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Die 7 häufigsten Tricks: So verdienen Telefonspam-Betrüger ihr Geld

Bekommst du in letzter Zeit auch immer seltsame Anrufe? Abos, Millionen-Gewinne und Kredite - am eigenen Hörer warten immer wieder unerwartete (vermeintlich positive) Überraschungen. Ein Experte für Anruferkennung und Spam-Schutz verrät 7 Maschen, wie Telefonspam-Betrüger versuchen an Geld zu gelangen.

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Die 7 häufigsten Tricks: So verdienen Telefonspam-Betrüger ihr Geld
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Ein scheinbar harmloser Anruf kann sich im Nachhinein als teure Angelegenheit entpuppen, wenn am anderen Ende der Leitung ein Telefonspam-Betrüger war. Ob durch Ping-Calls, die Steuer-Strategie oder den Kündigungs-Trick – Spamschutz-Experte Thomas Wrobel von Clever Dialer (einer App, die verlässliche Anrufinformationen liefert und Verbraucher vor Spam-Telefonaten schützt) erklärt sieben Maschen, mit denen Telefonspam-Betrüger Geld machen, und gibt Tipps, wie sich VerbraucherInnen schützen können:

#1 - Datenklau statt versprochenem Gewinn

"Herzlichen Glückwunsch, Sie haben gewonnen!", schallt es am Telefon von Unbekannten entgegen. Damit der angebliche Gewinn in Anspruch genommen werden kann, braucht der Anrufer "nur" Kontonummer, Adresse oder andere persönliche Daten. Hier ist aber Vorsicht geboten! Die Gewinnspiel-Strategie ist neben der Kostenfalle der häufigste Trick von Spam-Anrufern, wie der Telefonspam-Index zeigt.
Seriöse Anrufende würden niemals verlangen, am Telefon vertrauliche Informationen wie die Kontonummer preiszugeben. Sollten diese Daten per Telefon angefragt werden, sollte man sofort auflegen und die Nummer des Anrufers blockieren.

#2 - Monatlicher Beitrag für Fake-Abo fällig

Angeblich hätte man bei einem (zunächst kostenlosen) Abo die Kündigungsfrist verpasst, da jetzt der Probezeitraum vorbei sei, soll man nun monatlich einen Beitrag zahlen. Der Kündigungs-Trick ist eine häufig von Spammern genutzte Methode, um an Geld zu kommen. Setzen sich Betroffene zur Wehr, bieten die Betrüger oft eine Verkürzung des angeblichen Abonnements an, wenn sie im Gegenzug die IBAN erhalten. Auch hier sollte man nicht darauf eingehen. Wenn der Anrufer nicht beweisen kann, dass das fragliche Abo wirklich abgeschlossen wurde, ist diese Masche illegal. Da in solch einem Fall keine rechtlichen Konsequenzen drohen, kannst du direkt auflegen.

#3 - Verlockenden Gewinn mit Zeitungsabo koppeln

Einen Sechser im Lotto, ein iPhone oder einen Millionen-Gewinn verspricht die Person am anderen Ende der Leitung. Es gäbe da nur einen kleinen Haken: Leider muss der Gewinn versteuert werden, aber der Anrufer hat eine Lösung parat. Wenn du ein ein Zeitungsabo abschließt, kannst du die Steuern umgehen. Oft fragen die Betrüger im selben Atemzug noch nach der Bankverbindung. Spätestens jetzt solltest du misstrauisch werden! Die Einzigen, die bei diesem Anruf gewinnen, sind die Spammer, die eine Provision bekommen, falls sie erfolgreich ein Abo "verkaufen". Der Gewinn, wegen dem du angerufen wurdest, existiert in der Regel gar nicht. Lehne einfach ab.

#4 - Krumme Nummer mit Aktien-Angeboten

Laien kommt Aktienhandel oft wie Glücksspiel vor. Wenn ihnen deshalb jemand Unterstützung bei Börsen-Angelegenheiten anbietet, sind viele erstmal interessiert, aber Achtung! Nicht alle scheinbar seriösen Finanzberatende am Telefon haben gute Absichten. Manche Spam-Anrufer geben sich als Aktien-ExpertInnen aus und melden sich in regelmäßigen Abständen telefonisch. Sie bieten an Anteile an Firmen zu erwerben, deren Wert laut ihrer Aussage in nächster Zeit spektakulär ansteigen wird. Hier sollten Betroffene auf der Hut sein, denn häufig sind die angepriesenen Aktien entweder viel zu teuer oder es sind Anteile an Firmen, die gar nicht existieren oder kurz vor dem Bankrott stehen. Das sicherste Vorgehen ist in dem Fall, das Angebot konsequent auszuschlagen und das Gespräch zügig zu beenden.

#6 - Anbieterwechsel mit unlauteren Methoden untergejubelt

Beim "Slamming" versuchen Betrüger, durch unlautere Methoden zum Wechsel des Strom- oder Telefonanbieters zu bewegen. Oft locken man zudem damit, dass man einiges an Geld sparen könnte. Es wird behauptet, im Namen eines Unternehmens anzurufen, für das sie in Wahrheit gar nicht arbeiten, und fragen, ob Infomaterial rund um einen Anbieterwechsel gewünscht sei. Mit dem nur dafür gegebenen Einverständnis vermerken sie das in ihrem System allerdings als Zustimmung zum Wechsel. Viele bemerken den Betrug erst dann, wenn eine Rechnung vom neuen Stromanbieter reinflattert. Die beste Taktik bei Slamming-Anrufern ist, das Gespräch so schnell wie möglich zu beenden und alle Angebote klar und deutlich zu verneinen.

#7 - Rückruf mit astronomischen Kosten

Manchmal klingelt das Telefon nur einmal, manchmal gar nicht, aber es wird dennoch ein verpasster Anruf angezeigt - über verschiedene Wege versuchen Telefonbetrüger andere zum Rückruf zu bewegen. Diese Anrufe nennen sich "Ping-Calls" bzw. "Ping-Anrufe" und sind eine bekannte Strategie, die leider noch oft genug aufgeht, weil viele aus Neugierde oder Höflichkeit zurückrufen. Der verpasste Anruf kommt oft von Nummern mit einer ausländischen Vorwahl oder Mehrwertdiensten, also Premium-Nummern wie "0900", oder Online-Dienste mit "019". Wenn eine Telefonnummer anruft, die eines dieser Kriterien erfüllt, kann das ganz schön teuer werden. Ab dem ersten Freizeichen und für die Dauer des ganzen Anrufs fallen teils sehr hohe Gebühren an. Rückrufe unbekannter Nummer sollten also wohlüberlegt getätigt werden - die nächste Telefonabrechnung könnte sonst ein böses Erwachen werden.

Fazit: Im Zweifelsfall einfach auflegen

Neben den altbewährten Klassikern lassen sich Spam-Anrufende immer neue Maschen einfallen, um anderen Geld aus der Tasche zu ziehen. Wenn jemand am Telefon etwas verkaufen möchte oder persönliche Daten verlangt, sollten Betroffene immer auf der Hut sein! Falls der oder die Anrufende zwielichtig erscheint, ist die beste Lösung einfach aufzulegen. Wenn das Anliegen seriös ist, wird man sich auf eine andere Art und Weise melden.

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