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Wird die Liebe beliebiger?

Ein Klick, zig Typen. Und das soll romantisch sein? Ja, sagt ein Experte, sogar viel mehr als ein Aufriss in der Bar. 5 Frauen über ihre virtuellen Liebesabenteuer.

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Wird die Liebe beliebiger?

Veronika hat 1.000 Tinder-Matches. In WOMAN erzählt sie darüber

© WOMAN./Julia Stix

Glaubst du noch an die ganz großen Gefühle? Die, von denen in klugen Büchern geschrieben wird? Und über die Künstler starke Songzeilen verfasst haben? Na ja, die Wertigkeit von Partnerschaften nimmt ab, sagen Experten. Neue Liebesmodelle erscheinen auf der Bildfläche, das Internet hat die Partnersuche extrem schnelllebig gemacht. Und höchst selektiv.

„Bei der Auswahl macht sich eine Katalog-Mentalität breit. Das Einkaufen im Netz wird unbewusst auch auf die Partnersuche übertragen. Wem es an Selbstdarstellungsfähigkeiten mangelt, der hat verloren“, resümiert Singleberaterin Eva Fischer (dieliebesfischer.at). „Was zählt, ist die Optik. Wer sich da nur schnell mal mit einem hübschen Partner schmücken möchte, ist in der großen Flirtwelt bestens aufgehoben.“

Mingles: Nur nichts Verbindliches

Lebenslange Beziehungen hingegen sind zu einem seltenen Sonderfall geworden. Aber hat das wirklich nur mit dem Internet zu tun? „Durch die Fülle an Bildern und Informationen fällt es uns schwer, herauszufiltern, was für uns das Beste ist“, sagt Beate Janota (liebesambulanz.at) und ergänzt: „Dazu kommt, dass sich viele nicht mehr zu jemandem bekennen wollen. Wo früher nach den ersten Dates eine Entscheidung fiel, heißt es jetzt oft: ,Schau ma mal!‘“ Hintertürchen werden bewusst offen gelassen, um Verbindlichkeiten aus dem Weg zu gehen. Schließlich könnte ja noch was Besseres kommen. Ein Kreislauf entsteht: Suchen, finden, verlieren, doch nicht wollen, wieder suchen …

Es gibt sie, die Liebe aus dem Netz

Doch es gibt auch die, die heute glücklich verliebt sind. Europaweit hat bereits jeder Dritte seinen Partner online kennengelernt. So wie Alexandra Zika, 30, die von ihrem heutigen Mann Stefan vor acht Jahren auf websingles.at angeklickt wurde. „Für mich sind Dating-Plattformen eine weitere Form des Kennenlernens. Man kann Menschen finden, die man sonst vielleicht nie getroffen hätte. In meinem Bekanntenkreis haben sich die meisten Paare über Freunde, die Arbeit oder eben online gefunden.“ Die PR-Assistentin sieht auch noch einen weiteren Vorteil: „Man spart Zeit. Denn wer ein Online-Profil anlegt, bekommt gleich am ersten Tag 15 Anfragen. Bis man in einem Kaffeehaus aber von 15 Männer angesprochen wird, dauert es wahrscheinlich ein paar Wochen.“

Wie sich die Internet-Liebe von Alexandra weiterentwickelt hat – und welche Abenteuer WOMAN-Leserinnen bei Tinder & Co. erlebt haben: Das lest ihr in der aktuellen WOMAN-Ausgabe 25/2014.

Thema: Flirt