Ressort
Du befindest dich hier:

Die fragwürdige Gwand-Debatte rund um Tennis-Star Serena Williams

Wieso ist es für manche so wichtig, entscheiden zu müssen, was Frauen anziehen? Und warum ist ein Ganzkörper-Anzug schlechter als ein Mini-Rockerl, das gerade mal den Allerwertesten bedeckt?

von

Serena Williams

Der Catsuit des Anstoßes...

© 2018 Getty Images

Der französische Tennisverband hat aktuell verlautbart, dass er neue Vorgaben bezüglich der Kleidung der Spielerinnen für die French Open 2019 einführen werde. Präsident Bernard Giudicelli erklärte dazu dem Tennis Magazine, dass er denkt, dass "sie manchmal zu weit gegangen sind." Aber was genau ist zu weit? Anscheinend der schwarze Catsuit, den Serena Williams dieses Jahr beim Turnier trug.

"Serenas Outfit würde zum Beispiel nicht mehr akzeptiert werden. Das Spiel und der Platz muss respektiert werden." Diese Worte verwendete Giudicelli, um zu veranschaulichen, welche Vorgaben es künftig für weibliche Tennis-Spielerinnen geben wird, wenn sie teilnehmen wollen.

Verstanden haben wir die noch nicht fixierten Regeln diesbezüglich jedoch definitiv nicht. Denn Serena Williams trug einen Catsuit, der im Prinzip ihren gesamten Körper bedeckte - an der nackten Haut, die doch sonst so oft bei Frauen kritisiert wird, kann es also nicht liegen. Schließlich sieht man da bei anderen Spielerinnen in knappen Rockerl und Tops weitaus mehr, was unkontrollierbares Männerblut in Wallung bringen könnte (Achtung: Ironie...). Was daran ist also nicht respektvoll?

Darüber hinaus hat der Anzug sogar eine medizinische Funktion, wie die langjährige Tennis-Weltranglisten-Erste erklärt: Williams trug diesen aufgrund der zahlreichen Komplikationen in und nach ihrer Schwangerschaft. "Ich hatte viele Probleme mit Blutgerinnseln in den letzten 12 Monaten", sagte sie Reuters. "Der Anzug hat definitiv eine Funktionalität. Und ich habe generell Hosen getragen, wenn ich spiele, damit ich die Blutzirkulation aufrecht erhalten kann."

Bei den aktuell stattfinden US Open präsentierte sich die 36-Jährige nun in einem Outfit, das man vielleicht auch als Antwort auf die ganze Debatte verstehen kann: Designer Virgil Abloh schuf extra für sie ein schwarz-braunes Tutu-Outfit. Passt das dann so, werter Herr Giudicelli? Ein Rockerl wäre ja damit vorhanden...

Oder um es mit den Worten von Serena Williams‘ Sponsor Nike zu sagen: “Du kannst einer Superheldin ihr Outfit wegnehmen, aber nicht ihre Superkräfte.“

Serena Williams
Thema: Sexismus