Ressort
Du befindest dich hier:

Teenager: Fake-Profile für die Eltern

Facebook oder die Single-App Tinder: Teenager versuchen, ihre Online-Aktivitäten vor den Eltern geheim zu halten. Ein Zehntel der 8- bis 17-Jährigen erstellt deshalb Fake-Profile.

von

Teenager: Fake-Profile für die Eltern

Wehe, wenn das Mama wüsste....

© Thinkstock/iStock/Nensuria

"Ich weiß, was du auf Tinder treibst!" – Ein Satz aus elterlichem Mund, der Adoleszenten einen eiskalten Grusel-Schauer über den Rücken laufen lässt.

Mama und Papa sind jetzt auf Tinder, Facebook oder Instagram. Können die Fotos von der letzten Teenager-Party ansehen, womöglich entnehmen sie dem Social Network, dass "Saufen, Voigas!" super ist oder der Pubertierende für das Posting "Ich bin eine geile Sau!" fast 40 Likes kassiert hat. Von den begleitenden Comments ganz zu schweigen.

Teenager verbergen Online-Aktivitäten vor den Eltern

Verwunderlich ist es deshalb nicht, was eine australische Studie zutage fördert: 70 Prozent der 1.000 befragten Jugendlichen halten ihre Web-Aktivitäten vor den Eltern geheim. Sie surfen im Privat-Modus – und 50 Prozent löschen ihren Verlauf (nicht auszudenken, wenn Mama die YouPorn-Session entdeckt....).

Ein Drittel der Befragten Jugendlichen löscht Daten und ein Zehntel macht sich sogar die Mühe, Social-Media-Accounts zu fälschen. Sie erstellen Fake-Accounts unter Namen, die nur ihre besten Freunde kennen, posten dort ihre Wahrheiten – und geben sich unter ihrem Echtnamen wie Waisenkinder.

Der Erziehungs-Experte Justin Coulson rät Eltern, ihren Kindern etwas mehr Vertrauen entgegenzubringen. Das Überprüfen des Browser-Verlaufs sei keine Methode, um verantwortungsvollen Umgang im Web zu lehren oder Kinder auf Gefahren hinzuweisen. Im Gegenteil. Misstrauen bewirke nur, dass sich die Jugendlichen noch kreativere Methoden ausdenken, um ihr Online-Verhalten zu vertuschen.