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Tödliche Tampons?

Wir benutzen sie im wahrsten Sinne des Wortes regelmäßig. Seit Jahren. So auch Lauren Wasser. Aber sie wäre fast aufgrund eines Tampons gestorben und ihr Bein musste amputiert werden!


Tampon
© istockphoto.com

Lauren Wasser hat in der Genpool-Lotterie gewonnen: Sie arbeitete schon als Kind erfolgreich als Model und auch als Erwachsene beweist sie sich erfolgreich im harten Beauty-Business. Ein kleiner Gebrauchsgegenstand jedoch sollte ihr Leben für immer ändern.

Vor einigen Wochen fühlte sie sich während ihrer Periode müde und abgekämpft. Bekannte raten ihr, sich dringend auszuruhen, da man ihr die Mattheit sogar ansieht. Es wird wohl nur eine Erkältung sein, also legt sich Lauren ins Bett, um sich ordentlich auszuschlafen.

Dieser Schlaf wurde jedoch länger als gedacht: Sie wacht auf, als die Polizei mit ihrer besorgten Mutter vor der Türe stehen. Sie fühlt sich immer noch krank und müde und legt sich daraufhin gleich wieder hin. Diesmal jedoch schafft sie es nicht aus eigener Kraft aus dem tiefen Schlaf wieder aufzustehen.

Als Lauren daraufhin ins Krankenhaus gebracht wird, kämpft ihr Körper bereits mit einer schweren Infektion, ihre Organe versagen und sie hat einen Herzinfarkt. Bakterien breiten sich im ganzen Körper aus und die Ärzte und Ärztinnen können nur rätseln, was der Auslöser für diese gesundheitliche Katastrophe ist. Dann allerdings entdecken sie das Tampon.

Daraufhin wird das Model in ein künstliches Koma versetzt, um dem Körper eine Chance zu geben, das nun diagnostizierte toxische Schocksyndrom zu überleben. Beim Erwachen spürt sie immer noch brennende Schmerzen am ganzen Körper und erhält die Nachricht, dass ihr rechtes Bein amputiert werden muss, da die Infektion sich sonst noch weiter ausbreitet.

Und all das wegen eines Tampons? Laurens Familie verklagte der Hersteller, dieser weist dennoch alle Vorwürfe zurück, da auf jeder Verpackung vor den Risiken eines toxischen Schocks gewarnt wird. Aber Lauren kämpft weiter und möchte mit ihrer Geschichte vor allem andere Frauen vor möglichen Gefahren bei der Verwendung von Tampons warnen.

Was ist das toxisches Schocksyndrom?

Das toxische Schocksyndrom (TSS) wird oftmals auch als „Tamponkrankheit“ bezeichnet und führt durch Bakterientoxine zu schwerem Kreislauf- und Organversagen. Erste Symptome sind Fieber, Blutdruckabfall und Hautausschlag, gefolgt von Muskelschmerzen, Übelkeit, Durchfall, Nieren- und Leberschäden sowie Bewusstseinstrübung.

Die Erreger können über offene Wunden in den Körper eindringen, aber eben auch Tampons können einen Nährboden für Bakterien darstellen, die dann über die Schleimhaut in den Blutkreislauf gelangen. In den 70er Jahren starben an TSS mehrere Frauen, da Tamponfirmen statt Baumwolle ein synthetisches Material verwendeten, um Tampons noch saugfähiger zu machen.

Wie kann ich TSS verhindern?

Das Wichtigste: Wechsel dein Tampon regelmäßig - idealerweise alle vier bis maximal acht Stunden! Denn ist das Tampon länger im Körper, haben Bakterien länger die Chance, sich zu vermehren. Darüber hinaus solltest du zu Produkten mit geringer Saugfähigkeit aus Baumwolle statt synthetischem Material greifen. Bei richtigem Gebrauch ist die Wahrscheinlichkeit, an TSS zu erkranken, verschwindend gering. Aber gut zu wissen, was es bedeuten kann, wenn man zu faul ist sein Tampon regelmäßig zu wechseln, ist es allemal!