Ressort
Du befindest dich hier:

Tamponsteuer: Bundesjugendvertretung fordert Senkung

Damenhygieneartikel sind in Österreich nach wie vor nicht – wie andere Güter des täglichen Bedarfs – mit zehn Prozent, sondern mit 20 Prozent besteuert. Und gelten damit als Luxusgut wie Champagner. Die Bundesjugendvertretung fordert eine Senkung der Steuersätze und einen Tabubruch an Schulen!

von

Tamponsteuer: Bundesjugendvertretung fordert Senkung
© iStock

Grob geschätzt menstruiert jede Frau in ihrem Leben durchschnittlich rund 500 Mal und verbraucht dabei zwischen 10.000 und 17.000 Tampons oder Binden. Das geht nicht nur auf Kosten der Umwelt, sondern auch auf Kosten des weiblichen Geldbeutels. Frau gibt nämlich im Schnitt zwischen 1200 und 5000 Euro in ihrem gesamten Leben für Monatshygiene aus. Ausgaben für Verhütung, Schmerzmittel beziehungsweise Arztbesuche aufgrund von Menstruationsbeschwerden und so weiter sind hier noch nicht mal mit einberechnet. Ein ganzer Batzen Geld, den sich viele Frauen - auch in Österreich - nur schwer leisten können.

Die Bundesjugendvertretung (BJV) macht sich aktuell deshalb erneut für das Thema Menstruation stark. Die BJV hat dazu auch konkrete Forderungen an die Politik. Einerseits fordert man die Senkung der sogenannten "Tamponsteuer“. Martina Tiwald , Vorsitzende der BJV dazu: "Eine Frau kann sich nicht aussuchen, ob sie ihre Regel hat oder nicht. Das ist eine biologische Tatsache. Aktuell werden Tampons und Binden mit 20 Prozent besteuert, wie auch Luxusgüter. Wichtige Produkte des täglichen Bedarfs wie Lebensmittel, aber auch Bücher, werden hingegen mit dem ermäßigten Satz von 10 Prozent besteuert. Das passt für uns einfach nicht zusammen."

Die Zahlen sprechen für sich

Die zweite Forderung der BJV zu diesem Thema bezieht sich auf die Verankerung der Thematik in der Schule. Obwohl Eine Frau im Durchschnitt circa 40 Jahre lang ihre Regel hat - und das schließlich jeden Monat, wird um die Menstruation immer noch ein riesiges Geheimnis gemacht. So wird das Regelblut in der Werbung nach wie vor Blau dargestellt und im Alltag verstecken selbst im Jahr 2018 nicht Wenige ihre Hygieneprodukte noch immer im Ärmel, wenn sie zur Toilette gehen. Der Ursprung liegt dabei überhaupt in der Menschheitsgeschichte. Schon in der Antike galt die Gebärmutter als Auslöser der Hysterie, also als ein Art Krankheitsherd. Demnach wurde das Menstruationsblut als dreckig und unhygienisch betrachtet. Diese Interpretation ging sogar soweit, dass Frauen nur als psychisch gesund betrachtet wurden, wenn sie gerade schwanger waren, da die Gebärmutter als eine Art Dämon galt, der Frauen unkontrollierbar und unberechenbar macht. Wir haben erst kürzlich darüber berichtet. Tiwald selbst sagt dazu Folgendes: "Menstruation darf kein Tabuthema mehr sein. Junge Mädchen und vor allem auch Burschen sollen in der Schule ganz normal mit dem Thema umgehen lernen. Die Regel ist nichts Grausliches und nichts, vor dem man sich fürchten braucht. Genauso wichtig ist es uns, dass das ganze Thema unter dem Aspekt der Nachhaltigkeit beleuchtet wird. Es macht einen Unterschied, ob man gebleichte Tampons verwendet oder wiederverwendbare Menstruationstassen. Da braucht es noch einiges an Bewusstseinsbildung.“

Gemeinsame Sache mit erdbeerwoche

Deswegen auch noch ein Programmtipp für Spontane: Die BJV lädt heute um 18 Uhr im BJV-Büro (Liechtensteinstraße 57, 1090 Wien) gemeinsam mit dem Wiener Unternehmen erdbeerwoche zum Gespräch rund um das Thema Menstruation ein. Vorgestellt wird unter anderem das interaktive Tool Ready for Red , das jungen Menschen alle wichtigen Fakten zum Thema Periode und Monatshygiene vermittelt.