Ressort
Du befindest dich hier:

Style ist das, was du bist!

Style hat nichts mit Trends oder Geld zu tun. Style ist zu wissen, wer du bist. Beim "The What's Underneath Project" entblößen Frauen ihre Körper und ihre Unsicherheiten.

von

Die Künstlerin Eryn Lefkowitz spricht über ihre Magersucht

© Video: The What's Underneath Project: Eryn Lefkowitz

Frag' mich, was mir an mir richtig gut gefällt. Ich mag meine Augen. Meinen Bauch. Die Sommersprossen auf der Nase.

Frag' mich, was mir an mir nicht so gut gefällt. Mein Po. Meine Oberschenkel. Meine Knie. Mein Busen. Meine Nase. Der Mund. Das Kinn. Der schiefe Schneidezahn. Die Füße. Die Hände. Die Liste meiner eingebildeten Makel: Definitiv länger als jene meiner Assets.

Ich bin eine Frau. Als solche habe ich einen angeborenen Reflex, anderen in ihrem strengen Urteil über mich sofort Recht zu geben. Mehr noch: strenger als jeder andere über mich zu urteilen.

Wir alle haben etwas an uns, was uns nicht wahnsinnig gut gefällt. Das nicht dem Idealbild oder der Norm entspricht. Aber ist das ein Grund, dass wir uns verstecken sollten? Bei Gott nicht.

Weshalb das ungewöhnliche Video-Projekt "The What's Underneath" des amerikanischen Modeblogs "StyleLikeU" einen wahren Punkt trifft. Frauen legen vor der Kamera nach und nach ein Kleidungsstück ab, bis sie nur mehr in Unterwäsche dasitzen. Währenddessen erzählen sie über ihr Selbstbild, ihre Unsicherheiten, ihr Körperbewusstsein.

Ein Seelen-Striptease, der zeigt, wie sehr Selbstzweifel in uns verankert sind. Und wie es gelingen kann, mit sich und seinen "Makeln" ins Reine zu kommen.

Style, so der Grundgedanke der "The What's Underneath" -Reihe: Style hat nichts mit dem zu tun, was du anhast. Es geht dabei nicht um Trends. Nicht um Geld. Es geht darum, zu wissen, wer du bist. Style ist das, was deine Persönlichkeit auszeichnet.

Style ist, was deine Persönlichkeit auszeichnet

Wir stellen drei der Protagonistinnen vor.

ERYN LEFKOWITZ

Ihr kränklicher, dünner Körper sei perfekt für die Modebranche, wurde der amerikanischen Künstlerin Eryn Lefkowitz immer wieder gesagt. "Alle meinten, dass ich doch modeln solle. Niemand hat zu mir gesagt: Gott. Du siehst krank aus, du solltest mehr essen. Das sieht besser aus," erzählt sie in dem Video.

Dabei sei sie krank gewesen. Habe Ängste gehabt, die sie nicht verarbeiten konnte. "Ich wollte Kontrolle gewinnen und habe das über meinen Körper versucht. Indem ich nicht mehr gegessen habe." Sie schlitterte in Magersucht und Medikamentenabhängigkeit. "Trotzdem hat jeder mich darin bestätigt, dass ich toll aussehe." Erst durch eine Therapie habe sie wieder Boden unter den Füßen gewonnen. Mittlerweile hat Eryn knapp 14 Kilo zugenommen. "Ich bin gesund, mit mir im Reinen. Und DAS ist schön."

MOLLY GUY

Molly Guy führt das erfolgreiche Brautmoden-Label "Stone Fox Bridge", wird in Fashion-Magazinen nach ihren Style-Secrets und Beauty-Tipps gefragt. Für das "The What's Underneath"-Projekt erzählt sie erstmals, dass sie 15 Jahre lang mit ihrem Gewicht und ihrem Äußeren haderte.

"Ich wollte immer aussehen wie eines dieser Calvin Klein-Models. Spindeldürr, mit riesigen Augen. Mein gesamtes Handeln und Denken drehte sich darum, dünner zu werden. Ich habe meinen Körper im Fitnessstudio gequält, bin zu einem Dealer, der mir Appetitzügler besorgen konnte – und danach in den Green Smoothie-Laden, wo ich die einzige Mahlzeit des Tages zu mir genommen habe.Heute kann ich erstmals sagen, dass ich mich von innen heraus mag."

JACKY O'SHAUGHNESSY

Jacky O' Shaughnessy gehört zu den erfolgreichsten Best Age-Models der Welt. Doch früher wurde die 62-Jährige wegen ihrer Körpergröße ausgelacht und gehänselt. "Ich habe mich unter weiter Kleidung versteckt, meinen Kopf immer gesenkt und meine Schultern nach vorne gezogen, damit ich kleiner wirke." Auch jetzt, als Model, gäbe es Leute, die wegen ihres Alter sund nicht mehr glatten Körpers ein Problem mit ihr hätten. "Aber ich bin jetzt mit mir im Reinen – und verstecke mich nicht mehr."