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Such dir Corona-Buddies: gegen psychische Folgen eines Lockdowns

Lockdown und Social Distancing: Was macht das eigentlich mit uns? Denn im Zeitalter von Corona ist Abstand wichtig - aber eben auch emotionale Nähe! Ein Lockdown bedeutet für viele daher Angst vor Einsamkeit. Diese Regeln können helfen!

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Such dir Corona-Buddies: gegen psychische Folgen eines Lockdowns
© iStock

Kommt ein neuer Lockdown oder kommt er nicht? Während in anderen europäischen Ländern bereits wieder Ausgangssperren und Kontaktbeschränkungen eingeführt werden, bleibt diese Frage von Regierungsseite in Österreich bisher noch offen. Aber viele Menschen fürchten sich davor, wieder wie im Frühjahr wochenlang zu Hause bleiben zu müssen. Denn mit Home Office, Hamstereinkäufen und Bananenbrot kam auch ein Gefühl der Einsamkeit, das viele so bisher nicht kannten.

PsychologInnen und ExpertInnen gaben schon seit Beginn der Corona-Pandemie deren psychische Folgen zu bedenken. Sorgen um andere Menschen, Sorgen um die eigene Gesundheit, finanzielle Sorgen, Sorgen um den Arbeitsplatz begleiten uns seit Monaten. Und als trauriges Sahnehäubchen kommt dazu auch noch soziale Isolation.

Aber wir Menschen brauchen Gesellschaft und persönliche Kontakte für unsere Gesundheit. Sie sind ein Grundbedürfnis und sogar entscheidend für das Wohlbefinden und Überleben. Auch wie gut wir mit Krisen umgehen und wie groß unsere Widerstandskraft ist, hängt von der Verlässlichkeit unserer sozialen Beziehungen ab.

Das bewies etwa eine Analyse durch US-Psychologinnen und Gesundheitsforscher von mehr als 200 bisweilen langjähriger Studien, die sich mit Auswirkungen sozialer Isolation und Einsamkeit beschäftigten. Sie fanden heraus, dass mittlerweile mehr Menschen an den Folgen sozialer Isolation als an den Folgen von starkem Übergewicht sterben. Menschen, die sich einsam fühlen, haben ein 50 Prozent höheres Sterbe-Risiko als Menschen mit einem verlässlichen sozialen Umfeld.

Einsamkeit kann Ängste wecken oder verstärken sowie Depressionen und Schlaflosigkeit begünstigen. Und internationale Studien zeigen: Im ersten Lockdown haben sich zahlreiche Menschen alleine gefühlt. Fast die Hälfte der ÖsterreicherInnen fühlte sich zumindest in einzelnen Momenten einsam, im europäischen Durchschnitt waren es sogar noch mehr mehr. So gaben ein Viertel der Menschen in Großbritannien sogar an, dass es sich für sie im Lockdown so anfühle, als habe man keine echten Freunde oder Freundinnen.
Etwas geholfen haben in dieser Phase des Social Distancings Technologien wie Chats und Videotelefonie, um sich dennoch mit anderen verbunden zu fühlen. Den persönlichen Kontakt konnten diese aber dennoch nicht komplett ersetzen.

Und daher empfehlen viele für kommende Lockdowns einige wenige, aber dafür sehr verlässliche Kontakte zu behalten. Allerdings mit ganz bestimmten Regeln:

Auf was du achten solltest, wenn du dich in einem Lockdown weiterhin mit Menschen triffst

COVID-19-Social-Pods, Corona-Buddies oder Quaranteams - egal, wie man sie nun nennen mag, soziale Beziehungen sind auch in Zeiten einer gesundheitlichen Krise, die Abstand erfordert, wichtig. Vor allem für alleinstehende Personen. Denn emotionale Nähe, wenn auch nur bedingt körperliche Nähe, ist essenziell für unser Wohlbefinden. Diese kleine Gruppen an Menschen sollen eine sicherere Möglichkeit bieten, sich mit Menschen außerhalb des eigenen Haushalts zu treffen.

Die oberste Regel bei diesen Social Pods: Vertrauen! Alle darin verpflichten sich gegenseitig, nichts zu tun, was andere in der Gruppe gefährden könnte beziehungsweise andere einem Ansteckungsrisiko aussetzen könnte. Dazu zählt:

  • In der Öffentlichkeit Masken tragen sowie Abstand halten.
  • Auf Hygiene und regelmäßiges Händewaschen achten.
  • Zeit in Innenräumen mit Personen außerhalb des Pods nach Möglichkeit vermeiden bzw. auf regelmäßiges Lüften achten.
  • Kontakte mit Menschen außerhalb des Pods minimieren.
  • Offene Kommunikation bei Verdachtsfällen, aber auch Sorgen und Ängsten.

Wobei dennoch immer gilt: Auch innerhalb dieser kleinen, vertrauenswürdigen Gruppen kann es zu Ansteckungen kommen - bei Vertrauen, Kommunikation sowie Vorsichtsmaßnahmen ist hierfür die Wahrscheinlichkeit jedoch geringer.