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Realitätscheck: Tatort-Ermittler sind ständig Single

So lieben die TV-Ermittler! Das Beziehungsleben der Tatort-Kommissare weicht sehr von der Realität ab. Wir haben für euch ermittelt und eine Paartherapeutin befragt.

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Realitätscheck: Tatort-Ermittler sind ständig Single
© Getty Images

Foto: Harald Krassnitzer and Adele Neuhauser

Sonntagabend, ORF2, Tatort. Für viele ein absoluter Fixtermin. Tatort gibt ihnen Orientierung. Tatort ist Unterhaltung. Tatort ist ein sonntägliches Ritual. Die Serie hat Kultstatus erreicht und wird von Menschen jeglichen Alters geschaut. Sie ist die am längsten laufende und beliebteste Krimi-Serie im deutschsprachigen Raum. 1970 lief die erste Folge. Wer der beste Tatort-Kommissar oder Kommissarin ist – darüber lässt sich bekanntlich streiten. Doch eines ist uns schon immer aufgefallen: Die Ermittler sind vor allem eines: ständig Single. Warum das so ist und welche Kleinigkeiten uns in puncto Liebe und Beziehung noch aufgefallen sind, haben wir für euch "ermittelt". Die Berliner Paartherapeutin Diana Boettcher hat die Tatort-Beziehungen mal näher unter die Lupe genommen. Für ihre Studie hat Diana Boettcher den Beziehungsstatus, sowie die Anzahl der Kinder aller 47 aktuellen Tatort-Kommissare näher untersucht. In der Serie ermittelten insgesamt 20 Frauen und 27 Männer.

Wenig Beziehungen im TV

Sie sind Tag und Nacht auf dem Revier, klären Morde auf und konzentrieren sich voll auf den Fall. Nur zu Hause wartet niemand auf die Kommissare und Kommissarinnen. Zum Flirten haben die Beamten halt keine Zeit, sie müssen schließlich auf Verbrecherjagd gehen. Nur jeder fünfte Tatort-Kommissar oder Kommissarin befindet sich in einer Beziehung. Nur 11 Prozent der TV-Beamten ist verheiratet. Und wenn sie sich dann mal auf einen Flirt einlassen, dann eher auf dem Revier. 5 sind eine Beziehung oder Affäre mit Kollegen eingegangen.

Homosexualität sucht man vergebens

Mit knapp 96 Prozent ist die große Mehrheit der Kommissare oder Kommissarinnen heterosexuell. Nur 2 der 47 outeten sich als bisexuell. In einer homosexuellen Beziehung lebt bis heute niemand der Beamten. In der Realität schaut das Ganze ja bekanntlich ein bisschen anders aus.

Tatort-Figuren haben selten Kinder

Auch für die Familiengründung haben die Ermittler und Ermittlerinnen wenig Zeit. Jeder dritte durfte sich über Nachwuchs freuen. Nur 13 Prozent der Kriminalbeamten sind Eltern zweier Kinder. Aus den Intermezzi der Beamten untereinander entstanden gleich 5 Kinder. Mehr als die Hälfte hat keine Kinder. Da liegen die TV-Ermittler und Ermittlerinnen weit hinter dem österreichischen Schnitt. Auch die Scheidungsrate beim Tatort ist höher als in der Realität. In der Krimi-Serie werden rund 59 Prozent aller Ehen wieder geschieden. In Österreich liegt sie aber bei ca. 40 Prozent.