Ressort
Du befindest dich hier:

Tamara Metelka im exklusiven WOMAN-Interview über die Buhlschaft & Co.

Die Frau von Burg-Star Nicholas Ofczarek im exklusiven WOMAN-Interview: über die schlimmste Zeit ihres Lebens, und warum sie sich nach 15 Ehejahren immer wieder neu in ihren Mann verliebt...


Tamara Metelka im exklusiven WOMAN-Interview über die Buhlschaft & Co.
© Irene Schauer

„Lassen Sie es uns gemütlich angehen“, begrüßt uns Tamara Metelka, 38, zum Interview und bestellt erst mal eine Tasse Espresso. Hektik hatte sie in den vergangenen Wochen genug, schließlich steht ihr Mann Nicholas Ofczarek bei den Salzburger Festspielen derzeit als Jedermann auf der Bühne. „Niki hat dort viel zu tun, ich habe ihn, so gut es geht, unterstützt. Aber irgendwann kann einem der Rummel auch zu viel werden, dann genieße ich die Ruhe in unserem Haus auf dem Land.“ Und während ihr Mann, mit dem sie seit 15 Jahren liiert ist und Tochter Maeve, 11, hat, als großer Schauspiel-Star gefeiert wird, startet Tamara Metelka selbst durch. Die Schauspielerin, Regisseurin & Dozentin am Max-Reinhardt-Seminar eröffnet ihr eigenes Sprechstudio „Sprachraum“.

WOMAN: Sie machen sich als Sprechtrainerin selbständig. Hatten Sie jemals das Gefühl, für den Erfolg Ihres Mannes zurückstecken zu müssen?

Metelka: Nein, aber natürlich habe ich freiwillig auf Dinge verzichtet, damit unser Familien leben weiter funktioniert. Zum Beispiel habe ich in diesem Sommer nicht Theater gespielt, das wäre sich nicht ausgegangen. Diese kleinen Opfer sind für mich eine logische Konsequenz. Niki würde es umgekehrt genauso machen. Wir werden oft gefragt, ob ich nicht neidisch auf ihn sei – das verstehe ich nicht! Ich bin seine Frau! Da geht es nicht um Neid. Wenn mich etwas stört, dann, dass wir uns so selten sehen, aber in unserer Beziehung gibt es keinen Machtkampf!

WOMAN: Sie sind seit 15 Jahren ein Paar. Wie haben Sie einander kennen gelernt?

Metelka (lacht) : Im Hanappi-Stadion bei einem Rapid-Match, damals waren wir 17, und ich war die Freundin seines Kumpels. Über die Jahre hatten wir dann nur spärlich Kontakt, erst als ich 1995 ans Burgtheater kam, wo er auch gespielt hat, hat es gefunkt.

WOMAN: Sie waren sich Ihrer Sache ziemlich sicher …

Metelka: Stimmt! Wir haben nämlich bereits nach neun Monaten geheiratet. Es war ganz geheim! Sogar unsere Eltern haben erst eine Woche vorher davon erfahren. Wir wollten, dass es ein Fest für uns wird. Am Abend nach der Trauung haben wir dann unsere Freunde informiert – die waren total überrascht und sind spontan mit Champagner zu uns gekommen. Es war wunderschön!

WOMAN: Ist Ihnen das nicht zu schnell gegangen?

Metelka: Nein, das war immer ganz klar für uns. Es gab von Anfang an immer wieder Momente zwischen uns, in denen wir uns so nah waren, dass ich mir gedacht habe: „Huch, wir kennen uns ja eigentlich gar nicht so lange.“ Aber ich glaube, dass man es merkt, wenn man denjenigen trifft, mit dem man sein Leben verbringen möchte. Diese Zeile „in guten wie in schlechten Zeiten“ bedeutet mir sehr viel. Und wenn man so lange zusammen ist, dann gibt es eben nicht nur schöne Momente. Eine Ehe ist nicht immer ein lustiges Spiel, sondern bedeutet auch immer wieder Arbeit – an der Beziehung so wie an sich selbst.

WOMAN: Wie haben schwere Zeiten Ihre Beziehung geprägt?

Metelka: In schweren Zeiten merkt man, was man an seiner Familie und seinen Freunden hat. ’05/06 gab es ein paar einschneidende Wendepunkte in meinem Leben. Zuerst habe ich das Burgtheater verlassen, dann wurde ich noch dazu sehr krank. Zu Weihnachten bin ich im Krankenhaus gelegen. Da war mir klar: So kann es nicht weitergehen. Ich muss etwas in meinem Leben ändern!

WOMAN: Was hat damals an Ihnen gezehrt?

Metelka: Vor allem ich selbst. Ich war mit meinem Engagement am Burgtheater schon lange nicht mehr glücklich, aber es war nicht so leicht loszulassen. Trotzdem: Dieser Schritt hat mich aus einer Starre geholt und mir wieder Leben eingehaucht. Krankheiten passieren ja auch nie ohne Grund! Wenn man ein Leben führt, das man eigentlich nicht führen will, dann schlägt sich das häufig im Körper nieder. Damals habe ich mit dem Kampfsport begonnen. Mittlerweile trage ich den schwarzen Gürtel in Taekwondo, und jetzt habe ich auch Shinergy für mich entdeckt. Das gibt mir Kraft und Leichtigkeit! Auch Niki und unsere Tochter trainieren mittlerweile im Shinergy-Center – so verbringen wir noch mehr Zeit zusammen.

WOMAN: Wie oft gibt es das? – Zeit, die nur der Familie gehört...

Metelka: Ein Fixpunkt ist das Frühstück. Egal wie spät es am Vortag geworden ist, um sieben Uhr gibt’s Frühstück.

WOMAN: Es heißt: Hinter jedem starken Mann steht eine starke Frau. Das sind Sie definitiv!

Metelka: Wir sind beide sehr starke Persönlichkeiten, das heißt, es kracht auch schon mal ordentlich zwischen uns. Danach ist die Luft aber auch wieder sauber. Beziehungen, in denen nicht gestritten wird, finde ich unheimlich. Ich könnte mit keinem Mann zusammen sein, der es nicht verkraftet, wenn ich mal brülle. Und umgekehrt genauso. Wir sind leidenschaftlich und laut, das beschreibt uns am besten (lacht) .

WOMAN: Berufsbedingt sind Sie oft getrennt...

Metelka: Das sind die Schattenseiten des Erfolges. Ich vermisse Niki sehr, wenn er nicht da ist. Glücklich sind wir erst richtig, wenn wir zusammen sein können.

WOMAN: Schön, wie verliebt Sie klingen! Was hält Ihre Liebe frisch?

Metelka: Wir sprechen viel miteinander – in einem offenen und ehrlichen Ton. Auch wenn es manchmal weh tut. Das ist, glaube ich, ein guter Nährboden für eine funktionierende Partnerschaft. Und wir versuchen uns immer wieder gegenseitig zu überraschen. Wichtig finde ich auch, sich innerhalb der Beziehung weiterentwickeln zu können und so seinem Partner immer wieder neu zu begegnen. Mir ist es letztens so gegangen, als ich meinen Mann in seinem neuen Film „Sennentuntschi“ gesehen habe. In dieser Rolle ist er mir so anders, so unbekannt gewesen – da hab ich mich gleich noch mal in ihn verliebt... Ich bin eben doch eine Kitschnudel (lacht) .

WOMAN: Sie haben mit 24 Jahren geheiratet, jedoch nur standesamtlich. Sind Sie gläubig?

Metelka: Sehr! Doch nicht im religiösen Sinne. Ich wurde zwar katholisch erzogen, bin aber aus der Kirche ausgetreten. Ich glaube an das Leben, und ich glaube daran dass es Kräfte gibt, die stärker sind als wir.

WOMAN: Ihre Tochter ist elf. Haben Sie noch Lust auf ein zweites Baby?

Metelka: Sie war damals ein absolutes Wunschkind, und wir haben auch oft über ein weiteres Kind nachgedacht. Aber mittlerweile bin ich ambivalent … Das Baby wäre dann praktisch ein Einzelkind. Das Alter spielt da auch eine Rolle … Zwei Monate nach der Geburt unserer Tochter habe ich bereits wieder Theater gespielt, de facto habe ich damals sechs Monate lang fast gar nicht geschlafen. Das funktioniert mit 26, aber mit 38? Ich konzentriere mich jetzt erst mal auf mein Sprechstudio.

WOMAN: Verraten Sie uns doch wie Nicholas Ofczarek privat ist. Wenn man ihn von der Bühne kennt, könnte man meinen er sei ein Macho!

Metelka (lacht) : Nein, das ist er überhaupt nicht. Sogar wenn Niki beruflich total eingespannt ist, und er merkt, mir stinkt die Hausarbeit gerade, hilft er mit. Das ist überhaupt kein Thema! Wir leben eine gleichberechtigte Partnerschaft.

WOMAN: Würden Sie selbst mal gerne als Buhlschaft an der Seite Ihres Mannes spielen?

Metelka: (lacht) Was soll ich jetzt dazu sagen? Die Buhlschaft ist eine tolle Rolle, es ist auch großartig wie Birgit sie in diesem Jahr angelegt hat. Aber mit Niki gemeinsam? – Nein! Obwohl ich prinzipiell total gerne mit ihm zusammenarbeite, aber dann gäbe es bestimmt einen großen öffentlichen Aufruhr. Und wir haben es eigentlich lieber wenn unser Privatleben auch privat bleibt.

WOMAN: Der Jedermann ist ein bedeutende Rolle? In der Vorbereitungszeit: War da das Zusammenleben mit ihrem Mann schwieriger?

Metelka: Eigentlich nicht, er wusste ja von Anfang an um die Größe der Rolle, und er ist da auch immer irrsinnig diszipliniert. Das einzige was sich auch privat widerspiegelt, ist die Aufregung kurz vor der Premiere. Da hilft es, wenn das Zuhause ein Rückzugsort ist, wo man sich erholen kann, reden kann, abschalten kann.

WOMAN: Haben Sie das Gefühl, das neben Arbeit, Familie & Haushalt irgendetwas auf der Strecke bleibt?

Metelka: Je älter unsere Tochter wird, desto weniger – was ich aber sehr vermisse: das Reisen. Ich würde mir wünschen, dass wir wieder einmal Zeit finden gemeinsam für eine längere Zeit wegzufahren. Richtig weit weg. Das letzte Mal waren wir 2004 für sechs Wochen in Kanada. Das war ein wunderbares Erlebnis, aber zurzeit kommen wir einfach nicht dazu...

MEHR Bilder finden Sie in WOMAN 17/2010!

Interview: Melanie Zingl