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WOMAN testet: Google Glass

Exklusiv konnten wir die einzige offiziell in Österreich verfügbare Google Glass testen - und haben den auf der Nase tragbaren Computer gleich mit in ein paar Luxus-Boutiquen genommen.

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WOMAN testet: Google Glass
© WOMAN Stefanie Sima - Google

"Ok Glass" - wird man diese Initationsphrase wohl in Zukunft öfter hören? Werden die Menschen in der U-Bahn in Zukunft alle nach rechts oben anstatt in ihr Smartphone starren? Wird die neue Google Glass der nächste Schritt in die Zukunft oder ist alles nur ein Hype?

Tatsache ist, mit dem wahrscheinlich noch im Sommer in den USA auf den Markt kommenden, tragbaren Computer handelt es sich um eine komplett neue Kategorie eines technischen Geräts und daher waren wir in der Redaktion mehr als neugierig darauf, dieses selbst einmal auf die Nase zu setzen und zu testen. Also ging's ab zum Wiener Headquarters von Google, wo wir uns die einzige, offiziell in Österreich befindliche Google-Brille kurz einmal ausgeborgt haben.

WOMAN testet: Google Glass
Der große Moment: das Aufsetzen unter Aufsicht von Wolfgang Fasching-Kapfenberger.

Getragen wird die Glass mit Leichtigkeit - wiegt sie doch nicht mehr als 40 Gramm. Mit einem Nicken wird dieselbe aktiviert und bedient mit Sprachbefehlen oder dem Touchpad und den mittlerweile klassischen Tipp- und Wischbewegungen am rechten Bügel. "Ok Glass" ist immer die erste Anrede - die Gute möchte vor jedem Befehl oder Wunsch dezidiert angesprochen werden. Aber was kann man sich von dem Wunderding danach wünschen? Eigentlich fast alles, was ein Smartphone derzeit auch kann - allerdings mit dem Vorteil dabei beide Hände frei zu haben: kurz ins Internet um etwas zu - no na - googeln, sich zu einer Adresse navigieren lassen, Fotos oder Videos machen und diese gleich auf den gewünschten Social Media-Kanälen teilen oder mit den diversen Apps spielen. Und die Apps, die ja den wahren Spaß und Nutzen beim Smartphone erst ausmachen, werden wohl darüber entscheiden, wie die Glass angenommen beziehungsweise genutzt wird. Was beispielsweise bereits möglich ist, seht ihr im folgenden Werbe-Video von Google:

Aber wo passiert dies eigentlich alles? Das Display befindet sich rechts oben - außerhalb des Sichtfeldes. Daher muss man anfangs etwas üben, wie man am besten nach oben schielt, wobei ja nur ein Auge etwas zu sehen bekommt - auf einem gefühlt 23-Zoll-Bildschirm in 3 Meter Entfernung.

WOMAN testet: Google Glass
Wo genau muss der Finger denn hin zum Wischen und Co?

Apropos Auge: Das Titangestell der Google Glass kann bei Bedarf abgenommen werden, um Brillengläser anzubringen. Was auch definitiv notwendig ist, denn wie unsere Fotografin Stefanie am eigenen Leib erlebt hat, funktioniert die Glass mit zweiter, optischer Brille darunter nicht wirklich.

Der Akku hält beim Dauerbetrieb ungefähr 30 Minuten, bei intensiver Nutzung 2 Stunden und bei sporadischer Nutzung 1 Tag. Externe, mobile Ladegeräte helfen hier jedoch.

WOMAN testet: Google Glass
Ein kleines, blinkendes Licht zeigt die Aktivität.

Ein europäischer Starttermin für die Glass steht im Gegensatz zu den USA noch in den Sternen. Daher haben wir ebenso die US-Version getestet und sind bei der Unterhaltung mit der hochtechnologisierten Brille auf Englisch umgestiegen. Oder besser gesagt auf Amerikanisch, denn beispielsweise Straßen- oder sonstige Namen müssen mit einem gewissen Slang ausgesprochen werden, damit die Glass wirklich weiß, wovon man überhaupt spricht - was durchaus für einige Lacher gesorgt hat. Noch ist schließlich nichts lokalisiert auf Europa beziehungsweise Österreich, aber die zu erwartenden europäischen Varianten werden dann ja kosmopolitischer ausgelegt sein als unser Test-Prototyp.

WOMAN testet: Google Glass
"OK Glass - take a picture"
WOMAN testet: Google Glass
Und so sieht ein Bild dann beispielsweise aus.

Nach einer Einführung wanderten wir dann ein bisschen durch das Goldene Quartier, um das neue Spielzeug in den hübschen Räumlichkeiten der diversen Luxus-Boutiquen auszuprobieren. Allerdings war diese Idee wohl doch etwas zu spontan, denn die Shop-Manager wiesen uns immer daraufhin, dass es eine offizielle Genehmigung braucht, um in den heiligen Hallen Fotos zu machen. Hunde und Google Glas-Trägerinnen mussten - in dem fotounterstützen Falle - also leider draußen bleiben! Aber Interesse haben wir definitiv geweckt, denn so manche Verkäuferin wagte sich an die Frage "Darf ich die mal ausprobieren?". Mit Vergnügen - das es uns ja auch gemacht hat!

WOMAN testet: Google Glass
Nur schwer konnten wir uns nach dem Test von der Google Glass trennen...

Aber bei all der Euphorie, hier auch ein paar Punkte, die nicht so erfreulich sein können: In Zeiten der großen Datensammelwut, gibt man mit der Google Glass einem Gerät die Möglichkeit, sein gesamtes Leben mitfilmen zu lassen. Und ebenso das anderer Menschen, die bei der Unauffälligkeit der Glass nicht einmal bemerken, wenn sie fotografiert oder gefilmt werden...

Thema: WOMAN testet

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