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Der Taj Mahal ist das erste indische Monument mit einem Raum für stillende Mütter

Mütter, die in der Öffentlichkeit ihr Kind stillen, werden nicht nur in Indien kritisiert. Doch dort ist das Tabu besonders stark. Deshalb ist es ein großer Schritt, dass eins der wichtigsten Monumente Indiens für Mütter einfacher zugänglich wird.

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© Photo by Koushik Chowdavarapu on Unsplash

Der Taj Mahal ist eine Grabstätte, die als Symbol für unendliche Liebe gilt. Großmogul Shah Jahan widmete das Grabmal seiner Frau Mumtaz Mahal, die bei der Geburt ihres 14. Kindes verstarb. 1648 wurde der Taj Mahal fertiggestellt und gehört seit 1983 zum UNESCO-Weltkulturerbe. Es ist eins der wichtigsten Monumente Indiens und es wird geschätzt, dass bis zu 70.000 Menschen pro Tag das Grabmal besuchen. Darunter befinden sich auch viele Familien mit kleinen Kindern. Stillen konnten die Mütter ihre Babys bis jetzt nur, wenn sie sich komplett verdeckten oder in den sanitären Anlagen. Doch jetzt gibt es eine große Neuigkeit: Stillende Mütter haben ihren eigenen Raum im Taj Mahal bekommen.

Mütter, die in Ruhe ihr Kind füttern können

Veranlasst hat das eine Abteilung des indischen Kulturministeriums unter Leitung von Vasant Kumar Swarnkar, der mit dieser Änderung "den Besuch von Millionen Müttern und ihren Babys" erleichtern will. Im Juli wird der Raum im Taj Mahal eröffnet, doch er soll nicht allein bleiben. Auch in anderen Monumenten im Raum Agra sollen weitere Räume folgen. Und Swarnkar hofft, diesen Trend weltweit zu verbreiten.

Warum ist Stillen so ein Tabu-Thema?

Stillen in der Öffentlichkeit spaltet die Gesellschaft. Die einen sagen, dass sie sich von den nackten Brüsten gestört fühlen. Die Mütter wiederum sehen nicht ein, warum sie sich im Klo verstecken sollen, wenn sie doch nur ihr Kind füttern wollen. Regelmäßig liest man von Müttern, die in Restaurants von anderen Menschen kritisch beäugt oder sogar vom Platz verwiesen werden. Es gibt provokante Kolumnen, in denen gefordert wird, dass "Mütter ihre Brüste aus dem Teller anderer Leute halten sollen". Und dann gibt es da noch unzählige negative Facebook-Kommentare unter Artikeln, in denen das Stillen in der Öffentlichkeit positiv beleuchtet wird.

Zum Glück gibt es aber auch Stimmen, die für das Stillen in der Öffentlichkeit einstehen. Ein britischer Papa-Blogger beschrieb in einem satirischen Facebook-Posting, wie er in einem Lokal beschimpft wurde, weil er sein Kind im T-Shirt fütterte. Die Kommentare unter dem Posting zeigen, dass viele Eltern mit ihm fühlen und, was man mit Humor alles ausrichten kann.

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Themen: Reise, Feminismus