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Senkung der "Tamponsteuer" in Österreich beschlossen

Binden und Tampons sind kein Luxusgut, sondern etwas, worum Frau Monat für Monat nicht drumherum kommt. Nun wird die Steuer endlich auch in Österreich gesenkt.


Senkung der "Tamponsteuer" in Österreich beschlossen
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Nachdem Anfang des Jahres die sogenannte "Tamponsteuer" in Deutschland gesenkt wurde, zieht Österreich nun nach. Für Binden, Tampons und andere Periodenprodukte beträgt die Steuer künftig nur mehr zehn statt 20 Prozent. Das wurde am 10. Dezember 2020 im Plenum des Nationalrats beschlossen.

Die Steuer wurde bereits seit Jahren kritisiert. "Eine Frau braucht durchschnittlich zwischen 10.000 und 17.000 Tampons oder Binden in ihrem Leben. Und wird dabei quasi doppelt zur Kassa gebeten", kritisierte bereits 2018 die damalige Vorsitzende der Bundesjugendvertretung Martina Tiwald.

Ein Opernbesuch war bislang weniger besteuert

In Deutschland wurde der Steuersatz für Damenhygieneartikel nach einer Petition von 19 auf sieben Prozent gesenkt. Im Zuge der Diskussion wurden auch bei uns die Stimmen immer lauter. So wurde von AktivistInnen des Frauenvolksbegehrens die Steuer auf Tampons, Binden und Menstruationstassen mit der weitaus geringeren eines Opernbesuchs verglichen. Auch eine Petition gegen die Tampon-Tax war im Gange: "Runter mit der Tamponsteuer", initiiert von der Gemeinschaft #aufstehn, erreichte knapp 30.000 UnterstützerInnen. Ab 1. Jänner 2021 soll das nun realisiert werden.

Übrigens: In Schottland ist man bereits einen Schritt weiter

An allen öffentlichen Orten wie Jugendclubs, Schulen, Apotheken oder Gemeindezentren in Schottland wird es in Zukunft kostenlose Tampons und Binden geben. Diesen Gesetzesentwurf hat das schottische Parlament erst Ende November verabschiedet. Wir bleiben optimistisch und feiern derweil die kleinen Schritte!