Ressort
Du befindest dich hier:

Studie zerstört endlich den Mythos, Frauen könnten während der Regel nicht klar denken

Falsch gedacht (sic!): Eine neue Studie widerlegt das frauenfeindliche Stereotyp, dass die Menstruation das Denken beeinflussen würde. Frauen können genau so klar während ihrer Periode denken, wie immer.

von

Periode
© iStockphoto.com

"Na die hat wohl ihre Tage - da ist sie nicht zurechnungsfähig!". Aussagen dieser Art haben wir wohl alle schon in der ein oder anderen Art gehört. Das Klischee, dass Frauen während ihrer Menstruation nicht klar denken könnten, ist weit verbreitet. Aber nun beweist eine neue wissenschaftliche Studie, dass dies definitiv eine falsche Behauptung ist.

Zwar tut sich während der Periode einiges im Körper - begleitet bekanntlicher- und bedauerlicherweise von Bauchkrämpfen, Übelkeit, Kopfschmerzen, Stimmungsschwankungen oder Depression - aber die Hormonschwankungen von Östrogen, Progesteron und Testosteron haben keinerlei Auswirkungen auf die Denkfähigkeit.

Das zeigt eine neu veröffentlichte Studie, die in Kooperation von mehreren Universitäten in Deutschland sowie der Schweiz durchgeführt wurde, die beweist, dass sich die kognitiven Fähigkeiten im Zyklus einer Frau nicht verändern. Dafür wurden 68 Frauen über zwei Monate lang begleitet und immer wieder Tests zur Wahrnehmung, der Aufmerksamkeit, der Erinnerung und mehr gemacht. Dabei kam es im Laufe von zwei vollen Menstruationszyklen zu keinerlei Änderungen - die Ergebnisse blieben immer konstant, die Leistungen ident.

"Die hormonellen Veränderungen bei der Periode zeigen keinerlei Verbindung zu Denkleistungen." so Studienautorin Brigitte Leeners von der Universitätsklinik Zürich zusammenfassend. Dafür hat sie eine mögliche Erklärung, woher der Mythos kommt, dass man bisher von einer Beeinträchtigung ausgegangen ist: Nämlich eine Mischung aus Vorurteilen und unpräzise, nicht repräsentativen oder einfach voreingenommenen Forschungsmethoden.

Immer wieder wurden genau deswegen Aussagen und Meinungen von Frauen disqualifiziert, weil man sie ja während der Periode nicht ernst nehmen könne, aber das wurde nun zum Glück endlich wissenschaftlich widerlegt.

Ob das wohl auch US-Präsident Trump erreicht? Schließlich erlangte er unter anderem traurige Berühmtheit aufgrund einer Konfrontation mit Megyn Kelly, Nachrichtenchefin von Fox News, die ihn bei einer TV-Diskussion auf seine Frauenfeindlichkeit ansprach. In einem späteren Interview mit CNN meinte er dann, sie habe ihn so attackiert, weil sie gerade ihre Periode habe: "She had blood coming out of her eyes, blood coming out of her wherever." (Übersetzt: Blut kam aus ihren Augen, Blut kam aus ihrem Wo-auch-immer.") Aber Wissenschaft hat Trump ja leider noch nie interessiert...

Die Studie zum Nachlesen: Lack of Associations between Female Hormone Levels and Visuospatial Working Memory, Divided Attention and Cognitive Bias across Two Consecutive Menstrual Cycles

Periode