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Wie gefährlich ist Tinder?

Stellt Tinder eine ernsthafte Gefahr dar? Zwei Studien bestätigen eine Korrelation zwischen Dating-Apps und einem Anstieg der Geschlechtskrankheiten.

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Wie gefährlich ist Tinder?

Verleiten Dating-Apps zur Sorglosigkeit?

© Corbis

Lust auf unkomplizierten Sex? Dating-Apps wie Tinder erleichtern die Erfüllung unserer Bedürfnisse. Du wischt durch ein Angebot, gibt es ein Love-Match, dann verabredet man sich. Meist mit Absichten.

Jedem Tierchen sein Plaisierchen. Doch nun schlägt die Gesundheitsbehörde von Rhode Island Alarm. Die Wissenschaftler wollen mit einer neuen Studie eine bedenkliche Korrelation zwischen der Nutzung von Dating-Apps und dem plötzlichen Anstieg von Geschlechtskrankheiten nachgewiesen haben, wie die Zeitung "Liberation" vermeldet.

Zwischen 2013 und 2014, so die Erhebungen des Gesundheitsamtes von Rhode Island, stieg die Zahl der Syphilis-Fälle um 79 %, Harnwegsinfektionen wie Gonorrhoe erhöhten sich um 30%, HIV-Infektionen um 33%. Der Anstieg an Neuinfektionen mit sexuell übertragbaren Krankheiten betrifft nicht die gesamte Bevölkerung, sondern vor allem junge Menschen im Alter zwischen 15 und 24 Jahren. Bei den Untersuchungen der Wissenschaftler stellte sich heraus, dass es in dieser Altersgruppe besonders häufig zu ungeschütztem Sex bei via Tinder & Co. verabredeten Dates kommt.

Ein Sprecher: "Social Media und Dating-Apps führen zu häufigerem Casual Sex – und damit auch zu einem Anstieg des High-Risiko-Verhaltens. Die jungen User verwenden bei ihren One Night Stands immer seltener ein Kondom."

Anstieg von Geschlechtskrankheiten durch Tinder

Die These, dass es einen Zusammenhang zwischen der Nutzung von Casual-Dating-Apps und der Verbreitung sexuell übertragbarer Krankheiten gibt, ist nicht neu. Bereits Anfang diesen Jahres veröffentlichte Peter Greenhouse, Präsident der britischen "Ärzte-Vereinigung gegen Geschlechtskrankheiten" ganz ähnliche Zahlen.

So waren zwischen 2012 und 2013 in Großbritannien um 19% mehr Gonorrhoe- und 9% mehr Syphilis-Infektionen verzeichnet worden. Greenhouse: "Besonders häufig betrafen die Erkrankungen die Nutzer von Angeboten wie Tinder oder Grindr." In einem Gespräch mit der Daily Mail ging er sogar weiter: "Dank dieser Dating-Apps kann man sich binnen fünf Minuten ein paar hübsche Chlamydien einfangen."

Die Tinder-Macher (mit weltweit 50 Millionen App-Downloads der erfolgreichste Anbieter in diesem Segment) wollten sich auf Anfrage der Huffington Post übrigens nicht zum Bericht des "Health Department of Rhode Island" äußern. Ihr (sogar nachvollziehbarer) Standpunkt: "Wir stellen nur die Plattform für Dates. Wie verantwortungsvoll die Nutzer sich dann verhalten, ist nicht mehr Teil unserer Aufgabe."