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Surfen für Dummies: Die City Wave im Test

In Wien am Schwarzenbergplatz kann man jetzt wellenreiten – fast so gut wie vor Biarritz. WOMAN-Redakteurin Pia Kruckenhauser ging unter die Surfergirls.

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Surfen für Dummies
© Florian Rainer

Meine Surf-Karriere hatte ich mit 15 Jahren für beendet erklärt. Da bin ich im kalifornischen Pazifik beinahe ertrunken bei dem Versuch, auf einem Brett zu stehen und die Wellen zu bezwingen. Seither war mein Bedürfnis nach dem Surfergirl-Lifestyle klein und mein Respekt vor internationalen Gewässern groß. Die Eröffnung der City Wave ließ mich diese Entscheidung jetzt überdenken. Die zu testen ist für eine Fitness-Redakteurin ja quasi ein Muss. Außerdem: Hier zu surfen ist echt easy, das schafft jeder, versprechen die Betreiber des Spektakels. Also Augen zu und durch!

Montag, 10 Uhr, ich wurstle mich in den Wetsuit. In Wirklichkeit habe ich überhaupt keine Ahnung vom Surfen. Dabei sieht es supereasy aus bei denjenigen, die bereits im Wasser sind. Damit wir wissen, wie ich auf dem Surfbrett stehen soll, stupst mich Trainierin Sabrina von hinten an. Mein rechter Fuß geht automatisch nach vor, also stehe ich „goofy“ auf dem Board – im Unterschied zu den meisten, die den linken Fuß vorne haben.

Dann erklärt Sabrina mir, wie ich die Füße platzieren soll (den hinteren quer zum Brett, den vorderen ca. 35° nach vor gedreht), worauf ich achten soll, wenn ich ins Wasser gehe (immer Druck aufs Brett ausüben, sonst ist es sofort weg) und wie ich die Balance halte (tief in die Knie gehen und Schwerpunkt je nach Wellengang ständig verlagern). Die erste Challenge ist das Reingehen ins Wasser.

Surfen für Dummies

Während neben mir alle scheinbar total entspannt surfen und in die Welle stürzen, schreit in meinem Hinterkopf eine Stimme laut auf. „No way“, kreischt sie, „du gehst da auf keinen Fall hinein!“ Ziemlich schnell ziehe ich meine Füße auch wieder vom Board und das Board aus dem Wasser. Mit ein paar tiefen Atemzügen und viel gutem Zureden der Trainerin beruhige ich mich wieder. Ich sehe, dass alle, die in die Welle stürzen – weit entfernt davon zu ertrinken –, frischfröhlich wieder aus dem Wasser kommen und von vorne anfangen.

Surfen für Dummies

Beim zweiten Versuch klappt es dann auch bei mir. Ich bekomme das Board in die Welle, hieve meinen Po vom Beckenrand und bekomme die Stange zu fassen. Etwa 7 Sekunden lang halte ich das Gleichgewicht, bevor ich in die Fluten stürze.

Beim nächsten Versuch geht es schon etwas besser. Der Trick ist, hinten mehr Druck draufzubringen, damit vorne die Boardspitze aus dem Wasser ragt. Wird die überspült oder kommt das Wasser über die Seitenkanten, ist es nämlich schnell vorbei. Die stehende Welle, auf der man surft, ist aber 140 cm tief, es kann also in Wirklichkeit nichts passieren, wenn man sich fallen lässt.

Surfen für Dummies

Beim dritten Mal schaffe ich es bereits, mich nur noch mit einer Hand festzuhalten. Etwas verkrampft bin ich schon noch, aber ich habe inzwischen schon recht viel Spaß dabei. Diesmal bleibe ich bereits fast eine Minute im Wasser, bevor ich glamourös untergehe. Vor dem nächsten Versuch muss ich etwas verschnaufen, das Ganze ist nämlich echt anstrengend. Der Körper ist ständig in Bewegung, um die Welle auszutarieren, dabei ist man hochkonzentriert.

Die nächste Challenge ist, freihändig auf der Welle zu stehen. Da meine Haltung auf dem Board inzwischen schon recht professionell ist, wie mir Trainerin Sabrina bestätigt, sollte das nicht allzu schwer sein. Beim ersten Mal geht das ziemlich in die Hose, sobald ich die Stange vor mir loslasse. Nach ein paar Anläufen schaffe ich es immerhin gut 10 Sekunden. Ich sehe noch nicht ganz so graziös aus wie die Profis, aber ganz ehrlich: Da fehlt fast nichts mehr!

Surfen für Dummies

Die City Wave am Schwarzenbergplatz ist bis 30. September 2016 täglich von 10-19 Uhr geöffnet. Plätze werden online gebucht oder nach Verfügbarkeit auch kurzfristig vor Ort. Eine Session (50 Minuten, max. 12 Personen) kostet € 39,–/Person inkl. Board und Helm. Wetsuit kostet € 5,– extra. Surfen können prinzipiell alle, die gesund sind, Kinder ab 8 Jahren. Die Begleitung kann es sich derweil an der Bar gemütlich machen und bei einem Drink zusehen.
Alle Infos und Buchung: 3citywave.at

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