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Studie: Ängstliche Kinder haben mehr Schmerzen als andere

Oje, eine Spritze! Der Satz "Das tut jetzt ein bissi weh" hilft den Kids leider gar nicht. Laut einer US-Studie werden Schmerzen durch Ankündigung verstärkt.

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Angst vor Schmerzen Kind
© iStock

Ich weiß noch genau, als ich ein Kind war und mir mein Zahnarzt erklärte, ich würde keine Spritze bekommen, er sie aber hinter seinem Rücken versteckte. Natürlich wusste ich genau was passieren wird, bin vom Behandlungsstuhl aufgesprungen und habe die Spritze entdeckt. Die nächsten zwei Zahnarzt-Besuche weigerte ich mich den Mund aufzumachen. Ich konnte nicht mehr darauf vertrauen, dass mir vorher erklärt wird, wie die Zahnarzt-Sitzung abläuft. Unerwartete Schmerzen waren für mich der größte Horror. "Es tut eh nicht weh", hat es immer so schön geheißen. Das was danach folgte, zeigte aber ein anderes Bild. Dass Ehrlichkeit im Bezug auf Spritzen oder Impfungen nicht immer am besten ist, zeigt nun eine Studie aus den USA. Laut den Forschern tut man den Kindern keinen Gefallen, wenn man die Schmerzen vorher ehrlich ankündigt. Im Gegenteil: Laut der Studie empfinden Kinder die Schmerzen deutlich stärker, wenn sie mit ihnen rechnen. Der Satz "Das tut jetzt ein bissi weh", ist zwar nett gemeint, soll die Situation für die Kids aber nicht besser machen.

Die Studie:

Die Psychologin Kalina Michalska untersuchte gesunde Kinder, als auch Kinder mit Angststörungen und sogar Erwachsene. Spezielle Sonden auf den Unterarmen der Teilnehmer sollten unterschiedliche Temperaturen zwischen 34 und 47°C abgeben – heiße Temperaturen werden dabei natürlich als schmerzhaft empfunden. Zwei unterschiedliche Töne kündigten den Probanden an, ob nun ein geringer oder großer Schmerz folgen wird. Das Ergebnis: Alle Teilnehmer – sowohl Kinder als auch Erwachsene – empfanden einen größeren Schmerz, wenn dieser vorher angekündigt worden war.

Impfung

Ehrlich währt am längsten?

Laut dem Generalsekretär der Deutschen Gesellschaft für Kinder- und Jugendmedizin Dr. Burkhard Rodeck solle man den Kindern trotzdem erklären, dass sie eine Spritze bekommen und sie gleich danach setzen, denn durch lange Wartezeiten würde das Schmerzempfinden verstärkt werden. "Der Kinder- und Jugendarzt muss ehrlich sein, sonst gibt es keine Vertrauensbasis", so Rodeck gegenüber der APA. Pflaster-Lokalanästhetika werden laut Rodeck bereits großzügig eingesetzt und sollen helfen, die Schmerzen beim Einstich zu lindern. Fazit: Am besten ist es, den Kindern ehrlich mitzuteilen, dass sie eine Spritze bekommen werden. Wie sehr der Pieks weh tun wird, können wir aber guten Gewissens für uns behalten.

Themen: Kinder, Eltern
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