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Diese 4 Tampon-Mythen mussten endlich mal geklärt werden

Aus welchem Material bestehen Tampons eigentlich und gelangen durch sie tatsächlich Chemikalien in unsere Vagina? Wir haben die größten Mythen geklärt.

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Diese 4 Tampon-Mythen mussten endlich mal geklärt werden
© iStock

37 Prozent aller Frauen unter 50 nutzen Tampons für ihre Monatshygiene. Grund genug, um die größten Mythen zu klären und Licht ins Dunkel zu bringen. Denn obwohl wir jeden Monat mit unserer Menstruation konfrontiert sind, wissen die meisten von uns ziemlich wenig über die Dinger, die wir in unseren Körper einführen. Der Marktführer o.b. hat uns mit Infos und wissenschaftlichen Studien unterstützt.

Mythos 1: Herkömmliche Tampons bestehen aus Baumwolle

Die meisten europäischen Tampons bestehen nicht aus Baumwolle, sondern aus Viskose. Viskose wird aus Cellulose natürlichen Ursprungs hergestellt. Ein Rohstoff, der den europäischen Reinheitsanforderungen für (nicht-sterile) Verbandwatte entspricht. Einige Bio-Tampons bestehen im Gegensatz dazu aus 100 Prozent Bio-Baumwolle. Bei o.b. besteht die weichere, äußere Hülle je nach Variante aus einer Mischung aus Polyethylen, Polypropylen und Polyester. Der Grund dafür ist ein verbesserter Komfort, beispielsweise beim Einführen des Tampons.

Illustration von Sarah Eichert www.die-menstruationsbeauftragte.de


Mythos 2: Mit Tampons gelangen Chemikalien in die Vagina.

Grundsätzlich werden alle Rohmaterialen von Tampons, die im Handel erhältlich sind, sorgfältig ausgesucht, getestet und bewertet. Im Öko-Test 2017 konnten kritische Stoffe wie optische Aufheller, Formaldehyd, halogenorganische Verbindungen (aus Bleichverfahren mit Chlor) oder Pestizide (z. B. Glyphosat) in fast keinem der untersuchten Tampons nachgewiesen werden. 14 der 15 getesteten Tamponmarken schnitten „sehr gut“ ab, eine „gut“. Auch potenziell gefährliche Substanzen wie Formaldehyd, optische Aufheller und Pestizide konnte Öko-Test in den Tampons im Gegensatz zu früheren Tests nicht mehr nachweisen. Die Marke "U by Camelia Tampons Normal" schnitt weniger gut ab.

Mythos 3: Dem Körper sollte man während der Tage eine regelmäßige Tamponpause gönnen, damit die Vagina "atmen" kann.

Grundsätzlich sollte ein Tampon getauscht werden, wenn er sich vollständig mit Menstruationsblut vollgesogen hat. Ansonsten sollte er allerhöchstens 8 Stunden getragen werden. Wie häufig ein Tampon gewechselt werden muss, hängt von der individuellen Stärke der Menstruation ab. Je nachdem, sollte dann auch ein größerer oder kleinerer Tampon ausgewählt werden. Fest steht: Tampons kann man während der gesamten Periode verwenden, auch nachts. Wie aktuelle Forschungen zeigen, steht dem nichts im Wege.

Obwohl das Toxische Schocksyndrom (TSS) häufig mit dem Tragen von Tampons in Verbindung gebracht wird, gibt es keinen Grund zur Sorge, wenn diese ordnungsgemäß verwendet werden. Das Syndrom wird von einem Bakterium verursacht, das im menschlichen Körper (auch in der Vagina) vorkommt. Es kann aber auch bei nicht menstruierende Frauen auftreten, bei Kindern und Männern z. B. nach Operationen oder auch Insektenstichen, wenn man keine Antikörper gegen das Toxin der Bakterien entwickelt hat. TSS ist eine äußerst seltene, aber ernstzunehmende Erkrankung. Die meisten Menschen haben Antikörper dagegen gebildet.

Mythos 4: Tampons trocknen die Vagina aus und verursachen Pilzinfektionen.

Es gibt keine wissenschaftlichen Hinweise dafür, dass Tampons die Scheidenflora aus dem Gleichgewicht bringen oder das Risiko für Scheideninfektionen oder Austrocknen erhöhen. Um einem möglichen Trockenheitsgefühl vorzubeugen, solltet ihr die kleinstmögliche Saugstärke verwenden und den Tampon erst wechseln, wenn er keine Flüssigkeit mehr aufnehmen kann.

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