Ressort
Du befindest dich hier:

WOMAN des Monats: Susanne Frühmann

Diese Oberösterreicherin verbessert die Welt, indem sie Hauben häkelt und damit ein Frauenhaus in Peru unterstützt. Wir haben mit der 34-Jährigen über ihr neues Sozialprojekt gesprochen.

von

Susanne Frühmann beanie.at
© Markus Frühmann, lefti. at

Genau vor einem Jahr haben wir schon einmal über die 34-Jährige Unternehmerin Susanne Frühmann berichtet. Zu Beginn wurde die Oberösterreicherin belächelt, denn niemand glaubte, dass sie einmal vom Haubenhäkeln leben könnte. Heute ist Beanie.at ein erfolgreiches Unternehmen, das gleichzeitig ein Sozialprojekt unterstützt. Wir haben mit der engagierten Unternehmerin und Mama eines 5-jährigen Sohnes über ihr neues Projekt *fairknits* gesprochen und sie zur WOMAN des Monats im November gemacht. So viel Sinn für Fairness und Nachhaltigkeit gehört nämlich belohnt!

WOMAN: Seit wann werden unter dem Label „handmade im Salzkammergut“ Winter-Basics für Männer, Frauen und Kinder entworfen und verkauft?
Susanne Frühmann: Alles hat damit begonnen, dass ich Hauben und Mützen für mich und meine Freunde häkelte. Als Vorlage diente anfangs die lässige Snowboard-Mütze eines Freundes und der feste Entschluss „das kann ich auch“. Die Geschäftsidee hatte ich dann ein Jahr später (2008), als mich Leute darauf ansprachen und ebenfalls eine Haube bestellen wollten. Mein Mann programmierte mir damals eine erste kleine Website (www.beanie.at) und ich begann, maßgefertigte Beanies zu häkeln, als „DIY“ (Do-it-yourself) noch kein Trend war. Die Produkte reichten von Trachten-Beanies über sportliche Schi-Mützen bis zu Baby-Beanies, die man mittels Konfigurator selbst gestalten konnte.

WOMAN: Wie habt ihr eure Kunden erreicht?
Susanne Frühmann: Den Online-Shop gab es von Anfang an Eine große Fangemeinde hatte ich bald auch auf Facebook (www.facebook.com/beanie.at). Jeden Winter hieß es für mich und meine Familie aufs Neue: Hauben häkeln wie am Fließband. Es packten alle mit an, allen voran meine Großmutter Christl (83) und meine Mutter Brigitte (60). Schnell wurde daraus in den Wintermonaten mehr als eine Freizeitbeschäftigung. Es halfen sogar Freunde mit, die Bestellungen abzuarbeiten. Ich verkaufte meine Beanies nach Österreich, Deutschland, Schweiz und Italien.

WOMAN: Nun fertigen deine Designs aber peruanische Frauen unter dem Label beanie.at fairknits. Wie kam es dazu?
Susanne Frühmann: Aufgrund der Bekanntheit von Beanie.at erhielt regelmäßig Angebote aus Firmen in Osteuropa und Asien, meine Mützen billig „in Masse“ herstellen zu lassen. Maschinell gestrickte Mützen, minderwertige Materialien oder unmenschliche Arbeitsbedingungen – das alles entsprach so gar nicht meinen Vorstellungen. Die Produktion in reiner Handarbeit und die Verwendung reiner, exklusiver Naturfaser waren zwei wichtige Säulen, auf die ich weiter bauen wollte. Ich knüpfte Kontakte zu einer peruanischen Hilfsorganisation, um meine eigene fairtrade Strick-Linie „Beanie.at *fairknits*“ aufzubauen. Das wurde die dritte Säule von Beanie.at: die faire und nachhaltige Produktion in Zusammenarbeit mit einer Hilfsorganisation in den Peruanischen Anden werden. „Mode mit Herz“ – also Strickmode mit gutem Zweck.

WOMAN: Wie wird den Frauen damit geholfen?
Susanne Frühmann: Heute wird jedes Stück in Peru mit viel Liebe zum Detail von den Frauen handgestrickt. Ich unterstütze damit ein Sozialprojekt von SOLID International (www.solidinternational.ch) und gebe jungen Müttern in einer der ärmsten Regionen Perus eine neue Perspektive: Eine sichere und fair entlohnte Anstellung samt Kinderbetreuung.

WOMAN: Hast du die Mütter, die dort arbeiten selbst getroffen?
Susanne Frühmann: Natürlich! Ich war erst im Juni 2016 wieder dort, um die Produktion der nächsten Kollektion zu besprechen, die Mamas zu besuchen und mich selbst vor Ort von der nachhaltigen Produktion zu überzeugen. Ich muss gestehen: Ich bin selbst immer tief beeindruckt, was hier auf die Beine gestellt wurde.

WOMAN: Ihr verwendet für die Fairtrade-Designs nur die Wolle von Baby-Alpakas. Warum?
Susanne Frühmann: Den besten Rohstoff für meine Mützen, Schals und Ponchos fand ich in den südamerikanischen Anden: der Heimat der Alpakas. Ich verwende reine, wertvolle Babyalpaka Wolle, auch das „Vlies der Götter“ genannt. Sie gehört zu den exklusivsten Naturfasern, ist weich und geschmeidig aber gleichermaßen widerstandsfähig und besitzt hervorragende Isolationseigenschaften. Von diesem süßen Tier verwenden wir ausschließlich die kuschelweiche „Baby-Alpaka“-Wolle, also die Wolle der Jungtiere. Alpakawolle hat eine antibakterielle Wirkung. Im Vergleich zur Schafwolle besitzt diese Wolle äußerst wenig Wollfett (Lanolin). Daher können sich Bakterien auf der Oberfläche nicht vermehren und sterben ab. Bei niedrigen Temperaturen speichert Alpakawolle die Körperwärme besser als jede andere Wolle.

Eine Mütze von Beanie.at kostet im Schnitt 57,- Euro. Mittlerweile kann man im Online-Shop aber auch Stirnbänder, Schals oder Ponchos kaufen. Alle Infos gibt es hier: www.beanie.at

WOMAN Community

Deine Meinung ist wichtig! Registriere dich jetzt und beteilige dich an Diskussionen.

Jetzt registrieren!

Schon dabei? .