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Wie gefährlich sind Tampons?

Ein Mädchen stirbt, weil es ihren Tampon nicht wechselt. Eine andere junge Frau verliert deswegen ihr Bein. Wie gefährlich sind Tampons für uns?

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Wie ungesund sind Tampons?

Besser zu Bio-Tampons greifen.

© istockphoto.com

Letztes Jahr verstarb ein 13-jähriges Mädchen an einem toxischen Schocksyndrom, weil es vergessen hatte ihren Tampon auszuwechseln. Und dieses Jahr wieder: Diesmal verliert ein amerikanisches Model ihr Bein, weil sie an TSS (auch die Tamponkrankheit genannt) erkrankte. Wir klären auf, worauf man bei der Verwendung von Tampons achten muss und welche Alternativen es gibt.

Was genau ist TSS?

TSS ist ein schweres Organ- und Kreislaufversagen, das durch ein bestimmtes Bakterium hervorgerufen wird. Wenn dieses Bakterium über eine offene Wunde oder die Gebärmutter in den Blutkreislauf kommt, bildet es ein Gift, das einen Schock im Körper auslöst und für die betroffene Person tödlich sein kann. Symptome für TSS sind hohes Fieber, Übelkeit, Durchfall, starker Schwindel oder Veränderungen der Haut.

"Obwohl in jeder Tamponpackung ein Warnhinweis zu TSS vorhanden ist, wissen nur die wenigsten Frauen über die Gefährlichkeit dieser Krankheit Bescheid“, erklärt erdbeerwoche-Co-Gründerin Annemarie Harant, die sich seit Jahren mit der Handhabung von Tampons und Nachhaltigkeit beschäftigt. Co-Founder Bettina Steinbrugger ergänzt: „Der Großteil der TSS-Fälle entsteht während der Periode durch zu langes Tragen eines Tampons aus meist synthetischen Materialien." Leider wissen die meisten Frauen nicht, dass 90% aller konventionellen Tampons aus einem Zellstoff-Plastik-Gemisch bestehen. Biotampons hingegen können laut einer Studie der New York University School of Medicine das Risiko eines toxischen Schocksyndroms mindern, da sie aus natürlichen und keinen synthetischen Kunststofffasern bestehen.

Hausmittel bei Scheidenpilz

Wie kann man TSS vorbeugen?

1

Grundsätzlich sind Tampons nicht gefährlich, wenn sie nicht zu lange im Körper gelassen werden! Tampons sollten max. 4-6 Stunden getragen und anschließend gewechselt werden.

2

Vor dem Einführen oder Entfernen eines Tampons immer die Hände mit Seife waschen.

3

In der Nacht auf Binden oder eine Menstruationskappe umsteigen.

4

Immer die kleinste notwendige Tampongröße wählen und supersaugfähige Tampons aus synthetischen Materialien vermeiden.

5

Auf Tampons aus 100% Biobaumwolle umsteigen – diese reduzieren nachweislich das Risiko, am toxischen Schocksyndrom zu erkranken.

Abgesehen vom Risiko an einem TSS zu erkranken, können Tampons unsere Scheidenflora durcheinander bringen. Die Folge sind Trockenheit und Scheidenpilz. Wenn du dazu neigst, solltest du auf eine Alternative umsteigen.

Welche Alternativen zu Tampons gibt es?

Ein Produkt, das derzeit immer bekannter wird, ist die Menstruationskappe (auch Menstruationstasse genannt). Dieser kleine Becher aus medizinischem Silikon wird wie ein Tampon in die Vagina eingeführt und fängt das Blut auf.
Laut einer im medizinischen Journal „Canadian Family Physician“ publizierten Studie über Menstruationskappen aus dem Jahr 2011 können sich die Bakterien, die zu einem toxischen Schocksyndrom führen können, auf einer Menstruationskappe nicht in dem Maße bilden, wie auf konventionellen Tampons. Außerdem wird gerade an einer Menstruationstassen-App gearbeitet, die vom Inneren der Vagina aus Auskünfte über deine Gesundheit geben kann. Hier mehr Infos: Looncup - Menstruationstasse verschickt Nachrichten aus deiner Vagina

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