Inhalt vorhersagte. Dies bedeutet, dass erotische Inhalte keine einfache Eins-zu-Eins-Beziehung zu Ereignissen oder Anliegen des Vortags haben. “

Keine 1:1-Beziehung zu realen Geschehnissen

Das muss nicht zwangsläufig heißen, dass erotische Träume keine Bedeutung haben - aber es heißt, die sie nicht allzu leicht mit realen Geschehnissen in Verbindung zu bringen sind. Was die Studienautoren im Bezug auf den Umgang mit Sex-Träumen raten? "Genießen sie es, denn es könnte auch schlimmer sein" - so hat Studien-Autor Schredl herausgefunden, dass rund 4 Prozent der Träume der Teilnehmer von Politik handeln.