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Survivalguide für die Festsaison

Fröhliche Versuchung: Christkindlmarktbesuche, Weihnachtsfeiern und Backnachmittage häufen sich. Naschen ohne Extrakilos geht trotzdem: mit unserem Survivalguide für die Festsaison.

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Survivalguide für die Festsaison
© Thinkstock

Zwei zentrale Philosophien gibt es in der Vorweihnachtszeit, wenn es ums Essen geht: entweder alles oder nichts. Die einen essen so viel und lange, bis sie sich irgendwann heimlich den Hosenknopf aufmachen müssen und kaum noch bewegen können. Die anderen bleiben hart und streichen konsequent sämtliche zusätzliche Leckereien von ihrem Speiseplan. Nicht leicht, denn gerade jetzt wimmelt es an jeder Ecke von kulinarischen Köstlichkeiten.

Dabei musst du gar nicht ständig kasteien oder ein schlechtes Gewissen haben, denn wenn man ein paar Punkte beachtet, ist es nicht so schwer, die goldene Mitte zu finden. Mit vorausschauender Planung, Ernährungstipps und ein paar raffinierten Tricks aus der Psychologie lernst du, dich nicht permanent zum Naschen verführen zu lassen. So kannst du die Adventzeit und die Feiertage genussvoll und trotzdem ganz ohne Reue auskosten.

1

Greife zu Appetitzüglern aus der Natur. Hole dir natürliche Heißhungerwaffen in die Küche: Bitterstoffe (z.B. in Grapefruit, Chicorée) regulieren das Appetitzentrum im Gehirn. Geschmack und Duft der Vanille hemmen den Gusto auf Süßes: Gib echtes ätherisches Vanilleöl in die Duftlampe: Das sorgt für eine angenehme Atmosphäre und hält den Naschdrang in Schach.

2

Naschen ist gut, Kontrolle ist besser. In diesem Sinne: Sei nicht gar zu streng mit dir und sündige auch mal - aber mit Maß und Ziel. Greife nicht nebenbei zur Weihnachtsbäckerei, nur weil sie in Reichweite herumsteht. Denn so merkt man gar nicht so richtig, was man gerade isst. Und außerdem: Wer zählt da die einzelnen Kekse mit? Nimm dir lieber eine Serviette oder einen kleinen Teller und suche dir ganz bewusst drei, vier Kekse aus, die du unbedingt probieren möchtest. Diese iss dann ohne Ablenkung und genieße Bissen für Bissen.

3

Keine Zeit für Sporteinheiten? Improvisiere! Bewegung ist das beste Mittel gegen überschüssige Kalorien. Leider fehlt uns im Advent oft die Zeit dafür. Doch auch nebenbei kann man etwas tun: Spanne bis zum Nachmittagskaffee stündlich den Po für eine Minute an, das verbrennt 100 Kalorien - in etwa zwei Vanillekipferl. 20 Minuten in der U-Bahn stehen statt sitzen oder 10 Minuten im Wohnzimmer tanzen entsprechen einem weiteren Kipferl.

4

Kaltes klares Wasser Greife zu Wasser. Denn flüssigen Zucker in Form von Sekt, Punsch oder heißer Schokolade konsumierst du bei den anstehenden Feiern ohnehin in rauen Mengen. Verzichte deshalb zu Hause und in der Arbeit gänzlich auf Limonaden, Fruchtsäfte und Zucker im Kaffee. Trinke stattdessen lieber ausreichend stilles Wasser oder ungesüßte Kräutertees. Das hilft Darm und Nieren beim Ausspülen und Abtransport von Giftstoffen und Abfallprodukten, die wir jetzt vermehrt über die Nahrung zu uns nehmen.

5

Ich denke, also bin ich satt. Gusto entsteht im Gehirn, deshalb muss man zuallererst den Geist davon überzeugen, dass der heiß ersehnte Snack eigentlich nicht nötig ist. Bevor du also zuschlägst, schließe die Augen und spiele eine Situation, in der du in netter Runde so richtig genüsslich speist, im Detail durch. Allein der Gedanke bringt Genugtuung. Du wirst bestimmt weniger oder sogar gar nichts mehr essen wollen.

6

Clever planen ist die halbe Miete. Du bist zum Abendessen eingeladen? Dann sollte es mittags leichte Kost geben, z.B. gedünsteten Fisch und Gemüse. Und nach einem ausgiebigen Feiertagsgelage im Kreise der Familie ist anschließend ein Dinner Cancelling angesagt.

7

"Ich hätte gerne das gleiche was sie hat." Amerikanische Forscher haben herausgefunden, dass wir sogar beim Essen häufig unsere Mitmenschen imitieren, um sympathischer auf sie zu wirken. Sobald unser Gegenüber eine Entscheidung getroffen hat, machen viele von uns mit, ohne zu zögern. Studiere deshalb, wenn du dich das nächste Mal in dieser Situation befindest, genau die Speisekarte und wähle bewusst. Ansonsten hast du statt der Forelle ruck zuck auch eine große Portion Spaghetti Carbonara bestellt.

8

Ein Dinner in the Dark macht dich genügsamer. Grelle Beleuchtung und hoher Lärmpegel lassen uns hastiger und mehr essen, wie Studien über das Essverhalten in Fast-Food-Restaurants zeigen. Gemütlich geht ohnehin anders. Mache es dir zuhause schön, lege ruhige Swing-Klassiker auf und dimme das Licht oder zünde Kerzen an. So isst du weniger, das aber gemächlich und mit Stil.

9

Halte Sicherheitsabstand. Raus aus der Küche und weg vom Buffet! Wer ständig Essen sieht und riecht, greift öfter zu. Selbst dann, wenn der Hunger längst gestillt ist. Halte dich deshalb auf Partys in den "essensfreien“ Zonen auf und konzentriere dich auf interessante und lustige Gespräche. Deswegen bist du ja eigentlich gekommen.

10

Stelle den Wecker auf Auszeit. Nur keine Hektik aufkommen lassen. Denn besonders Gestresste essen zu schnell, zu viel und zu ungesund. Um sich gegen die permanenten Verführungen stark zu machen, ist ausreichend Schlaf ein absolutes Muss. Sollte es dennoch einmal länger werden, hilft ein nachmittäglicher Powernap. Entspannungstipp fürs Büro: Wenn das Leistungstief kommt, Augen schließen und ein paar Minuten entspannen. Das bewahrt vor hastigen Snackattacken.