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SuitSupply: 14.000 Follower wegen Kampagne verloren

Männer, die sich in tollen Anzügen küssen: Sollte im Jahr 2018 Problem mehr sein. Trotzdem verlor SuitSupply viele Follower wegen der schwulen Kampagne.

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Anzuege
© SuitSupply

Manche Modemarken nutzen ihre Kampagnen, um gesellschaftliche Probleme aufzuzeigen. Oliviero Toscanis Fotos für Benetton waren skandalös, aufregend und innovativ. Vom neugeborenen Baby, über die Kleidung eines Toten, bis zu den letzten Minuten eines Aidskranken: Toscani brachte solch ungewöhnlichen Bilder regelmäßig auf die Plakate der Modefirma.

Gut, in seine Fußstapfen wird die Modemarke SuitSupply nicht treten können, aber auch sie produzieren schon mal Sujets, die nicht nur cool aussehen, sondern auch einen Sinn haben. Zum Beispiel deckten sie mit den Fotos der Damen-Anzugskollektion die Objektifizierung der Frauen in der Werbung auf. Und nun haben sie sich was Neues einfallen lassen:

Das Sujet ihrer Frühlings-/Sommerkollektion 2018 dreht sich um homosexuelle Liebe. Schicke Männer küssen sich, kuscheln und posen liebevoll nebeneinander. Die Bilder sind ästhetisch und sexy - so wie gute Werbung eben sein kann. Doch das sehen nicht alle so: Laut dem Nachrichtenportal Dutch News soll SuitSupply 14.000 Insta-Follower wegen dieser Kampagne verloren haben!

Doch die Hater werden sich nicht vor dem Anblick drücken können, denn die Plakate sind auch in fast allen Stores - in 22 Ländern - zu sehen! Nur Kunden der Geschäfte in Russland und den Vereinigten Arabischen Emiraten müssen auf die schönen Pics verzichten, da man Boykotte fürchtet. CEO Fokke de Jong sagte in einem Interview: "In der Modewerbung geht es oft um die Anziehungskraft zwischen Menschen, aber nicht um die Anziehungskraft zwischen Männern. Wir dachten uns, es wäre eine gute Sache, das einmal zu probieren."

Ja, das ist tatsächlich eine großartige Idee! Denn in unserer Gesellschaft gibt es eine große Diskrepanz zwischen reden und leben. Wir reden viel darüber, dass wir emanzipiert sein müssen, dass Kinder mehr starke Frauen sehen müssen und, dass wir mehr Vorbilder brauchen, die ein Leben abseits unserer "Norm" führen. Aber so wirklich viel passiert da nicht. Deshalb ist eine solche Kampagne auch so wichtig: Die Sichtbarkeit hilft allen, die sich selbst frei entwickeln wollen!

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