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Stalking-Dienst: Ich weiß, dass du auf Tinder bist

Flirtet dein Freund heimlich auf Tinder fremd? Mit dem neuen Webdienst Swipebuster kannst du es herausfinden. Wir sagen, ob du es probieren solltest.


Stalking-Dienst: Ich weiß, dass du auf Tinder bist
© Tinder

"Du glaubst gar nicht, wen ich alles auf Tinder entdeckt habe!" - Egal, mit wem man spricht: Wer auch immer Tinder nutzt, weiß Geschichten über offiziell eigentlich gebundene Bekannte, die mithilfe der Dating-App fremdflirten.

Jetzt hoffen wir, dass in deiner Beziehung absolutes Vertrauen herrscht und du dir sicher bist, dass dein Liebster nicht heimlich Tinder auf seinem Smartphone installiert hat. Und trotzdem: in mehr Beziehungen als man denkt kommt plötzlich ein Verdacht dazwischen, ein Anflug von Eifersucht und die bange Frage: Wäre es nicht besser, wenn ich es überprüfen könnte? Wenn ich Gewissheit habe, dass ER (oder SIE) nicht doch zwischen potentiellen Partnern herumwischt, sich bereits die nächste Option zumindest virtuell offen hält?

Swipebuster: App prüft, ob dein Partner bei Tinder ist

Der neue Webdienst Swipebuster will genau das ermöglichen. Der virtuelle "Privatdetektiv" kostet fünf Dollar, zahlbar über die Kreditkarte. Und so funktioniert es:

  • Du gibts auf Swipebuster den Vornamen, das Alter und Geschlecht der auszuspionierenden Person an.
  • Dann wählst du den Ort, an dem sich dein "Opfer" vermutlich zuletzt bei Tinder eingeloggt hat (etwa "Guntramsdorf").
  • Nun wirds kritisch. Denn neben deiner Mailadresse musst du auch sofort deine Kreditkartendaten hinterlassen. Denn die Tinder-Schnüffelei kostet umgerechnet knapp vier Euro. Fällig noch ehe du den Hauch eines Ergebnisses hast.
  • Nun checkt die auf der offiziellen Tinder-Programmierschnittstelle basierende App, ob eine bestimmte Person die Plattform nutzt.
  • Anschließend sucht die Website nach dem geeigneten Kandidaten und informiert im Fall eines Treffers, wann dieser das letzte Mal bei Tinder aktiv war und ob er nach einer Frau oder einem Mann gesucht hat.
  • Da die Wahrscheinlichkeit hoch ist, dass es mehrere Menschen mit selbem Vornamen in einer Stadt gibt, sucht das Programm passende Nutzer heraus – über das Foto kann dann die gesuchte Person ausgewählt werden.

Du findest, diese Spionage widerspricht dem Datenschutz? Nicht ganz. Denn Swipebuster ist völlig legal und basiert auf der offiziellen Tinder-API. Tinder selbst hat mit der Anwendung offenbar keine Probleme - alle abgerufenen Daten seien öffentliche Informationen. Ein Statement der Dating-App: "Durchsuchbare Informationen auf der Webseite sind öffentliche Informationen, die Tinder-Nutzer auf ihrem Profil einstellen. Wenn sie herausfinden wollen, wer auf Tinder ist, empfehlen wir, das Geld zu sparen und unsere kostenlose App herunterzuladen."

Swipebuster: "Es geht um Aufklärung"

Der Entwickler von Swipebuster will anonym bleiben. In einem Mail-Statement gegenüber Vanity Fair gab er an, dass es ihm nicht darum gehe, private Spionage zu fördern, ganz im Gegenteil. Er wolle mit seinem Dienst nur darauf aufmerksam machen, wie bereitwillig und naiv Menschen im Netz ihre Daten offenlegen würden.

Warum er sich diese "Aufklärung" von den Usern entgelten lässt, darauf freilich gab es keine Antwort.

Soll ich meinen Partner auf Tinder suchen?

Darauf gibt es zwei Antworten: Wenn dir danach ist, dann mach' es nicht über Swipebuster. Denn seine Kreditkartendaten einfach einem unbekannten Anbieter zu überlassen, davon würden wir dringend abraten – zumal es bislang keinen Test gibt, ob man bestimmte Menschen damit wirklich stalken kann. Und dann gibt es noch die moralische Antwort: Tu' es nicht, wenn du deinen Partner liebst. Versuche besser, Vertrauen aufzubauen und nicht daran zu zweifeln, dass er dich ebenfalls mag. Sonst bist du selbst der Totengräber deiner Liebe.