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4 Tipps, wie du eine Trennung vermeidest

Fast jede Beziehung kommt an den Punkt, wo die Frage im Raum steht: Sollen wir uns trennen? Oder durchhalten? Wie es erst gar nicht soweit kommt.

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4 Tipps, wie du eine Trennung vermeidest
© Getty Images 2017/ Adam Katz Sinding

Es funktioniert einfach nicht. Es liegt nicht an dir, es liegt an mir. Wir haben uns auseinander entwickelt. Ich muss jetzt eine Weile alleine sein.

Kommen dir diese Sätze bekannt vor? Irgendwann haben wir sie selbst gesagt. Oder gehört. Aber egal auf welcher Seite wir dabei standen, es steckt dahinter nur eine Botschaft: WIR. TRENNEN. UNS.

Jede Beziehung kommt (oft sogar mehrmals) an den Punkt, wo sich die entscheidende Frage stellt: "Should I Stay or Should I Go?" – um es mit einem Song von "The Clash" zu sagen.

Trennungen werfen Fragen auf. Manche davon bleiben unbeantwortet. Aber wenn wir reflektieren, dann erkennen wir oftmals, woran es lag, dass es nicht geklappt hat. Im besten Fall lernen wir daraus. Für die nächste Beziehung.

Trennung: Was du tun musst, um sie zu vermeiden

1. Setze dich mit deinen persönlichen Problemen auseinander

Wir geben oft unserem Partner die Schuld an einer Trennung. Beklagen uns über mangelndes Interesse, zu große Unterschiede, eine zu geringe Verbindung. Die Wurzeln all unserer Konflikte liegen aber daran, dass zwei Menschen aufeinander treffen, die Verletzungen aus der Kindheit noch nicht verarbeitet oder ein völlig unterschiedliches Konfliktverhalten gelernt haben. Sobald jedoch die Leidenschaft abklingt und die Realität einsetzt, kommt es zu Reibereien in Beziehungen. Das ist ein normaler Prozess, in dem es um Abgrenzung als Individuum und persönliche Grenzen geht. Wenn wir dabei aber in alte Muster verfallen, kann das toxisch auf die Liebe wirken. Nur ein Beispiel: Dein Partner will wieder öfter etwas alleine machen. Du fühlst dich ungeliebt, hast unterbewusst Angst, dass er sich von dir entfernt. Und klammerst wie wild oder machst ihm Szenen. Vielleicht ist es eine Ur-Angst, verlassen zu werden, die dich irrational handeln lässt. Laut Psychologen ist es wichtig, zwischen den drei häufigsten Bindungsstilen zu unterscheiden:

  • 1. Der sichere Bindungsstil: Menschen mit einem sicheren Bindungsstil haben keine Ansgt vor Nähe und Intimität, sind aber auch nicht abhängig davon.
  • 2. Der ängstliche Bindungsstil: Diese Menschen haben in ihrer Kindheit uneinheitliche Signale aus Nähe und Distanz empfangen. Sie fürchten Ablehnung und tendieren zum Klammern, wenn sie Angst haben, verlassen zu werden. Sie haben Schwierigkeiten, zu vertrauen und sind wenig selbstsicher.
  • 3. Der vermeidende Bindungsstil: Diese Menschen unterdrücken aus Angst vor Verletzung unterbewusst ihr Bindungssystem. Sie schieben andere Menschen, die ihnen zu nahe kommen, weg.

Indem man den eigenen und den Bindungsstil des Partners erkennt, kann man die Trigger und Muster, die in Konfliktsituationen zu Eskalation und Trennung führen, eher abstellen und - im besten Fall – anders reagieren. Es hilft, Mitgefühl zu entwickeln und es nicht immer direkt persönlich zu nehmen, wenn der Partner aufgrund seiner Prägung agiert.

2. Klärt eure Bedürfnisse und Erwartungen

Es gibt einen Grund, warum es immer heißt, dass Kommunikation der Schlüssel zu einer gesunden Beziehung ist. Weil es schlicht so ist. Trotzdem haben Männer und Frauen Probleme damit, ihre Bedürfnisse in einer Beziehung zu artikulieren. Wir hoffen, dass unser Partner zwischen den Zeilen lesen kann und unsere Bedürfnisse aber auch Grenzen erkennt, noch ehe wir sie gezogen haben. Ist dem nicht so, fühlen wir uns unverstanden. Das führt zu Konflikten.

Die Moral aus der Geschichte: Sag', was du brauchst und dir wünscht. Sei aber auch bereit, Kompromisse einzugehen, wenn sich das nicht mit den Vorstellungen oder dem Können deines Partners deckt. Flieh' nicht vor den Problemen, sondern setze dich damit auseinander und erkläre deinem Partner deine Gefühle und Reaktionen auf sein Verhalten. Halte dir immer vor Augen, dass es in einem Konflikt nicht darum geht, wer gewinnt oder Recht behält. Sondern darum, dass ihr am Ende als Paar einen Schritt weiter gekommen seid.

3. Investiere in deine Beziehung

Trennungen passieren nicht aus heiterem Himmel. Sondern dann, wenn eine Beziehung bereits seit geraumer Zeit erodiert oder es in Wahrheit nie eine sichere, stabile Verbindung gab. In der überwiegenden Mehrheit der Fälle wird die Liebe über die Jahre immer unglücklicher und zerbricht in dem Moment, in dem äußere Stressfaktoren wie eine Affäre, finanzielle Probleme oder der Auszug der Kinder, hinzukommen. Aber wie sichert man die Beziehung ab? Nun: Indem man konsequent in den Partner investiert (auch wenn man zwischenzeitlich keine Lust hat oder andere Dinge wichtiger erscheinen). Aufmerksamkeit, Verstehen, Kompromissbereitschaft, Kommunikation und Zeit füreinander sind die Einlagen, die du in die Beziehungsbank tätigen musst, wenn die Liebe über Jahre stabil bleiben soll.

4. Versuche nicht, deinen Partner zu ändern

Yep, schuldig. Zu Beginn einer Beziehung sind wir derart begeistert von unserem Partner, dass wir kleine Charakterfehler oder nervige Angewohnheiten, die eigentlich die rote Flagge bedeuten würden, gerne übersehen. Im Laufe der Zeit werden diese Eigenschaften deutlicher und der Blick durch die rosa Brille... nun: weniger rosig. Was also tun wir? Wir wechseln sofort in den DIY-Modus und versuchen, die kleinen Fehler zu reparieren. Es ist aber eine falsche Annahme, dass wir einen Menschen ändern und für uns in Form biegen können. Kleine Sachen ("Bitte Zahnpasta zuschrauben!") sind erlernbar. Aber nicht die wesentlichen Sachen, die diesen Menschen ausmachen. Ein Faulpelz wird nie zum Dynamo, ein Narzisst nie zum Empathen. Entweder nimmst du dein Gegenüber so an, wie es ist. Oder du gehst.