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"The Vulva Gallery" zelebriert Vulven - in allen Varianten!

Während die Zahl der Schamlippenoperationen stetig ansteigt, will die Illustratorin Hilde Atalanta mit ihrem Projekt die Wertschätzung des eigenen Körpers steigern und möchte ihre Mitmenschen ermutigen, ihr Anderssein zu feiern.

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"The Vulva Gallery" zelebriert Vulven - in allen Varianten!

Viva la Vulva!

© Hilde Atalanta / Instagram

Während ein prächtiger Penis fast an jeder Häuserwand (und jedem Schulhelft von 12-Jährigen) zu sehen ist, ist die Vulva nach wie vor unterrepräsentiert. Sie ist im öffentlichen Leben weitestgehend unsichtbar und noch immer mit Scham und einem schlechtem Ruf behaftet. Vulva Shaming is Real. Das fängt dabei an, dass das weibliche Geschlechtsteil nicht selten als Schimpfwort benutzt wird, man unseren Genitalien immer wieder nachsagt, nach Fisch zu riechen und hört bei grindigen Witzen über gedehnte und weite Vaginen auf.

All Vulvas are Beautiful!

Kein Wunder, dass in Foren und Social Media dann immer wieder folgende Fragen auftauchen: "Ist meine Vagina normal?" oder "Innere Schamlippen schauen hervor - was kann ich tun?" und "Ist meine Vulva hässlich?" Laut Studien verzichtet sogar ein gar nicht so kleiner Prozentsatz auf Oralsex, weil sie sich für ihre Vulva schämen.

Designervagina? Nein Danke!

Der Trend zur Intimchirurgie boomt also. Nach Erhebungen der Gesellschaft für ästhetische Chirurgie Deutschland lag die Intimchirurgie bei Frauen im Jahr 2010 auf Rang sieben der häufigsten Eingriffe. In Österreich ist die Sachlage dementsprechend ähnlich. Grund dafür sind auch die Vulven, die man meist in Pornos zu sehen bekommt: glattrasiert, geformt wie ein Brötchen und ohne jeden Makel. Diesem vermeintlichen Ideal ist kaum zu entsprechen. Ein Glück, dass es zu jedem Trend auch immer einen Gegentrend gibt. Immer mehr Vertreterinnen und Vertreter von Body Diversity interessieren die unrealistische Schönheitsideale nicht mehr und feiern jeden Körper in jeder Form und Farbe.

Wir sind vielfältig - so auch unsere Vulven!

Eine davon ist die Illustratorin Hilde Atalanta aus Amsterdam, die mit ihrem Projekt "The Vulva Gallery" einen Teil dazu beitragen will, die Anzahl durchgeführter Labioplastien zu verringern. "In erster Linie soll The Vulva Gallery aufklären. Ich will, dass Leute die Vulva und sich selbst positiver wahrnehmen. Ich will ihnen mehr Selbstbewusstsein schenken und ihnen zeigen dass Unterschiede nichts Schlechtes sind, sondern sogar sehr gut", erklärt die Künstlerin gegenüber dem Magazin i-D . Sie wolle nicht bloß Frauen ansprechen, sondern alle Menschen: "Wir müssen endlich anfangen, unsere vermeintlichen Makel mit Stolz zu tragen und der Welt zu zeigen, dass wir genau so, wie wir sind, gut sind. Wir sind eben nicht alle gleich und perfekt und das ist doch gerade das Interessante daran."

Die Vulven, die sie zeichnet sind mittlerweile hauptsächlich von Menschen, die sich bei ihr melden und sie beten, ihre Vulva für da Projekt zu zeichnen. Dazu kommt dann auf ihrer Instagram-Seite meist noch ein Statement der "Besitzerinnen", das uns einmal mehr daran erinnern soll, das alle Vulven, alle Frauen, alle Menschen wunderschön sind. Dank Atalanta sind die Vulven des Internets so divers wie noch nie. Sieh' dir hier noch mehr ihrer wundervollen Arbeiten an. Wir sind verliebt.

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